Definition

Was ist Self-Service BI (Business Intelligence)?

| Autor / Redakteur: Tutanch / Nico Litzel

(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Self-Service Business Intelligence ermöglicht es Anwendern, selbst Berichte und Analysen zu erstellen, ohne dass hierfür eine Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung des Unternehmens erforderlich ist. Es stehen verschiedene Tools und Anwendungen zur Verfügung, die intuitiv bedienbar sind.

Self-Service BI (Business Intelligence), manchmal auch mit SSBI abgekürzt, gestattet es verschiedenen Abteilungen innerhalb eines Unternehmens, auf die Unternehmensdaten zuzugreifen und selbstständig Analysen oder Reports zu erstellen. Eine Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung ist hierfür nicht mehr grundsätzlich notwendig. Das spart Ressourcen und Arbeitszeit.

Die Analysen und Berichte unterstützen die verschiedenen Bereiche im Unternehmen bei ihren Entscheidungsprozessen. Um Self-Service Business Intelligence zu ermöglichen, muss der Zugang zum Data Warehouse über intuitiv bedienbare Tools und Anwendungen bereitgestellt werden. Die Fachabteilungen werden dadurch in die Lage versetzt, auf Daten zuzugreifen, sie aufzubereiten und sie zu analysieren. Schon bei der Einführung von Business-Intelligence-Anwendungen im Unternehmen ist darauf zu achten, dass das System Self-Services unterstützt.

Die Vorteile von Self-Service BI im Unternehmen

Da Fachanwender ihre Analysen und Berichte ohne fremde Hilfe erstellen, werden IT-Mitarbeiter und IT-Abteilungen entlastet. Sie können sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren und müssen sich nicht mit den verschiedenen Sichtweisen und Analyseoptionen unterschiedlicher Abteilungen beschäftigen. Individuelle Entwicklungsarbeiten für spezifische Auswertungen sind überflüssig. Sind die bereitgestellten Tools intuitiv bedienbar und die Verfügbarkeit der Daten den Anwendern transparent, sind für das Erstellen der Analysen und Reports keine tiefer gehenden technischen Kenntnisse erforderlich.

Gleichzeitig sind Auswertungen wesentlich schneller verfügbar. Entscheidungsprozesse lassen sich leichter mit Daten und Fakten unterfüttern, werden effizienter und versprechen mehr Erfolg. Self-Service BI steigert die Akzeptanz von Business-Intelligence-Lösungen innerhalb des Unternehmens. Jeder Mitarbeiter kann prinzipiell selbst auf die Daten zugreifen und eigene Analysen oder Prognosen erstellen und sich so von den Vorteilen des Einsatzes von Business Intelligence überzeugen. Aus den bereits vorhandenen Daten lassen sich mehr Informationen gewinnen, die in die Auswertungen der verschiedenen Abteilungen einfließen. Der Wert der Daten steigt und gleichzeitig reagiert das Unternehme wesentlich schneller auf die sich verändernden Marktgegebenheiten. Richtig eingesetzt, sichern sich Unternehmen entscheidende Wettbewerbsvorteile.

Gründe für die Entwicklung von Self-Service-BI-Lösungen

Klassische Business Intelligence Software war in der Vergangenheit sehr komplex und teilweise nur von IT-Spezialisten zu bedienen. Für das Erstellen von Auswertungen in den verschiedenen Unternehmensbereichen wie im Vertrieb, Marketing oder Finanzbereich war eine enge Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung erforderlich. IT-Mitarbeiter mussten den Fachabteilungen das erforderliche Datenmaterial erst bereitstellen.

Gleichzeitig entsteht in modernen Unternehmen die Notwendigkeit immer größere Datenmengen in immer kürzeren Zeiten zu verarbeiten, um die Entscheidungsprozesse effizient zu unterstützen. Die wenigen Spezialisten, die sich mit dem BI-System auskennen, sind dadurch schnell überlastet und die Erstellung von Reports benötigt zu viel Zeit. Die Problematik liegt auch darin begründet, dass die IT nicht mit dem Inhalt der Daten vertraut ist und die Fachabteilung die Möglichkeiten der Technik nicht im Detail kennt.

Abhilfe aus diesem Dilemma schafft der Self-Service-BI-Ansatz. Er bietet Anwendern Werkzeuge, mit denen diese die Daten selbst auswerten und visualisieren. Dank des technischen Fortschritts sind die Voraussetzungen geschaffen, den Anwendern direkten Zugriff auf alle relevanten Daten zu ermöglichen, ohne dass IT-Spezialisten eingreifen müssen.

Die wichtigsten Eigenschaften von Self-Service-BI-Tools und -Anwendungen

Um Anwendern einen einfachen Einstieg in die Analyse von Unternehmensdaten zu ermöglichen, sind Tools zur Verfügung zu stellen, die übersichtlich und funktional aufgebaut sind. Komplexe Anwendungen, die spezielle IT-Kenntnisse erfordern, sind zu vermeiden. Da Microsoft-Office-Anwendungen aus dem Arbeitsalltag der verschiedenen Abteilungen nicht wegzudenken sind, sind Oberflächen optimal, die Excel- oder Access-ähnliche Funktionen bieten beziehungsweise direkt in Office-Anwendungen integriert sind.

