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Kommentar von Dirk Häußermann, Informatica Der Schlüssel zum Unternehmenserfolg ist ein effektives Datenmanagement

| Autor / Redakteur: Dirk Häußermann / Nico Litzel

Daten beeinflussen einfach alles: Wir leben im Informationszeitalter und mit jedem Jahr, das verstreicht, wird unser privates, aber auch unser Arbeitsumfeld, immer mehr durch Daten bestimmt. Das können Daten von Haushaltsgeräten, Internetbrowsern, Autos, E-Mails, Krankenhäusern oder Thermostaten sein. Alle Branchen – vom öffentlichen Sektor, über das Gesundheitswesen bis hin zum Finanzmarkt und Handel – haben die Vorteile von fortschrittlichen Big Data Analytics bereits erkannt.

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Der Autor: Dirk Häußermann ist Geschäftsführer EMEA Central bei Informatica
Der Autor: Dirk Häußermann ist Geschäftsführer EMEA Central bei Informatica
(Bild: Informatica)

Die Erkenntnisse, die daraus gewonnen werden, beginnen, auch Entscheidungen im Hinblick auf die Geschäftsstrategie, den Kundenservice oder sogar nationale Regelungen zu beeinflussen. Das ist das Zeitalter von „Data 3.0“ – also eine neue, noch zentralere Rolle von Daten als Treiber des Digitalisierungsprozesses. Diese sogenannte Datenrevolution ist in vollem Gange und jeder einzelne Mitarbeiter– unabhängig davon, ob bei einem Fortune-500- oder einem mittelständischem Unternehmen – möchte Daten für strategische Vorteile nutzen. Von Data 1.0 mit dem Fokus auf Daten aus Automatisierungsprozess, über Data 2.0 mit Daten aus unternehmensweiten Initiativen wie ERP, SCM oder EDW im Mittelpunkt, bis hinzu Data 3.0 steigt die Bedeutung von Daten immer weiter.

Dabei sind Daten längst nicht mehr nur ein Thema für die IT, sondern auch für den Vorstand. Jedes Unternehmen muss sich darüber klar werden, wie sie auf ihre Daten zugreifen, sie sortieren, analysieren und bestmöglich nutzen können, wenn es weiterhin wettbewerbsfähig bleiben will. Dabei sollten Entscheidungen in Zukunft noch mehr auf Erkenntnissen aus Analytics basieren, um durch den eigenen Datenbestand Pläne und Projekte zu finalisieren und näher auf Kunden und potenzielle Kunden zuzuschneiden. Generell gilt für jedes Unternehmen: Je mehr man weiß, desto besser sind die Aussichten, gut informierte und effektive Geschäftsentscheidungen zu treffen.

Netflix ist hier ein gutes Beispiel. Früher haben sich Entscheider in Filmstudios auf ihren Instinkt verlassen, wenn sie darüber entscheiden mussten, welche Sendung beim Publikum gut ankommen wird. Netflix hat hier einen komplett anderen, Daten-getriebenen Ansatz gewählt, wenn es darum ging, neue Sendungen zu beauftragen. Das Unternehmen nutzte Kundendaten, um seine Entscheidung zu stützen. Der erste Schritt war hier die gewünschte Zielgruppe zu identifizieren. War diese Gruppe erstmal identifiziert, nahm Netflix ihre Zuschauervorlieben unter die Lupe: Welche Schauspieler mögen sie? Wie lang ist eine durchschnittliche Sendung, die sie häufig sehen? Diese Daten wurden dann dazu genutzt, dass Endprodukt zu erstellen. Durch diesen Ansatz hat Netflix beispielsweise genutzt, um die Serie House of Cards zu entwickeln. Das Ergebnis dieses innovativen Data-first-Ansatzes: Die Serie wurde ein globaler Hit.

Erkenntnisse führen zu effektiver Kontrolle

Diese Art der Anwendung von Daten ist beeindruckend, effektiv – und noch eher selten. Dabei zeigt dieses Beispiel deutlich, wie entscheidend es für ein Unternehmen in einem kompetitiven Umfeld ist, so viele seiner Daten wie nur möglich zu finden, den Zugang bereitzustellen und sie zu verwalten. Viele der Unternehmen ersticken heute geradezu in Daten, aber sie sind oft in verschiedensten Silos, sowohl on-Premise als auch off-Premise, verstreut und daher ungenutzt. Ein Beispiel: Die Verkaufsabteilung eines Unternehmens generiert Daten in einer dedizierten Plattform wie Salesforce, während die Marketingmitarbeiter ihre Informationen in Marketo ablegen und die Unternehmenswebseite wiederum verzeichnet Kundeninteraktionen in einem anderen, unternehmenseigenen System. Als Ergebnis dieser Trennung kämpfen die meisten Unternehmen noch mit ihren Daten, versuchen sie unter Kontrolle zu bekommen und in eine sinnvolle Ordnung zu übertragen – denn wie soll man Daten analysieren, wenn man noch nicht einmal weiß, wo man suchen soll?

