Definition

Was ist Self-Service BI (Business Intelligence)?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Nico Litzel

(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Self-Service Business Intelligence ermöglicht es Anwendern, selbst Berichte und Analysen zu erstellen, ohne dass hierfür eine Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung des Unternehmens erforderlich ist. Es stehen verschiedene Tools und Anwendungen zur Verfügung, die intuitiv bedienbar sind.

Self-Service BI (Business Intelligence), manchmal auch mit SSBI abgekürzt, gestattet es verschiedenen Abteilungen innerhalb eines Unternehmens, auf die Unternehmensdaten zuzugreifen und selbstständig Analysen oder Reports zu erstellen. Eine Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung ist hierfür nicht mehr grundsätzlich notwendig. Das spart Ressourcen und Arbeitszeit.

Die Analysen und Berichte unterstützen die verschiedenen Bereiche im Unternehmen bei ihren Entscheidungsprozessen. Um Self-Service Business Intelligence zu ermöglichen, muss der Zugang zum Data Warehouse über intuitiv bedienbare Tools und Anwendungen bereitgestellt werden. Die Fachabteilungen werden dadurch in die Lage versetzt, auf Daten zuzugreifen, sie aufzubereiten und sie zu analysieren. Schon bei der Einführung von Business-Intelligence-Anwendungen im Unternehmen ist darauf zu achten, dass das System Self-Services unterstützt.

Die Vorteile von Self-Service BI im Unternehmen

Da Fachanwender ihre Analysen und Berichte ohne fremde Hilfe erstellen, werden IT-Mitarbeiter und IT-Abteilungen entlastet. Sie können sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren und müssen sich nicht mit den verschiedenen Sichtweisen und Analyseoptionen unterschiedlicher Abteilungen beschäftigen. Individuelle Entwicklungsarbeiten für spezifische Auswertungen sind überflüssig. Sind die bereitgestellten Tools intuitiv bedienbar und die Verfügbarkeit der Daten den Anwendern transparent, sind für das Erstellen der Analysen und Reports keine tiefer gehenden technischen Kenntnisse erforderlich.

Gleichzeitig sind Auswertungen wesentlich schneller verfügbar. Entscheidungsprozesse lassen sich leichter mit Daten und Fakten unterfüttern, werden effizienter und versprechen mehr Erfolg. Self-Service BI steigert die Akzeptanz von Business-Intelligence-Lösungen innerhalb des Unternehmens. Jeder Mitarbeiter kann prinzipiell selbst auf die Daten zugreifen und eigene Analysen oder Prognosen erstellen und sich so von den Vorteilen des Einsatzes von Business Intelligence überzeugen. Aus den bereits vorhandenen Daten lassen sich mehr Informationen gewinnen, die in die Auswertungen der verschiedenen Abteilungen einfließen. Der Wert der Daten steigt und gleichzeitig reagiert das Unternehme wesentlich schneller auf die sich verändernden Marktgegebenheiten. Richtig eingesetzt, sichern sich Unternehmen entscheidende Wettbewerbsvorteile.

Gründe für die Entwicklung von Self-Service-BI-Lösungen

Klassische Business Intelligence Software war in der Vergangenheit sehr komplex und teilweise nur von IT-Spezialisten zu bedienen. Für das Erstellen von Auswertungen in den verschiedenen Unternehmensbereichen wie im Vertrieb, Marketing oder Finanzbereich war eine enge Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung erforderlich. IT-Mitarbeiter mussten den Fachabteilungen das erforderliche Datenmaterial erst bereitstellen.

Gleichzeitig entsteht in modernen Unternehmen die Notwendigkeit immer größere Datenmengen in immer kürzeren Zeiten zu verarbeiten, um die Entscheidungsprozesse effizient zu unterstützen. Die wenigen Spezialisten, die sich mit dem BI-System auskennen, sind dadurch schnell überlastet und die Erstellung von Reports benötigt zu viel Zeit. Die Problematik liegt auch darin begründet, dass die IT nicht mit dem Inhalt der Daten vertraut ist und die Fachabteilung die Möglichkeiten der Technik nicht im Detail kennt.

Abhilfe aus diesem Dilemma schafft der Self-Service-BI-Ansatz. Er bietet Anwendern Werkzeuge, mit denen diese die Daten selbst auswerten und visualisieren. Dank des technischen Fortschritts sind die Voraussetzungen geschaffen, den Anwendern direkten Zugriff auf alle relevanten Daten zu ermöglichen, ohne dass IT-Spezialisten eingreifen müssen.

Die wichtigsten Eigenschaften von Self-Service-BI-Tools und -Anwendungen

Um Anwendern einen einfachen Einstieg in die Analyse von Unternehmensdaten zu ermöglichen, sind Tools zur Verfügung zu stellen, die übersichtlich und funktional aufgebaut sind. Komplexe Anwendungen, die spezielle IT-Kenntnisse erfordern, sind zu vermeiden. Da Microsoft-Office-Anwendungen aus dem Arbeitsalltag der verschiedenen Abteilungen nicht wegzudenken sind, sind Oberflächen optimal, die Excel- oder Access-ähnliche Funktionen bieten beziehungsweise direkt in Office-Anwendungen integriert sind.

Vorteilhaft ist zudem die Möglichkeit, Analysen und Reports auch mobil von Geräten wie dem Smartphone oder dem Tablet zu erstellen. Die Informationen sind im Idealfall jederzeit verfügbar und können völlig ortsunabhängig genutzt werden. Hierzu gehört zudem der Zugriff auf Daten, Auswertungen und Berichten über den normalen Webbrowser und die bereitgestellte Netzanbindung. Zielführend sind darüber hinaus durch die Self-Service-BI-Tools unterstützte Teamfunktionen. So kann gemeinsam an Berichten und Analysen gearbeitet werden. Denkbar ist zum Beispiel die Zusammenarbeit von Marketing und Controlling.