Vorteilhaft ist zudem die Möglichkeit, Analysen und Reports auch mobil von Geräten wie dem Smartphone oder dem Tablet zu erstellen. Die Informationen sind im Idealfall jederzeit verfügbar und können völlig ortsunabhängig genutzt werden. Hierzu gehört zudem der Zugriff auf Daten, Auswertungen und Berichten über den normalen Webbrowser und die bereitgestellte Netzanbindung. Zielführend sind darüber hinaus durch die Self-Service-BI-Tools unterstützte Teamfunktionen. So kann gemeinsam an Berichten und Analysen gearbeitet werden. Denkbar ist zum Beispiel die Zusammenarbeit von Marketing und Controlling.

Eine weitere Grundvoraussetzung für effiziente Self-Service-BI-Tools und -Anwendungen ist neben der Abfragemöglichkeit von Daten die Fähigkeit, Informationen in das System einzuspeisen. Anwender können aktuelle Daten der vorhandenen Datenbasis hinzufügen und erstellen Prognosen oder Analysen auf der Grundlage des aktuellsten Datenmaterials. Auch anderen Abteilungen stehen diese Daten quasi in Echtzeit für ihre spezifischen Analysen zur Verfügung.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

So klappt’s mit Microsoft Power BI

Business Intelligence mit Microsoft

So klappt’s mit Microsoft Power BI

Power BI gilt als eines der vielversprechendsten BI-Tools, doch viele Unternehmen tun sich schwer damit, den Self-Service-Ansatz, den Microsoft verfolgt, mit Governance und Reporting in Einklang zu bringen. Dieser Artikel soll einen Weg aufzeigen, wie Power BI erfolgreich eingeführt werden kann. lesen

Datengetriebene Unternehmenskultur steht im Fokus

BI Trend Monitor 2019

Datengetriebene Unternehmenskultur steht im Fokus

Das Business Application Research Center (BARC) hat im Rahmen seines BI-&-Data-Management-Kongresses den BI Trend Monitor 2019 veröffentlicht. Die Studie gibt einen Überblick über aktuelle Trendthemen auf dem BI-Markt. lesen

Microstrategy stellt das „Intelligent Enterprise“ vor

Nachbericht Microstrategy Symposium München

Microstrategy stellt das „Intelligent Enterprise“ vor

„Intelligent Enterprise“ ist eines der Konzepte, das der BI-Spezialist Microstrategy kürzlich auf einem Symposium in München seinen Kunden präsentierte. Der Begriff umfasst u. a. Cloud, Mobile, allgegenwärtige Daten, Machine Learning und natürliche Sprache. lesen

AWS stellt Kompetenzprogramm für Industrie-Partner vor

AWS Transformation Day 2018 in München

AWS stellt Kompetenzprogramm für Industrie-Partner vor

Amazon Web Services hat kürzlich in München sein neues "Industrial Software Competency Program" vorgestellt. In diesem Schulungs- und Zertifizierungsprogramm sind bislang 15 Partner mit 18 Lösungen vertreten, darunter Siemens, Infor und Autodesk. Es richtet sich speziell an solche Partner, die Lösungen für Kunden aus der Fertigungsindustrie anbieten. lesen

Business Intelligence – welches Tool kann was?

BI-Entscheidungshilfe

Business Intelligence – welches Tool kann was?

An Business-Intelligence-Lösungen besteht keine Mangel. Und so hat der potenzielle Nutzer die Qual der Wahl. Einen Überblick über die gängigsten BI-Tools, ihre Funktionalitäten sowie ihre Stärken und Schwächen vermittelt dieser Artikel. lesen

Die fünf größten BI-Irrtümer – und wie es wirklich aussieht

Kommentar von Robert Schmitz, Qlik

Die fünf größten BI-Irrtümer – und wie es wirklich aussieht

Daten: das „Gold des 21. Jahrhunderts“ – wirklich? Kommt darauf, denkt vielleicht mancher CEO oder CIO und stellt sich mit gemischten Gefühlen die Datensilos, die jahrelang eingefahrenen Reporting-Prozesse oder die großen Unterschiede zwischen den Fachabteilungen in seiner Organisation vor. Wo anfangen mit einer echten Datenstrategie, die auch Mehrwert generiert und nicht nur Ressourcen frisst? Wer soll den Data Lake überhaupt noch durchdringen, der in immer kürzeren Intervallen immer größer wird? lesen

Ein erster Blick auf Amazon QuickSight

Business Intelligence aus der Cloud

Ein erster Blick auf Amazon QuickSight

Self-Service BI ist schon seit Jahren der wichtigste Trend im Bereich Business Intelligence. Mitarbeiter in Fachbereichen erstellen Ad-hoc-Abfragen und analysieren Leistungsdaten. Mit QuickSight macht Amazon nun bekannten Cloud-Angeboten wie Qlik, Tableau, Microsoft PowerBI und SAP Lumira Konkurrenz. lesen

Business Intelligence Tools

E-Book von BigData-Insider

Business Intelligence Tools

Ab sofort steht das E-Book „Business Intelligence Tools“ von BigData-Insider für registrierte Leser kostenlos zum Download bereit. lesen

Erfolgreich personalisieren im Handel

Business Intelligence

Erfolgreich personalisieren im Handel

Auf dem Weg zu einer begeisternden Customer Experience hat sich die Personalisierung im Handel längst zu einer Art „heiliger Gral“ entwickelt. Schließlich bietet die datenoptimierte, individuelle und bedarfsgerechte Ansprache der Kunden große Chancen für eine gesteigerte Marketingeffizienz: Mehr Relevanz für höhere Conversions, weniger Marketinginvest in EDS-Umsatz sowie weniger Streuverlust und Überkontaktierung bergen im zunehmenden Wettbewerb um Kundenaufmerksamkeit immense Erfolgspotenziale. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44989005 / Definitionen)