Niemals zuvor haben Unternehmen mit dieser Art von Datenfragmentierung zu kämpfen gehabt. Dies wird noch zusätzlich verschärft, indem die IT in vielen Unternehmen längst nicht mehr der Gatekeeper der Daten ist. Wo vor zehn Jahren noch IT-Teams die ultimative Übersicht über alle Daten generierenden Systeme hatten, legen Unternehmen heute die Daten in die Hände aller Mitarbeiter, um die Einführung neuer Systeme zu beschleunigen. Als Folge sieht sich der Business-Intelligence-Markt mit einem erheblichen Umbruch konfrontiert, während die Streuung von Daten massive Sicherheits- und Kontrollprobleme verursacht und stetig neue Variablen hinzukommen.

Die Sicherheit auf die Daten fokussieren

Tatsächlich ist es so, je mehr Systeme, Silos und Bearbeiter der Daten zu diesem Mix hinzukommen, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Unternehmen sich mit inakkuraten Informationen oder Sicherheitsrisiken konfrontiert sieht. Obwohl viele neue Nutzer Zugang zu Daten haben, müssen sich die IT-Teams dennoch rückversichern, dass die Daten sicher sind und auch Veränderungen der regulatorischen Auflagen standhalten.

Dieser Aspekt ist insbesondere im Hinblick auf den rund eineinhalbjährigen Countdown zur Implementierung von GDPR (General Data Protection Regulation) äußerst wichtig. Kundendaten unter Kontrolle zu bekommen, ist jetzt eine Geschäftsnotwendigkeit, nicht mehr ein reines Unterscheidungsmerkmal vom Wettbewerb im Hinblick auf Customer Experience.

Die Kontrolle über die eigenen Daten gewinnen

Um Data 3.0 in den Griff zu bekommen, benötigen Unternehmen eine umfassende und durchgängige Datenmanagement-Strategie. Dies beginnt bei der Vernetzung der eigenen Daten – also der Identifizierung und Lokalisierung aller Anwendungen im Unternehmen, die wichtige Kundendaten beinhalten – und umfasst die Standardisierung und Validierung der Daten als Teil des Bereinigungsprozesses. Bei der Bereinigung werden gleichzeitig Ungenauigkeiten und Konflikte behoben sowie persönliche Details bestätigt wie Email-Adressen und Postleitzahlen und unvollständige Felder ergänzt. Kurz gesagt: Die Bereinigung ist der Prozess, Daten von einem nutzlosen Mischmasch in ein geordnetes, akkurates Bild zu überführen, welches dann für die Analyse bereitgestellt werden kann.

Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, alle Duplikate entfernt und gefundenen Daten verdichtet wurden, können Unternehmen eine Serie an vertrauensvollen Kundenprofilen erstellen und damit die Basis ihrer Datenmanagement-Strategie bilden. Im nächsten Schritt können dann externe Daten zu den Profilen zugeordnet werden, wie beispielsweise Informationen über die berufliche Tätigkeit, Interessen und Informationen aus Social-Media-Kanälen. Hier können auch unterschiedliche Formen von Daten miteinander verknüpft werden, indem beispielsweise Kundenprofile mit anderen Mitgliedern aus dem Haushalt verbunden, oder auch Daten wie Browserverlauf, vorherige Wareneinkäufe oder Arbeitskollegen hinzugefügt werden. Das Zusammenlegen von Daten bedeutet nichts anderes, als dass vertrauenswürdige und wichtige gespeichert Informationen verfügbar sind für Personen, Prozesse und Anwendungen, sodass alle mit den gleichen Daten arbeiten. Zu guter Letzt hilft ein effektives Datenmanagement dabei zu bestimmen, wie mit den eigenen Datenbeständen umzugehen ist, um so Compliance-Anforderungen sicherzustellen, Risiken vorzubeugen und Wachstumschancen zu erhöhen.

Daten: Der Schlüssel zum Überleben

Ohne einen klaren und umfassenden Überblick auf seine Daten, kann kein Unternehmen Compliance-Regelungen einhalten und wettbewerbsfähig bleiben. Datengetriebene Erkenntnisse sind das größte Unterscheidungsmerkmal innerhalb unterschiedlichster Branchen. Ob ein Unternehmen seine Kundenbasis erweitern, seine bestehenden Kunden besser bedienen oder seinen Datenbestände schützen will - eine starke Datenmanagement-Strategie ist hier entscheidend. Unternehmen können es sich schlichtweg nicht leisten, ihre relevanten und sensiblen Daten nicht vollständig lokalisieren, tracken und analysieren zu können.

Wohin man auch blickt, wird schnell klar, dass die Anzahl an technologischen Innovationen überall rasant zunimmt. Dort, wo vor zehn Jahren Unternehmen noch Stift und Blatt, dann Faxgeräte und Festnetztelefone genutzt haben, kommen heute überall Tablets, Clouds und das Internet of Things zum Einsatz. Organisationen müssen ihren Wettbewerbern immer einen Schritt voraus bleiben, konstant von ihren Kunden lernen – vor allem aus schlechten Erfahrungen – und einen noch schnelleren und besseren Service bieten. Wenn sie agil bleiben wollen, müssen die Unternehmen die Kontrolle über all ihre Daten erlangen – oder sie riskieren, in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.

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