KI-Betrug im Netz Nur ein Fünftel überprüft die Quelle

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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BSI und Polizeiliche Kriminalprävention haben 3.060 Menschen zu KI-gestütztem Online-Betrug befragt. Das Ergebnis ist ernüchternd: Viele überschätzen ihre Fähigkeit, KI-Inhalte zu erkennen und unterschätzen, was Angreifer damit technisch längst anstellen können. Tatsächlich schaut kaum jemand genauer hin.

Der Cybersicherheitsmonitor 2026: Künstliche Intelligenz (KI) ist im digitalen Alltag omnipräsent. Das nutzen Cyberkriminelle für sich: KI verändert auch Online-Betrug. Wie gut sind Verbraucherinnen und Verbraucher darauf vorbereitet?(Bild:  BSI)
Der Cybersicherheitsmonitor 2026: Künstliche Intelligenz (KI) ist im digitalen Alltag omnipräsent. Das nutzen Cyberkriminelle für sich: KI verändert auch Online-Betrug. Wie gut sind Verbraucherinnen und Verbraucher darauf vorbereitet?
(Bild: BSI)

Knapp die Hälfte der Internetnutzer in Deutschland hält sich für fähig, KI-generierte Inhalte zu erkennen (47 Prozent). Tatsächlich hinkt das Verhalten dieser Selbsteinschätzung weit hinterher: Ein Drittel der Befragten hat noch nie eine der gängigen Prüfmaßnahmen angewendet (32 Prozent). Nur 28 Prozent haben nach Unstimmigkeiten gesucht. 19 Prozent haben die Seriosität der jeweiligen Quelle recherchiert. Keine der elf abgefragten Maßnahmen wurde von mehr als der Hälfte der Befragten je genutzt. Das sind Ergebnisse des Cybersicherheitsmonitors 2026 (CyMon), den BSI und das Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) veröffentlicht haben.

BSI-Präsidentin Claudia Plattner erklärte, KI-generierte Inhalte seien längst im Alltag von Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen. Um Risiken und Falschinformationen zu identifizieren, sei es unverzichtbar zu erkennen, welche Inhalte KI-generiert sind.

Cybertrading Fraud: Deepfakes als Einstieg

Besonders greifbar werde das Risiko beim Thema Cybertrading Fraud. Knapp jede sechste befragte Person hat bereits in Kryptowährung investiert (15 Prozent), davon hat fast ein Drittel dabei Betrugserfahrungen gemacht (31 Prozent), in rund zwei Dritteln der Fälle war der Einstiegspunkt Werbung im Internet. Kriminelle setzen dabei häufig auf KI-generierte Videos, in denen Prominente scheinbar für lukrative Geldanlagen werben.

Dr. Stefanie Hinz, Landespolizeipräsidentin und Vorsitzende des ProPK, nannte Cybertrading-Fraud eine im Polizeialltag aktuell häufig beobachtete Straftat. Wer im Internet auf solche Anlagemöglichkeiten stoße, sollte sich im ersten Schritt fragen, ob das Angebot überhaupt realistisch sei oder zu gut, um wahr zu sein.

Neue Angriffsvektoren kaum bekannt

Beim Risikobewusstsein zeigt die Studie ein gespaltenes Bild. Klassische Betrugsmaschen sind vergleichsweise bekannt: 54 Prozent haben von Schockanrufen mit KI-imitierter Stimme gehört, 55 Prozent von manipulierten Deepfake-Videos, ein Anstieg von sieben Prozentpunkten gegenüber dem CyMon 2023. Neuere Angriffsmethoden dagegen sind kaum im Bewusstsein verankert: Dass KI-Agenten von Dritten manipuliert werden könnten, um persönliche Daten abzugreifen, halten nur 38 Prozent für möglich. Auch dass Kriminelle unsichtbare Anweisungen für KI-Systeme in Dokumente einfügen, halten nur 40 Prozent für denkbar. Dabei sind laut Studie alle abgefragten Szenarien technisch real.

Regulierung mehrheitlich gewünscht

Die Befragten sprechen sich klar für staatliche Gegenmaßnahmen aus: 58 Prozent fordern schnelles Eingreifen der Polizei bei betrügerischen Inhalten, 57 Prozent eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte und 53 Prozent technische Verifikationssysteme. Rund elf Prozent lehnen staatliche Maßnahmen grundsätzlich ab.

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