Nachbericht Qlik Data Revolution Tour 2019

Qlik setzt auf Augmented Intelligence und die Multi-Cloud

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Nico Litzel

Das Analytics-Portfolio von Qlik ist im Jahr 2019 umfangreich geworden.
Das Analytics-Portfolio von Qlik ist im Jahr 2019 umfangreich geworden. (Bild: Qlik)

Auf der Kundenveranstaltung „Data Revolution Tour 2019“ zeigte der BI-Anbieter Qlik die breite Palette seiner Angebote in einer Multi-Cloud-Plattform. Sie werden u. a. bei Porsche AG genutzt. An Neuheiten stellte die Forschungsleitern Elif Tutuk „Qlik Insight Bot“ und „Qlik Insight Advisor“ mit Sprachunterstützung vor.

Augmented Intelligence, jüngste Updates
Augmented Intelligence, jüngste Updates (Bild: Qlik)

Der Qlik Insight Bot nutzt Kontext- und Spracherkennung (NLP), um dem Nutzer verbreiteter Messaging-Tools gesprochene Auskünfte zu erteilen. Der Chat-Bot ist das sprechende Front-End des Qlik Insight Advisors, der anhand Qliks Assoziativer BI-Engine Erkenntnisse zu gesprochenen Fragen liefert und diese auch visuell als Diagramme darstellen kann. Ein Diagramm könnte beispielsweise die „Vorhersage des Gesamtumsatzes im nächsten Quartal“ darstellen. Die Nutzung von Machine Learning, Assoziativem bzw. Kognitivem Index und NLP fällt bei Qlik unter die Rubrik „Augmented Intelligence“, denn diese erweitert die Intelligenz des menschlichen Benutzers.

Solche Diagramme und Text-Nachrichten lassen sich an geeignete Empfänger und Dashboards weiterleiten. Collaboration wird in Qliks Reporting- und Analyse-Lösung großgeschrieben, erhöht sie doch die Produktivität eines Teams. Qlik Sense [PDF], das u. a. bei Porsche genutzt wird, hat mittlerweile weitere Leistungsmerkmale erhalten, die es für den unternehmensweiten Einsatz tauglich machen.

Multi-Cloud und KI

Qliks Multi-Cloud-Architektur unterstützt auch Kubernetes und Windows.
Qliks Multi-Cloud-Architektur unterstützt auch Kubernetes und Windows. (Bild: Qliik)

Qlik Sense Enterprise lässt sich wegen seiner Multi-Cloud-Fähigkeit auf mehreren Cloud-Plattformen wie etwa AWS oder MS Azure bereitstellen. Qlik unterstützt mittlerweile auch Container, die mit Kubernetes verwaltet werden. Durch die Integration mit Snowflake können die Kunden ein Data Warehouse abgesichert auf mehreren Clouds betreiben und diesen Daten-Pool mithilfe von Qlik Sense abfragen. Qlik Sense selbst nutzt In-Memory-Datenverarbeitung. Nach den Worten von James Fisher, Senior Vice President Strategic Marketing bei Qlik, sei neben AWS etc. und Snowflake nur noch das Tool DataRobot nötig, um ein Modell für das Machine Learning zu erzeugen, das diese Daten verwertet.

Elif Tutuk, Associate Vice President of Research, Qlik
Elif Tutuk, Associate Vice President of Research, Qlik (Bild: Qlik)

Dieses Modell lässt sich innerhalb des Analytics-Frameworks in Qlik mehrfach nutzen, beispielsweise im Insight Advisor und im Insight Bot). Wie ein Data Scientist dabei im Einzelnen vorgehen kann, blieb indessen offen. Auch die Nutzung von Streaming-Daten aus Apache Kafka befindet sich nach Angaben von Elif Tutuk noch im Alpha-Stadium. Mit Kafka und einer Rules Engine soll die Erkennung von Anomalien in Echtzeit beschleunigt werden können. Denkbar wäre etwa Betrugserkennung. Für die Datenspeicherung integriert Qlik inzwischen Cloud-Storage wie etwa AWS S3, Azure und Hadoop HDFS.

