Browser-Extension gegen unkontrollierten Datenabfluss an KI-Dienste Eye Security veröffentlicht AI Leak Block

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Wenn Mitarbeiter Unternehmensdaten in private ChatGPT- oder Claude-Accounts kopieren, entsteht ein Datenabfluss, den klassische Sicherheitslösungen oft nicht erfassen. Die kostenlose Browser-Extension AI Leak Block von Eye Security setzt direkt im Browser an: Sie erkennt, ob ein Nutzer mit einem privaten oder geschäftlichen KI-Account arbeitet, und blockiert bei Bedarf die Übertragung, bevor Daten das Unternehmen verlassen.

Eye Security will mit AI Leak Block verhindern, dass Mitarbeiter sensible Daten über private KI-Accounts unkontrolliert nach außen tragen.(Bild:  Eye Security)
Eye Security will mit AI Leak Block verhindern, dass Mitarbeiter sensible Daten über private KI-Accounts unkontrolliert nach außen tragen.
(Bild: Eye Security)

Immer mehr Beschäftigte nutzen KI-Tools ohne Freigabe der IT-Abteilung. Laut einer Bitkom-Umfrage unter 604 Unternehmen berichten acht Prozent von weit verbreiteter Schatten-KI, doppelt so viele wie im Vorjahr. 17 Prozent melden Einzelfälle, weitere 17 Prozent vermuten die Nutzung, können sie aber nicht belegen. Die tatsächliche Dunkelziffer dürfte höher liegen. Das Ergebnis: sensible Inhalte wie Kundendaten, Quellcode oder interne Dokumente landen in unkontrollierten Umgebungen, deren Speicher- und Trainingspraktiken für das Unternehmen intransparent bleiben.

Klassische DLP- oder Proxy-Lösungen analysieren Datenströme zentral, erfassen aber nicht zuverlässig, ob ein Mitarbeiter gerade einen genehmigten Business-Account oder sein privates Konto nutzt. Genau an dieser Stelle will AI Leak Block ansetzen.

Wie AI Leak Block funktioniert

Die Extension ist im Chrome Web Store verfügbar und überwacht ausgehende Anfragen an zwölf unterstützte KI-Dienste, darunter ChatGPT, Claude, Copilot und Gemini. Dabei fängt sie Prompts, Datei-Uploads und WebSocket-Verbindungen ab, bevor diese den Browser verlassen.

Der entscheidende Schritt ist die Unterscheidung zwischen privaten und geschäftlichen Accounts. Dafür wertet die Extension je nach Anbieter unterschiedliche Signale aus:

  • Request-Payloads: Metadaten wie Organisationstypen in API-Anfragen
  • Client-seitige Zustände: Informationen in localStorage
  • DOM-Elemente: Hinweise auf Team- oder Enterprise-Workspaces
  • Domain-Struktur: Trennung zwischen privaten und Business-Instanzen

Erkennt AI Leak Block, dass eine Anfrage über ein persönliches Konto erfolgt, hält sie die Übertragung an. Ein Hinweisfenster fordert den Nutzer auf, in den freigegebenen Unternehmens-Workspace zu wechseln.

Lokale Verarbeitung, kein Monitoring

Die gesamte Erkennung soll lokal im Browser laufen. Weder Nutzereingaben noch Erkennungsdaten würden an Eye Security oder andere externe Server übertragen. Normales Browsing und die Nutzung genehmigter Unternehmensaccounts blieben unberührt. Damit unterscheide sich der Ansatz von zentralen DLP-Systemen, die Datenströme serverseitig analysieren und protokollieren.

Nudging statt harter Block

Die Intervention ist allerdings reversibel. Nutzer können den Hinweis in nicht kritischen Szenarien übergehen und die Aktion fortsetzen. AI Leak Block wirkt damit eher als Governance-Schicht, die Mitarbeiter im richtigen Moment an geltende Unternehmensregeln erinnert, als ein striktes Sperrsystem. Für Unternehmen, die eine harte Durchsetzung bevorzugen, könnte das ein Limitierungsfaktor sein.

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