Nachbericht Qlik Data Analytics Tour 2017

Business Intelligence mit Qlik wird schlauer und vielseitiger

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Nico Litzel

Die Qlik Data Analytics Tour 2017 fand in der Mainzer Rheingoldhalle statt.
Die Qlik Data Analytics Tour 2017 fand in der Mainzer Rheingoldhalle statt. (Bild: Qlik)

Auf seiner Data Analytics Tour 2017 stellte BI-Spezialist Qlik in Mainz die neuen Funktionen und Leistungsmerkmale seines September-Releases von Qlik Sense vor. Qlik treibt die Entwicklung seiner Analytics-Plattform Richtung Geo Analytics und IoT voran.

Die Qlik-Strategie ruht auf drei Säulen: Daten, Plattformen und Analytics. Auf der Daten-Ebene kann Qlik mittlerweile Big Data verarbeiten, die Hadoop oder Spark vorliegen, denn das Unternehmen arbeitet eng mit dem Hadoop-Distributor Cloudera zusammen und nutzt dessen APIs. Aufgrund dieser Partnerschaft kann Qlik seit Juli 2017 auch die Statistiksprache R und die Programmiersprache Python vollumfänglich unterstützen. Für die Unternehmenskunden ist es indes wichtig, dass Data Governance umgesetzt wird. Dafür stellt Qlik unter anderem den neuen „Associative Big Data Index“ bereit.

Plattformen

Auf der Ebene der Plattformen kann der Qlik-Kunde längst nicht mehr nur die On-premise-Installation eines Fat Clients wählen – dieses Betriebsmodell ist in technischer Hinsicht veraltet. Qlik View wird dafür immer noch angeboten, doch die fünf Qlik Sense Updates pro Jahr stellen sicher, dass technologische Innovationen zeitnah umgesetzt werden. Qlik Sense ist auch für die Cloud-Nutzung ausgelegt, etwa durch Responsive Design. „Allerdings gibt es gerade in Deutschland viele Kunden, die derzeit ihre Daten unter keinen Umständen der Cloud anvertrauen wollen“, weiß Stefan Jochheim, Head of Alliances bei Qlik, zu berichten.

Innovativere Kunden nutzen die Hybrid Cloud, also das Zusammenspiel von On-premise bzw. Private Cloud mit Diensten aus der Public Cloud. Bis zu fünf Anwender können bereits die „Cloud for Business“ nutzen, die auf AWS in der Public Cloud betrieben wird. Für seine Qlik Hybrid Cloud will der BI-Spezialist künftig Microservices bereitstellen. Es liegt indes nahe anzunehmen, dass nur Qlik Sense und das mit Idevio eingekaufte Produkt GeoAnalytics dafür nutzbar sind.

Wichtige Partner

Ab nächstem Jahr will Qlik mit seinen Partnern auch Managed Services anbieten. „Unser Partnergeschäft wächst in der DACH-Region zweistellig“, so Jochheim. Und mit Partnerlösungen lässt sich auch der Mittelstand besser adressieren, der im Partnergeschäft neun von zehn Kunden stellt. „Mit Cloudera als Big-Data-Partner lassen sich nun auch größere Kunden ansprechen“, so Jochheim. Um große Kunden wie BMW, Daimler oder Deutsche Bahn anzusprechen, setzt Qlik indes auf dedizierte Sales-Teams.

IoT-Anwender

Die nächste Plattform der Bereitstellung ist Edge Computing, also der ganze IoT-Markt mit Serverless Apps. Der Energieerzeuger „Industrielle Werke Basel“ (IWB) verbindet IoT-Monitoring und -Reporting mit Predictive Support, indem er QlikView mit der IoT-Plattform von Microsoft Azure betreibt. Ziel des Monitorings und der Analyse von Windkraft- (WKA) und Solaranlagen ist es, die Auslastung und Produktivität zu erhöhen. Die dafür nötigen Sensoren zum Gesamtpreis von 40.000 Euro haben sich schnell wieder amortisiert: Die Produktivitätssteigerung beträgt rund 7.000 Euro pro Monat, bei einer durchschnittlichen Laufzeit einer WKA von 15 bis 20 Jahren.

Industrie-4.0-Anwender

Die deutsche Benz GmbH Werkzeugsysteme wollte den Auslastungsgrad und den Einsatz ihrer Maschinen im Shop-Floor-Management optimieren. Im Rahmen von Industrie 4.0 versah Benz GmbH Werkzeugsysteme 25 Ressourcen mit iBeacons, also kleinen Bluetooth-Sendern, die jeweils eine UID senden. Diese Sensordaten lassen sich mit einem Bluetooth-fähigen Tablet-PC und einer entsprechenden Software abrufen, verarbeiten und verknüpfen. „Wir wollten die Möglichkeit haben, maschinenspezifische Kennzahlen per Tablet direkt in der Produktionshalle an der jeweiligen Maschine abrufen und den zuständigen Mitarbeitern präsentieren zu können – digital und ganz ohne Papierausdrucke“, berichtet Pascal Oldak, bei Benz zuständig für Auftragssteuerung und Controlling. Mit Qlik Sense erfolgte die Datenvisualisierung auf dem Tablet.

