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Definition Was ist Supply Chain Management?

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Nico Litzel

Das Supply Chain Management hat zum Ziel, die Ressourcen der an Liefer- und Wertschöpfungsketten beteiligten Unternehmen zu optimieren. Es handelt sich um einen übergreifenden logistischen Ansatz, der sowohl Material- als auch Informationsflüsse verwaltet.

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(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Beim Supply Chain Management, oft mit SCM abgekürzt, handelt es sich um einen Managementansatz für den Aufbau, die Optimierung und die Verwaltung von kompletten Logistikketten. Die Material- und Informationsflüsse dieser Ketten reichen von der Rohstoffgewinnung über die Produktion und Veredelung bis hin zur Belieferung von Endkunden und decken die gesamten Wertschöpfungsprozesse der Unternehmen ab. Ziel ist es, die Prozesse aller Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette zu erfassen und zu optimieren.

Dank SCM ist es möglich, einheitliche und in sich konsistente Abbildungen von Auftragsprozessen wie dem Fertigungsauftrag oder dem Lieferantenauftrag zu erstellen. Das Supply Chain Management versucht, diese Prozesse aktiv zu gestalten. Neben den Prozessen, die den Fluss von Wirtschaftsgütern und Produkten beschreiben, beinhaltet das SCM die Prozesse der Auftragsabwicklung und des Geldflusses. Zur Erreichung der Ziele setzt das SCM auf den papierlosen Austausch von prozessrelevanten Daten und den Einsatz moderner Informationstechnik. Planungen sowie die Beschaffungs- und Produktionsprozesse lassen sich flexibel aufeinander abstimmen und den aktuellen Bedürfnissen anpassen.

Die verschiedenen Arbeitsschritte im Unternehmen und zwischen den Unternehmen koordiniert das Supply Chain Management passend. SCM lässt sich in drei grundsätzliche Abläufe unterteilen. Diese sind der Produktionsablauf, der Informationsfluss und der Finanzfluss. Während der Produktionsablauf die Warenbeförderung vom Lieferanten zum Kunden umfasst, werden im Finanzablauf Zahlungs- und Finanzierungspläne ausgetauscht. Der Informationsfluss schließlich behandelt Aufträge und Lieferaktualisierungen.

Voraussetzungen für das Supply Chain Management

Im Wesentlichen bestehen für das Supply Chain Management zwei Voraussetzungen. Zum einen muss die Informationsverarbeitung zwischen den Partnern integriert sein, um über geeignete Schnittstellen die Informationen der verschiedenen Prozessstufen auszutauschen. Zum anderen sollte zwischen den beteiligten Unternehmen ein hohes Maß an Vertrauen bestehen. Nur so können sich Lieferanten und Abnehmer über Probleme und Störungen der eigenen Lieferketten informieren.

Die Ziele des Supply Chain Managements

Grundlegende Ziele des Supply Chain Managements sind die Optimierung und Kostensenkung der Logistikketten. Der komplette Wertschöpfungsprozess soll sich konsequent an der Nachfrage der Kunden ausrichten. Es entsteht eine flexible und bedarfsgerechte Produktion mit durchgängiger Kostenoptimierung. Gleichzeitig synchronisiert das SCM die Versorgung und den Bedarf, indem es die Lieferketten anpasst. Aus diesen grundsätzlichen Zielen leiten sich folgende Unterziele ab:

  • Senkung der Kosten für die Lagerung,
  • flexible Just-in-time-Belieferung,
  • Senkung von Warenbeständen entlang der Wertschöpfungskette,
  • Verkürzung der Prozesslaufzeiten und
  • Schaffung von zuverlässigeren Lieferprozessen.

Software für das Supply Chain Management

Für die Umsetzung und die Durchführung eines erfolgreichen Supply Chain Managements existieren zahlreiche Softwarelösungen. Sie sollen die SCM-Prozesse der Unternehmen organisieren und stellen den beteiligten Partnern Services bereit. Grundsätzlich lässt sich zwischen zwei Arten von Software unterschieden. Das sind planende Anwendungen und ausführende Anwendungen. Während sich die planenden Anwendungen mit der Berechnung von optimalen Prozessen anhand komplexer Algorithmen beschäftigen, verfolgen und steuern die ausführenden Anwendungen die Warenflüsse, die Informationsflüsse und die finanziellen Prozesse zwischen den Beteiligten.

Für gewöhnlich basieren die Softwarelösungen auf offenen Datenmodellen, um einen möglichst problemlosen Austausch von Daten innerhalb und außerhalb des Unternehmens sicherzustellen. Schließlich sollen die Aktivitäten von Lieferanten, Herstellern und Endkunden in den Anwendungen integriert sein. Die Datenbasis für die Anwendungen bilden Datenbanken oder Data Warehouses, die sich an zentralen Stellen oder an verteilten Standorten befinden. Oft verfolgen die Softwarelösungen einen Cloud-basierten Ansatz und stellen ihre Services den Beteiligten über das Internet zur Verfügung. Für das Supply Chain Management ergeben sich dadurch einige Vorteile. Diese sind zum Beispiel:

  • Der standortunabhängige Zugriff auf Daten und Anwendungen,
  • geringe Investitionskosten,
  • einfache Integration von Partnern der Wertschöpfungskette sowie eine
  • einfach Durchführung von übergreifenden Anpassungen und Updates.

Abgrenzung des Supply Chain Managements gegenüber der Logistik

Die Begriffe Supply Chain Management und Logistik werden oft in ähnlichen Zusammenhängen verwendet, obwohl sie sich in ihrer Bedeutung deutlich voneinander abgrenzen. Logistik und Supply Chain Management haben gemeinsam, dass sie sich mit der Gestaltung von Waren- und Informationsflüssen entlang der Wertschöpfungskette beschäftigen. Beide haben zum Ziel, die Effizienz der Prozesse zu steigern und das Kosten-Nutzen-Verhältnis zu optimieren.

Im Gegensatz zur Logistik geht das Supply Chain Management jedoch über die Grenzen eines Betriebes hinaus. Das SCM bezieht die verschiedenen autonom agierenden Einheiten des kompletten Wertschöpfungssystems mit ein und versucht die Prozessbeteiligten zu steuern und zu strukturieren. Damit verfolgt das Supply Chain Management einen interorganisatorischen Ansatz und erweitert das betriebsinterne Management der Logistik. Es entsteht eine unternehmensübergreifende Sicht auf alle Geschäftsprozesse. SCM konzentriert sich auf die strategischen Aspekte der Logistikketten und lässt die Teilnehmer dennoch autonom agieren.

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