Nachbericht Microstrategy Symposium München

Microstrategy stellt das „Intelligent Enterprise“ vor

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Nico Litzel

Ralf Keul, VP Sales Engineering, stellte in seiner Keynote das Konzept des Intelligent Enterprise vor, das die Digitale Transformation fördert.
Ralf Keul, VP Sales Engineering, stellte in seiner Keynote das Konzept des Intelligent Enterprise vor, das die Digitale Transformation fördert. (Bild: Microstrategy)

„Intelligent Enterprise“ ist eines der Konzepte, das der BI-Spezialist Microstrategy kürzlich auf einem Symposium in München seinen Kunden präsentierte. Der Begriff umfasst u. a. Cloud, Mobile, allgegenwärtige Daten, Machine Learning und natürliche Sprache.

Das Konzept des Intelligent Enterprise umfasst zahlreiche Schichten und Module.
Das Konzept des Intelligent Enterprise umfasst zahlreiche Schichten und Module. (Bild: Microstrategy)

Der nach wie vor privat geführte BI-Spezialist Microstrategy sieht sich zusammen mit seinen Kunden auf einer Reise zu einem umfassenden Informationskonzept, den das Unternehmen als „Intelligent Enterprise“ bezeichnet. „Unsere Mission besteht darin, unsere Kunden auf der Transformation zum Intelligent Enterprise zu unterstützen“, bekräftigt Ralf Keul Vice President Sales Engineering, EMEA. Das Intelligent Enterprise unterstreicht unseren Anspruch, jedem befugten Mitarbeiter jede gewünschte Information jederzeit und überall in jeder gewünschten Form bereitzustellen.“

Wiederverwendung

Aufbau der Plattformarchitektur von Microstrategy.
Aufbau der Plattformarchitektur von Microstrategy. (Bild: Microstrategy)

Das bedeutet aber nicht, vorhandene Investition zum alten Eisen zu werfen. „Unsere Kunden setzen einerseits auf ihre soliden Data Warehouses, andererseits füllen sie kontinuierlich ihre Data Lakes mit aktuellsten Daten“, berichtet der Sales Engineering Manager. „Sie wollen also beides, und der Weg, um beides unter einen Hut zu bringen, ist die Einrichtung einer leistungsfähigen und agilen Metadatenschicht.“ Diese semantische Schicht sei mit mehr als 150 Konnektoren zu zahlreichen Datenquellen ausgestattet und liefere zahlreiche spezifische Optimierungen und ergänzende Dienste zu den Datenquellen und Artefakten in der BI-Architektur.

Keul weiter: „Auf diese Weise erreichen unsere Kunden zwei Ziele: Sie können erstens ihre Investitionen, Anwendungen und Prozesse wiederverwenden und zweitens eine interne ,Single Version of the Truth‘ verwenden, auf die weitere Anwendungen, Berichte und Dashboards zugreifen.“ Mit der Metadatenschicht vermieden sie die Entstehung von Fragmenten, doppelten Investitionen und eine Schatten-IT. Letztere entstünde, wenn die Fachanwender zu lange auf die IT warten müssten.

Dossiers

Beispiel-Dashboard in Microstrategy.
Beispiel-Dashboard in Microstrategy. (Bild: Microstrategy)

Microstrategy war schon immer stark im Enterprise Reporting. Der Kunde kann jeden Report pixelgenau gestalten. Aber der Hersteller hat das Konzept erheblich erweitert. Ralf Keul berichtet: „Mit unserer Plattform unterstützen wir das Reporting, das im Responsive Design auf jedem Endgerät angepasst abgerufen werden kann, und Dossiers bereitstellt.“ Dossiers seien die Weiterentwicklung von Dashboards und „Visual Insights“, die wie ein Buch hierarchisch aufgebaut seien. Sie erlauben, alle Arten von interaktiven Reports und anderen Informationen aufzunehmen. Eine Sammlung von Dossiers wird in einer Library dargestellt. Der Nutzer, der häufig auf Managementebene zu finden ist, bekomme nur zertifizierte, geprüfte Informationen und nur solche, die für ihn und seine Rolle freigegeben wurden.