Datenkatalog

Damit auch die Datenqualität stimmt, bietet Qlik mit dem „Data Catalyst“ einen einheitlichen Katalog aller Unternehmensdaten an. Das hinzugekaufte Unternehmen Attunity liefert dafür die nötige Daten-Integrationsplattform. Für die Rolle des Data Stewards oder des Data Engineers bietet Qlik Data Catalyst Funktionen, um regelwidrige Daten zu transformieren, zu reinigen und ihre Herkunft aufzuklären. Das ist also für das Daten-Management – neudeutsch auch „DataOps“ genannt – die zentrale Anlaufstelle.

Qlik übernimmt Attunity

Big Data Management

Qlik übernimmt Attunity

05.03.19 - Der Data-Analytics-Spezialist Qlik wird mit Attunity einen Experten für Datenintegration und Big-Data-Management übernehmen. Die Akquisition soll vor allem die Datenverwaltungsfunktionen der Qlik Analytics Platform stärken. lesen

Kürzlich erfolgte Erweiterungen des Hauptprodukts Qlik Sense.
Kürzlich erfolgte Erweiterungen des Hauptprodukts Qlik Sense. (Bild: Qlik)

Der Data Steward kann hier nach Vorgaben der DSGVO und anderer Gesetze Daten durch Pseudonymisierung und Anonymisierung maskieren, um Personendaten zu schützen (Qlik bietet sechs Methoden an). Ab der im September 2019 veröffentlichten Version bietet Qlik Data Catalog nun auch die Qlik QVDs (QlikView Data) katalogisiert an. QVDs enthalten Tabellen, die aus QlikView exportiert werden. Dadurch können sie jetzt auch von anderen BI-Lösungen problemlos genutzt werden.

Vom Data Catalyst aus lassen sich verschiedene Datenveröffentlichungen anstoßen, und zwar nicht nur nach Qlik Sense, sondern auch in Power BI – Qlik unterstützt Microsoft Windows auf breiter Basis. Da die Qlik-Plattform den Nutzer nicht nur mit Reports, Analysen und Erkenntnissen versorgt, sondern ihm auch zu Aktionen verhelfen soll, ist natürlich jedes denkbare mobile Endgerät ein Ziel solcher Publikationen. Responsive Design sorgt dafür, dass der Inhalt der Nachricht an die Darstellungsmöglichkeiten des jeweiligen Endgeräts angepasst wird.

Offenheit

Das plant Qlik als nächstes für sein Hauptprodukt Qlik Sense.
Das plant Qlik als nächstes für sein Hauptprodukt Qlik Sense. (Bild: Qlik)

James Fisher sieht die Offenheit und Unabhängigkeit von BI-Plattformen und ihrer Anbieter in Gefahr. Salesforce hat ja nicht nur MuleSoft gekauft, sondern auch ein halbes Dutzend Firmen, um daraus „Einstein“-Analytics zu formen. Auch Google habe zugekauft, ebenso SAP, wenn auch im Bereich Customer Experience (CX). „Das Ziel dieser Cloud-Plattformen besteht darin, ein Maximum an Daten zu erlangen, um diese auswerten zu können“, so Fisher. Ein Nebeneffekt ist eine Art Vendor-Lock-in, also die Gebundenheit an einen einzigen Anbieter, der wie ein Kaufhaus alles Nötige in einem Bauchladen offeriert.

Qlik verfolge indes den Weg der Offenheit und lasse seinen Kunden die Freiheit der Wahl, welche Cloud sie als Bereitstellungsort für ihre Qlik-Plattform wollen. „Sie bekommen stets nur eine Lizenz, ohne jeden Aufpreis“, so Fisher.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46263965 / Analytics)