Eine weitere Grundvoraussetzung für effiziente Self-Service-BI-Tools und -Anwendungen ist neben der Abfragemöglichkeit von Daten die Fähigkeit, Informationen in das System einzuspeisen. Anwender können aktuelle Daten der vorhandenen Datenbasis hinzufügen und erstellen Prognosen oder Analysen auf der Grundlage des aktuellsten Datenmaterials. Auch anderen Abteilungen stehen diese Daten quasi in Echtzeit für ihre spezifischen Analysen zur Verfügung.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

Datenqualität ist der größte Erfolgsfaktor

BARC-Studie zu BI-Trends

Datenqualität ist der größte Erfolgsfaktor

Das Business Application Research Center (BARC) hat sich im Rahmen des „BI Trend Monitors 2020“ mit der Frage befasst, welche Trends im Bereich Business Intelligence aktuell sind. Dabei zeigte sich auch, dass Datenqualität ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist. lesen

Universelle Analytik für alle Daten in Echtzeit

Nachbericht Splunk .conf19 Las Vegas

Universelle Analytik für alle Daten in Echtzeit

Splunk, ein Spezialist für IT-Betriebs-Analytik und Security, hat in Las Vegas auf seiner zehnten Anwenderkonferenz .conf19 vor rund 11.000 Besuchern eine Reihe von neuen und aktualisierten Analytik- und KI-Werkzeugen vorgestellt: „Data to everything“. Neben neuen Angeboten für IT-, AI- und DevOps stieß vor allem die Erweiterung des Preismodells auf großes Interesse. lesen

Interaktive Datendiagramme erstellen mit Mozilla Iodide

Mozilla Iodide als BI-Tool

Interaktive Datendiagramme erstellen mit Mozilla Iodide

Mit dem Projekt „Iodide“ will es die Mozilla Foundation Data Scientists ermöglichen, Daten sowohl zu visualisieren als auch mit diesen „Notebooks“ zu interagieren, sie also wie Dokumente zu behandeln. Damit das alles im Firefox-Browser ausgeführt werden kann, mussten einige Voraussetzungen geschaffen werden. lesen

Enterprise-BI-Anbieter im Vergleich

BARC Score veröffentlicht

Enterprise-BI-Anbieter im Vergleich

Das Business Application Research Center (BARC) hat die fünfte Ausgabe seines BARC Score Enterprise BI and Analytics Platforms veröffentlicht. Darin werden 20 marktrelevante Hersteller auf Basis umfangreicher Kriterien und Anwenderbewertungen eingestuft. lesen

Tools für Business Intelligence

E-Book von BigData-Insider

Tools für Business Intelligence

Der Wettbewerb in der Wirtschaft ist scharf und wird in der global vernetzten Wirtschaft zunehmend härter. Führungskräfte und Sachbearbeiter wollen schneller und genauer erfahren, wie leistungsfähig die operativen Systeme des eigenen Unternehmens sind und wie sie sich im wirtschaftlichen Umfeld noch besser durchsetzen können. Zudem wollen sie zusätzliche Geschäftsfelder erschließen und neue Businessmodelle entwickeln. lesen

Digitale Transformation – 10 Punkte, die Unternehmen beachten sollten

Kommentar von Markus Enderlein, Infomotion

Digitale Transformation – 10 Punkte, die Unternehmen beachten sollten

Komplexere Datenwelten, neue Möglichkeiten der Vernetzung und der Wandel etablierter Technologien – die digitale Transformation schreitet in einer Geschwindigkeit voran, die selbst so manchen Branchenexperten verblüfft. Neue Herstellungsprozesse, Services und Märkte entstehen und die Nutzungsmuster und Erwartungen der Konsumenten verändern sich. lesen

BI und Data Analytics unternehmensweit bereitstellen

Kommentar von Peter Walker, Information Builders

BI und Data Analytics unternehmensweit bereitstellen

Eine modulare und zentral verwaltete Enterprise-BI-Plattform nutzt Daten aus unterschiedlichen internen und externen Quellen. Nach einem erfolgreichen Qualitäts-Check stehen die Informationen in aufbereiteter Form Anwendern und Führungskräften in allen Abteilungen als Basis für bessere Entscheidungen zur Verfügung. lesen

Datenaufbereitung ist ein unterschätzter Prozess

Data Preparation

Datenaufbereitung ist ein unterschätzter Prozess

Der Prozess der Datenaufbereitung umfasst die Reinigung, Formung und Mischung von Daten, damit sie für analytische und andere Aufgaben in optimaler Qualität bereitstehen. Nur mit erstklassigen Daten lassen sich beispielsweise Lösungen für Machine Learning und Künstliche Intelligenz effizient, sicher und zuverlässig versorgen. lesen

Mitarbeiter sind der Schlüssel zur Digitalisierung

Kommentar von Michael Märtin, Atlantis Media

Mitarbeiter sind der Schlüssel zur Digitalisierung

Digitale Technologien sind in den meisten Unternehmen angekommen, doch um wirklich datengetrieben – und damit erfolgreich – arbeiten zu können, fehlen vielen die strategische Planung und der nötige lange Atem. Der technologische Fortschritt allein generiert weder spürbare Wettbewerbsvorteile noch kann er den Gewinn langfristig steigern. Stattdessen sollten Unternehmen strategisch vorgehen und ihre Unternehmenskultur so anpassen, dass sie auch zukünftig wettbewerbsfähig sind. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 44989005 / Definitionen)