Sprachunterstützung und Augmented Reality

Sales Engineer Marian Plum präsentierte und demonstrierte Alexa, den Chatbot und Augmented Reality.
Sales Engineer Marian Plum präsentierte und demonstrierte Alexa, den Chatbot und Augmented Reality. (Bild: Microstrategy)

Das bedeutet unter anderem auch die Sprachausgabe mithilfe von Alexa und anderen Sprachassistenten. „Natural Language Generation (NLG) ist schon längst kein Hexenwerk mehr, sondern lässt sich mit Alexa-Pods, Echo-Dots und Smartphones realisieren.“ Damit ließen sich Speech-to-Text-Diktate realisieren, aber auch direkte Abfragen an das Microstrategy-System. „Unsere offene API ist sehr umfangreich und lässt sich beispielsweise für NLG einbetten.“

Das Gleiche gelte für Augmented Reality (AR). „Hier wurde unsere API mit KI-Bilderkennung sowie der AR-Technik von PTC Vuforia integriert. Wir haben klar erkannt, dass der Browser als Frontend einfach nicht mehr ausreicht.“ In Supermärkten, in Fabrik- und Lagerhallen wollten die Nutzer eben die Hände freihaben. Eine weitere Anwendung ist ein smarter Chatbot an, der für die Kundeninteraktion konzipiert wurde und der sich mithilfe von Machine Learning weiterentwickelt.

Produktstrategie „Mobile First“

Das neue Feature „HyperIntelligence“ wurde demonstriert: Es führt Suchergebnisse mit in Microstrategy hinterlegten Geschäftsdaten zusammen, beispielsweise mit Daten der Wettbewerber, und erleichtert so etwa Preisvergleiche – auf dem gleichen Bildschirm.
Das neue Feature „HyperIntelligence“ wurde demonstriert: Es führt Suchergebnisse mit in Microstrategy hinterlegten Geschäftsdaten zusammen, beispielsweise mit Daten der Wettbewerber, und erleichtert so etwa Preisvergleiche – auf dem gleichen Bildschirm. (Bild: Microstrategy)

Schon seit Jahren laute die Firmenstrategie „Mobile first“, so Keul. Die Unterstützung von mobilen Endgeräten, etwa mit NLG, führe erwiesenermaßen zu einer höheren und verbreiteten Benutzerakzeptanz und Nutzung der mobilen Apps und zu einem höheren Durchdringungsgrad beim jeweiligen Kunden.

Keul: „Heute setzen die User nicht mehr nur die Software eines Smartphones ein, sondern verwenden auch die Kamera, die GPS-Navigation und das Gyroskop.“ So lasse sich beispielsweise Mystery-Shopping in der Marktforschung realisieren. „Wichtig ist uns auch die Unterstützung von Wearables, mit der wir unser Version von der magischen Zahl für null bzw. nur einem Klick beim Informationszugriff näher kommen.“

Entscheidende Faktoren sind nach Keuls Ansicht: schnellerer Datenzugang und erhöhte Nutzung. Dies erzeuge wiederum sehr viel mehr Telemetriedaten als Bonus, die sich auf vielfältige Weise auswerten lassen. „Der Nutzer eines Dossiers kann etwa durch die Recommendation Engine darauf hingewiesen werden, dass es noch ähnliche Dossiers in der Firmen-Library gibt, die für ihn nützlich wären. In einem virtuellen Team Room kann er mit Kollegen zusammenarbeiten, Dokumente weiterleiten und seinerseits benachrichtigt werden.“ Microstrategy versteht sich demnach als Plattform für Informationen und Mobilität.

