3D-Guidance ohne Tracker Paderborner Start-up macht aus 2D-Röntgenbildern eine 3D-OP-Navigation

Von Berk Kutsal 1 min Lesedauer

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Intraoperative Navigationssysteme brauchten bislang aufwendige optische Tracking-Hardware. Das Paderborner Start-up Metamorphosis GmbH verfolgt einen anderen Ansatz: Ihre Software rekonstruiert aus 2D-Röntgenbildern in Echtzeit eine 3D-Orientierung im Operationsfeld. Das erste Produkt ist jetzt auf dem Markt.

Auf der AAOS-Jahrestagung im März 2026 in New Orleans wurde das System „VELYS Trauma AI-Assisted Surgery" vorgestellt. (Bild:  Metamorphosis GmbH)
Auf der AAOS-Jahrestagung im März 2026 in New Orleans wurde das System „VELYS Trauma AI-Assisted Surgery" vorgestellt.
(Bild: Metamorphosis GmbH)

Klassische chirurgische Navigationssysteme orientieren sich über externe Referenzpunkte: Optische Tracker erfassen Instrumente und Patientenanatomie im Raum und berechnen daraus die Position im Operationssaal. Das funktioniert, setzt aber voraus, dass Chirurgen zusätzliche Hardware aufbauen, kalibrieren und im Sichtfeld halten. Bei der Versorgung akuter Frakturen unter Zeitdruck gilt das als zu aufwendig für den Alltag.

Die Metamorphosis GmbH, eine Ausgründung der Universität Paderborn, will das Problem anders angehen. Ihre Software analysiert die Fluoroskopieaufnahmen, die im Operationssaal ohnehin entstehen, und leitet daraus automatisch eine 3D-Registrierung ab: Wo liegt die Fraktur? Wie ist das Implantat positioniert? Wo befindet sich das Instrument? Die Orientierung im Raum entsteht rechnerisch aus dem Bildmaterial. Besonders praxisrelevant: Das System läuft auf einem Laptop und arbeitet mit unmodifizierten Chirurgieinstrumenten sowie vorhandener Bildgebungsinfrastruktur.

Das erste Produkt heißt VELYS Trauma AI-Assisted Surgery. Entwickelt wurde es gemeinsam mit DePuy Synthes, der Orthopädie-Sparte von Johnson & Johnson MedTech. Metamorphosis ist offizieller Hersteller und hält die FDA-510(k)-Zulassung. Das System ist Teil der VELYS-Plattform, mit der Johnson & Johnson seine gesamte Digital-Surgery-Strategie aufbaut.

Der initiale Anwendungsfall sind Femurfrakturen. Die Plattformarchitektur ist laut Unternehmen auf die Integration mit robotergestützten Systemen ausgelegt, weitere Indikationen in der Wirbelsäulenchirurgie befinden sich noch in der Entwicklung und sind noch nicht regulatorisch freigegeben.

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