Definition

Was ist Cortana?

| Autor / Redakteur: Gedeon Rauch / Nico Litzel

(© aga7ta - Fotolia)

Lange galt Microsoft Windows als nicht so cool, kreativ und ästhetisch wie Mac OS. Seit Windows 10 arbeitet Microsoft aber an einem Imagewechsel. Die Sprachassistentin Cortana steht dabei im Mittelpunkt.

Der Name Cortana mag nicht jedem ein Begriff sein, hat er seinen Ursprung doch in der beliebten „Halo“-Spielserie für Microsofts Konsole Xbox. Dort bezeichnet Cortana die virtuelle Assistentin des Spielers. Da lag es für die Entwickler Zig Serafin und Larry Heck nahe, ihrem digitalen Assistentin für Microsofts Systeme just diesen Codenamen zu geben. Nach einer Petition der User wurde der Name aber beibehalten, sodass Microsofts Sprachassistentin nun auf „Hey Cortana!“ hört.

Cortanas Fähigkeiten als persönliche Assistentin

Wie Siri oder die Sprachfunktion in Androidgeräten kann auch Cortana bestimmte Erinnerungen schreiben, E-Mails und Nachrichten verschicken, Termine verwalten, Listen erstellen, das Netz durchsuchen oder Apps öffnen. Auch für ein wenig Small Talk steht Cortana zur Verfügung. Es gibt einige nette Scherze, die Cortana beherrscht und die ihr etwas mehr Charakter und „Menschlichkeit“ verleihen. Cortana schafft es dabei, intelligente, semantische Verknüpfungen für User zu erstellen. Wollen Nutzer etwa ihren besten Freund nach einer bestimmten Sache fragen, kann Cortana sie das nächste Mal, wenn er anruft, daran erinnern. Das funktioniert natürlich auch ortsgebunden.

Cortana ist nicht nur für Windows, die Xbox und Windows Phone verfügbar, die App steht auch für Android und iOS zur Verfügung und wird zwischen allen Geräten synchronisiert. Eine komfortable Option ist die Eingabe von Text auf Windows-PCs, so kann Cortana auch in Cafés oder im Büro komfortabel genutzt werden.

Persönliche Interessen – Cortana lernt den Nutzer kennen

Was Cortana von anderen Sprachassistenten unterstützt, ist ihr integriertes Notizbuch. In diesem sammelt sie persönliche Daten des Users, das lässt sich natürlich auch jederzeit einsehen und von Nutzerseite aus einschränken.

Mit diesen persönlichen Daten lernt Cortana ihren Nutzer besser kennen und erfährt etwas über dessen Vorlieben. Das erlaubt es Cortana, natürlicher zu interagieren. User müssen etwa nicht jedes Mal den Namen ihres Vereines oder ihres Lieblingsrestaurants aussprechen. Dabei greift Cortana nicht nur auf Fragen zurück, die direkt an sie gerichtet wurden, sondern auch auf Suchen im Windows-Startmenü.

Auch im mathematischen und statistischen Bereich bietet Cortana eine erstaunliche Weitsicht: Sie kann nicht nur mathematische Gleichungen lösen, sondern ist auch in der Lage, Ergebnisse in vielen Sportarten vorauszusagen. Bei der WM 2014 tippte sie etwa die ersten 14 Partien korrekt.

Pläne und Ausblicke für Cortana

Derzeit (Stand Anfang 2017) arbeitet Cortana in acht Sprachen und besitzt in diesen Sprachen eine natürliche Spracherkennung, die von Tellme Networks entwickelt wurde. Tellme gehört seit 2007 zu Microsoft, die semantische Datenbank trägt den Namen Satori (was in der Übersetzung Erleuchtung bedeutet).

Auch im Bereich Smart Home engagiert sich Microsoft stärker mithilfe von Cortana, die als Schnittstelle zwischen Hauseigentümer und Technik fungiert. Dabei arbeitet Microsoft laut eigenen Aussagen daran, Cortana zur persönlichen Assistentin in jedem Haushalt zu machen, ein großer Teil der strategischen Ausrichtung des Unternehmens hängt derzeit an der Sprachassistentin. Anders als Amazons umsatzgesteuerte Alexa oder Googles Such-Engine soll Cortana sich vor allem durch ein gesteigertes Maß an Produktivität auszeichnen. Und dazu gehört nicht nur die Fähigkeit der natürlichen Spracherkennung, sondern vor allem Cortanas Kenntnis ihres Nutzers. Das erst macht die Assistentin persönlich.

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