„Nach der erfolgreichen Ressourcenoptimierung und Fertigungsflexibilisierung durch den Einsatz der Software Felios von Inform sowie von QlikView sollte das Shop-Floor-Management durch mobile, dynamische Dashboards optimiert werden, mit denen Produktivitätskennzahlen und Auswertungen jeder Maschine vor Ort auf dem Tablet-PC abbildbar sind.“ Zeitnah sollen verschiedene KPIs und Anwendungen aus den Bereichen Einkauf, Vertrieb und Finanzen von QlikView auf Qlik Sense migriert werden. Zudem plant Benz, Informationen für die täglichen Shop-Floor-Runden von Einkauf, Fertigung und Montage mit Qlik Sense-Applikationen auf Tablets respektive Monitore in der Werkshalle zu visualisieren.

Augmented Intelligence

Was Qlik auf der Ebene der Analytics bereits seit vielen Jahren offeriert, sind Search & Discovery, Self-Service und Datenvisualisierung, Web Apps und Mobil-Apps sowie Embedded Intelligence. Da das Thema Machine Learning und KI unvermeidbar geworden ist, drängt auch Qlik auf dieses Feld und nennt seine Geschmacksvariante „Augmented Intelligence“ (AI). Die Algorithmen präsentieren dem Nutzer ein Ergebnis, eine Erkenntnis, aber dem Menschen ist die letzte Entscheidung überlassen. Mit Sprach- und Bildunterstützung soll diese Art von KI künftig dem Kunden eine „Augmented Experience“ bieten.

„Daten verleihen Argumenten Gewicht und helfen dabei, bessere Entscheidungen zu treffen“, erklärt Robert Schmitz, General Manager Central and Eastern Europe bei Qlik. „Das wird immer wichtiger, denn im Alltag haben wir es mit einer stets wachsenden Datenfülle zu tun – und es wird immer notwendiger, kompetent damit umzugehen.“ Und vor allem produktiver und schneller.

Von Chatbots war auf so manchem Partnerstand die Rede und Qlik stellte seinen Qlik Sense Bot vor. Der mobile Bot (Android, iOS, Windows) arbeitet wie die bekannten sprechenden Assistenten Cortana, Alexa usw., stützt sich auf die APIs in der Qlik Analytics Platform und ist mit einer bestimmten Analytics-App verknüpft. Er sendet seine Meldungen per Messenger (Telegram.org, MS Live Messenger, Slack.com) oder Sprachausgabe (mit ((https://savvy.yseop.com/ oder https://narrativescience.com/. Befehle können eingetippt oder gesprochen werden, beispielsweise „KPIs“. Der Bot gibt Text, Visualisierungen und Alerts aus, je nach Bedarf, ist also ein wirklich nützlicher digitaler Assistent.

Associative Analytics

Was ist unter „Assoziativer Datenanalyse“zu verstehen, mag sich der Interessent fragen. Wie Stefan Jochheim, der Leiter des Partnergeschäfts in der Region Zentral- und Osteuropa, erläuterte, handelt es sich dabei um eine in-memory ausgeführte Nicht-SQL-Datenbanktechnologie. „Dabei präsentiert Qlik nicht bloß die gefragten Werte, sondern auch die ungefragten – in zwei weiteren Wert-Kategorien. Manchmal sind diese ungefragten, meist verborgenen Befunde die wertvolleren.“ Das dürfte gerade bei Massendaten, die häufig unstrukturiert sind, zu einem höheren Grad an Nutzung und Erkenntnis beitragen.

Weitere Neuheiten

Viele Datenbearbeiter verbringen bis zu 80 Prozent ihrer wertvollen Arbeitszeit mit Datenaufbereitung. Das geht jüngst aus dem BARC BI Survey hervor, wonach Sachbearbeiter viel Zeit darauf verwenden, Daten aufzubereiten. Schließlich können sie Analysen nur auf bereinigte, vereinheitlichte, vollständige und freigegebene Daten anwenden. Mehr als die Hälfte der befragten über 3.000 Anwender (54 Prozent) aus 92 Ländern nutzen entsprechende Tools, aber nur gut vier von zehn Anbietern messen laut BI Survey dem Thema ein hohes Implementierungsniveau zu.

Für diesen Anwendungsfall stellt Qlik nun die visuelle Datenaufbereitung anhand des Smart-Data-Load-Algorithmus bereit. Zusammen mit der assoziativen Arbeitsweise Qliks erlaubt es der Algorithmus, mit dem Befehl „Synchronize Scripted Tables“ zwei Tabellen aufeinander abzubilden (Mapping), ja, sogar drei und mehr Tabellen miteinander zu verketten.

Um Tabellen wie etwa „Bestellungen“, „Rechnungen“, „Lieferungen“, „SAP alt“ und „SAP neu“ zu verketten und daraus die gewünschten Kennzahlen für ein Dashboard oder einen Report abzuleiten, hat Qlik einen entsprechenden digitalen Assistenten bereitgestellt. Mit diesem lassen sich die geeigneten Schlüsselfelder für die KPIs finden und auswählen.

In GeoAnalytics kann der Assistent beispielsweise Empfehlungen für die Verlagerung von Läden geben, sobald ein mächtigerer Konkurrent ins Verbreitungsgebiet eindringt. Dahinter liegt eine Recommendation Engine, wie man sie von Webshops oder Suchmaschinen kennt. Qlik macht also Qlik Sense nicht nur kollaborativer und bedienfreundlicher, sondern auch schlauer. Alles zusammen soll den Nutzwert der Plattform für die Anwender erhöhen.

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