Nachbericht Qlik Connect 2025 Qlik stellt Plattformebene für KI-Agenten vor

Von Michael Matzer 4 min Lesedauer

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Auf seiner Kundenkonferenz Qlik Connect 2025 stellte der BI- und KI-Spezialist in Orlando seine Neuheiten vor. Dazu gehört das Qlik Open Lakehouse, die „Agentic AI Experience“ sowie mehrere eingebettete KI-Agenten.

Die Architektur des neuen Qlik Open Lakehouse sammelt strukturierte, halbstrukturierte und unstrukturierte Daten, um sie den Applikationen bereitzustellen: BI, Machine Learning, Data Science und Streaming Analytics (letztere ab der zweiten Hälfte 2025).(Bild:  Qlik)
Die Architektur des neuen Qlik Open Lakehouse sammelt strukturierte, halbstrukturierte und unstrukturierte Daten, um sie den Applikationen bereitzustellen: BI, Machine Learning, Data Science und Streaming Analytics (letztere ab der zweiten Hälfte 2025).
(Bild: Qlik)

Qlik Open Lakehouse richtet sich an Unternehmen, die unter dem Druck stehen, schneller zu skalieren und Kosten zu senken. Die vollständig verwaltete Apache-Iceberg-Lösung sei nahtlos in die Qlik Talend Cloud integriert und ermögliche Echtzeit-Datenaufnahme, automatisierte Optimierung und Multi-Engine-Interoperabilität – ganz ohne Herstellerbindung oder operativen Mehraufwand.

Die Abfrageleistung sei laut Hersteller zweieinhalb- bis fünfmal höher, während sich die Infrastrukturkosten um bis zu 50 Prozent senken ließen. Gleichzeitig bleibe die volle Kompatibilität mit den gängigsten Analyse- und Machine-Learning-Engines erhalten. „Unternehmen setzen zunehmend auf Lakehouse-Architekturen, um Daten aus On-premises- und Cloud-Umgebungen zu vereinheitlichen“, erklärt Matt Aslett, Director of Research, Analytics and Data bei ISG Software Research.

Mit der Echtzeit-Ingestion im Unternehmensmaßstab sei die Verarbeitung von Millionen Datensätzen pro Sekunde aus Hunderten von Quellen – darunter Cloud-Anwendungen, SaaS, SAP und Mainframes – mit minimaler Latenz und hohem Durchsatz direkt in Iceberg-Tabellen realisierbar.

Das Lakehouse erledige die „Intelligente, vollständig automatisierte Iceberg-Optimierung“. Der kontinuierlich aktive, adaptive Iceberg-Optimierer von Qlik übernehme automatisch Verdichtung, Clustering und Pruning. Dadurch würden Abfragen bis zu fünfmal schneller und die Speicherkosten um bis zu 50 Prozent reduziert, ganz ohne manuellen Anpassungsaufwand.

Warum aber Open Lakehouse, mag sich der Interessent fragen. Qlik sagt, es sei „offen konzipiert und interoperabel durch Standards“: „Unternehmen erhalten direkten Zugriff auf ihre Daten mit einer Vielzahl von Iceberg-kompatiblen Engines – darunter Snowflake, Amazon Athena, Apache Spark, Trino und SageMaker – ohne Replatforming oder erneute Datenverarbeitung.“

Die Lösung laufe nativ in der AWS VPC (Virtual Private Cloud) der Unternehmen nach dem Prinzip „Bring Your Own Compute“ (BYOC) und ermögliche so die volle Kontrolle über Performance, Sicherheit und Kosten. Von Ingestion und Transformation über Governance und Datenqualität bis hin zur FinOps-Transparenz würden Unternehmen von einer durchgängigen Lakehouse-Erfahrung profitieren. Qlik Open Lakehouse sei ab sofort als Private Preview verfügbar und werde voraussichtlich im Juli 2025 allgemein erhältlich sein.

Agentic Experience

Mit der Qlik-Cloud-basierten Lösung „Agentic AI Experience“ sollen Entscheider über eine einfache Benutzeroberfläche spezialisierte KI-Agenten zusammenbauen können, die direkt auf die Qlik Engine zugreifen können. Die Erstellung erfolge in natürlicher Sprache mithilfe eines Chatbots.

„Qlik Answers“, das im Jahr 2024 für unstrukturierte Daten eingeführt wurde, vereint strukturierte und unstrukturierte Daten in einer einzigen, natürlichsprachlichen Anwendung. Die Lösung liefere verlässliche Antworten und ermögliche automatisierte Aktionen, sagt Mike Capone, der CEO von Qlik.