Datensicherheit

Auch für die Sicherheit des Datenaustauschs mit mobilen Mitarbeitern sei gesorgt. Sales Engineer Marian Plum erläutert: „Alle Daten, die gespeichert oder übertragen werden, sind mit einem 256-Bit-AES-Key verschlüsselt. Diese Vorgabe sei an jeden Nutzer gekoppelt, der auf befugte Weise unser System benutzt, sei es on-premise oder in der Microstrategy Cloud, die derzeit auf AWS und nächstes Jahr auch auf Azure betrieben wird.“ Das rollenbasierte Identitäts- und Zugriffssystem sorge für Datensicherheit, befugte Datennutzung und zulässige Inhalte. Das gelte auch für die Metadatenschicht. Die KPIs, die Analytiker und Fachanwender nutzen, seien alle geprüft und zertifiziert.

Demokratisierung der Datennutzung

Sowohl Informatiker in der IT als auch Fachanwender im Business anzusprechen, stellt den BI-Spezialisten vor eine Herausforderung. „Das ist in der Tat ein Spagat“, räumt Ralf Keul ein. „Die KPIs mit ihren Regeln aus der Business Rules Engine und den Algorithmen sind Artefakte, die der Data Scientist erstellt. Doch unsere Mission ist, wie gesagt, die Demokratisierung der Datennutzung: Wir wollen den Fachanwendern schnelle und einfach zugängliche Ergebnisse liefern, insbesondere auf mobile Endgeräte, sogar auf eine Smartwatch. Der Kontext für diese Lieferung ist stets personalisiert, denn überall wird der User identifiziert, sei es durch Bluetooth, die Usher-App für die mobile Identität, Beacons usw.“

Von der Erkenntnis zur Aktion

Die Roadmap seit v10.5
Die Roadmap seit v10.5 (Bild: Microstrategy)

Für alle BI-Anbieter gilt heutzutage, dass der Kunde seine Ergebnisse und Erkenntnisse schnell und unkompliziert haben möchte. "Von der Erkenntnis muss der Weg stets zur wohlfundierten Entscheidung und/oder Aktion führen", erläutert Keul „Eine Erkenntnis ist lediglich einen Cent wert, eine Aktion daraus einen Euro.“ Dafür habe Microstrategy seine „Transaction Services“ entwickelt, die nahtlos als Plattformdienst integriert seien. Ob im Web oder auf dem Smartphone erlauben sie es, direkt aus den gerade erzielten Erkenntnissen Aktionen wie etwa Bestellungen, Genehmigungen oder Budgetanpassungen vorzunehmen. „Gerade oder erst dadurch wird der eigentliche Wert der Information realisiert, was das Ziel aller unserer Anstrengungen ist“, fasst Keul zusammen.

Visualisierung mit Vitara

Ein Beispiel für Werkzeuge, die Kunden zu schnellen Ergebnissen und Einsichten verhelfen, sind die Vitara Charts, die der indische Partner Vitara anbietet. In einer Library, die als Plattform-Plug-in bereitliegt, bekommt der Nutzer 25 Visualisierungsmöglichkeiten angeboten, die er für Dashboards, Dossiers und Report Services nutzen kann. In einer Demo ließ sich die hohe Performance der Charts auf einem Laptop nachprüfen.

Der Anwender Scout24

Die Präsentation des Unternehmens Scout24.
Die Präsentation des Unternehmens Scout24. (Bild: Microstrategy)

Das Unternehmen Scout24 stellte auf dem Symposium seine auf Microstrategy basierende Lösung für Self-Service BI vor. Scout24 betreibt große digitale Marktplätze wie etwa AutoScout24 und ImmobilienScout24. Sieben von zehn Nutzern gehen mobil auf diese Portale, wo der Kontakt zwischen Anbietern und Suchenden vermittelt wird, was Keuls These von der mobilen BI-Nutzung untermauert.

Durch das dynamische Wachstum und den Plan, weitergehende Consumer Services zu entwickeln, stößt die IT-Infrastruktur mittlerweile an ihre Grenzen. „Wir sind ein datengetriebenes Unternehmen“, erläutert Krystyna Kurinna, Expert Teamlead DataAccess Services & Solutions bei der Scout24 AG. „Jeder zweite unserer 1.200 Mitarbeiter analysiert die Daten selbst.“ Die BI-Tools sind Microstrategy, Alation (als Data Catalog) und ein Hadoop-Cluster. Sie laufen alle bereits in der AWS Cloud.

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