Der „Discovery Agent“, der auf der diesjährigen Qlik Connect erstmals vorgestellt wurde, identifiziert proaktiv kritische Risiken und Chancen über verschiedene Anwendungen und Datensätze hinweg. Die gewonnenen Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen werden den Anwendern in einem personalisierten Feed bereitgestellt.

Der als Konzept vorgestellte „Pipeline-Agent“ soll es Benutzern erlauben, die gewünschten Geschäftsergebnisse im Dialog zu beschreiben. Anschließend würden automatisch Empfehlungen ausgesprochen und die erforderlichen Datenpipelines entworfen.

„Die neue Agentic Experience schließt die Lücke zwischen Daten, Entscheidungen und Ergebnissen“, sagt Mike Capone. „Anwender brauchen Lösungen, die sich nahtlos in den Arbeitsalltag integrieren und verlässliche Antworten im jeweiligen Kontext liefern. Genau das bietet die Agentic Experience: Sie spiegelt wider, wie Entscheidungen in Unternehmen tatsächlich getroffen werden.“ Die Einführung der Qlik Agentic Experience ist für diesen Sommer geplant und startet mit privaten Previews.

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Neuer Intelligence Layer

Qlik zieht einen neuen Intelligence Layer auf seiner Plattform ein. Diese Ebene besteht vor allem aus Automation und KI-Agenten, die eingebettet sind. Notwendig sei diese Ebene, weil Dashboards und Vorhersagemodelle eben nur Information liefern, aber keine Handlungs- und Entscheidungsempfehlungen, so Brendan Grady, Executive Vice President und General Manager der Analytics Business Unit von Qlik. „Zu viele Systeme liefern Erkenntnisse erst im Nachhinein. Wir entwickeln etwas anderes: eine Plattform, auf der KI relevante Ereignisse erkennt, sie im Kontext präsentiert und sofortiges Handeln ermöglicht – und das alles innerhalb der Analytics-Umgebung.“

Der Discovery Agent, die neuen multivariaten Zeitreihenprognosen sowie Write Table und Table Recipe arbeiten zusammen, um ein zentrales Problem zu lösen: den Übergang von fragmentierten Erkenntnissen zu nahtloser Umsetzung im großen Maßstab, die der Nutzer intuitiv realisieren soll. Qlik AutoML wird in Qlik Predict umbenannt und Qlik Application Automation in Qlik Automate, um diesen Wandel zu reflektieren.

Mit dem Discovery Agent sollen Führungskräfte Geschäftsveränderungen nicht mehr manuell verfolgen oder Daten durchforsten müssen. Der Agent überwache kontinuierlich die Performance über Anwendungen und Datensätze hinweg. Kritische Risiken und Chancen würden automatisch erkannt und Führungskräften in einem personalisierten Feed samt Handlungsempfehlungen präsentiert.

Die Funktion der multivariaten Zeitreihenprognose, integriert in Qlik Predict (ehemals AutoML), gehe über Einzelvariablen-Prognosen hinaus und modelliere die volle Komplexität von Geschäftsbedingungen. Durch die Analyse von Zusammenhängen zwischen abhängigen Variablen – wie Preisgestaltung, Kampagnenaktivität, Saisonalität und wirtschaftlichen Signalen – entstünden präzisere Prognosen, die die Realität besser abbildeten.

Mit „Write Table“ könnten Anwender Datensätze direkt in Analysetabellen kontextualisieren. Dabei erfolge eine sofortige Synchronisierung über Sitzungen hinweg, sodass kein erneutes Laden erforderlich sei. Diese Funktion verbessere die kontextbezogene Datenüberprüfung und schaffe die Grundlage für ein geregeltes Zurückschreiben in Systeme wie SAP, Salesforce und Snowflake und sei somit ein wichtiger Bestandteil von Qliks langfristiger Vision für integrierte, handlungsfähige Analysen.

Table Recipe biete eine optimierte, tabellenähnliche Oberfläche zur Vorbereitung von Einzeltabellen-Datensätzen, ganz ohne Skripte oder komplexe Modellierung. Nutzer könnten Daten mit über 60 visuellen Funktionen bereinigen, umwandeln und formatieren und Änderungen in Echtzeit sehen. So könnten auch nicht-technische Anwender hochwertige Daten schnell aufbereiten und den Weg zu verlässlichen Erkenntnissen beschleunigen.

Discovery Agent, multivariate Zeitreihenprognose, Write Table und Table Recipe stehen ausgewählten Kunden dieses Jahr als Private Preview zur Verfügung. Die allgemeine Verfügbarkeit erfolge schrittweise ab Sommer 2025.

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