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Definition Was ist Validierung?

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Nico Litzel

Datenvalidierung prüft Daten auf Einhaltung bestimmter Validierungsregeln. Diese wurden zuvor aufgestellt und beinhalten beispielsweise Vorgaben zu Wertebereichen oder Formaten. Die Datenvalidierung verbessert die Ergebnisse der Datenverarbeitung und Datenanalyse. Sie kann bei der Eingabe der Daten, direkt vor dem Start oder während der Datenverarbeitung stattfinden.

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(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Das Wort „validieren“ geht auf das lateinische Wort „valere“ zurück und bedeutet „den Wert von etwas feststellen“. Im Umfeld der Informationstechnik, Softwareentwicklung und der Datenverarbeitung wird die Datenvalidierung häufig angewandt. Bei der Datenvalidierung findet eine Prüfung der Daten auf Einhaltung bestimmter zuvor aufgestellter Validierungsregeln statt. Die Prüfung kann sich auf Kriterien wie die Einhaltung eines definierten Wertebereichs, einer bestimmten Syntax oder eines bestimmten Formats beziehen.

Ohne eine Validierung kommt es unter Umständen zu Anwendungsfehlern oder falschen Ergebnissen bei der Datenverarbeitung. Deshalb stellt die Validierung der Daten eine Grundvoraussetzung für eine korrekte und sinnvolle Datenverarbeitung dar. An welcher Stelle die Validierung stattfindet, kann sich von Anwendungsfall zu Anwendungsfall unterscheiden. Oft werden Daten bereits bei der Eingabe durch einen Benutzer mithilfe einer Programmlogik validiert. Auch bei der Übernahme von Daten aus anderen Prozessen und Anwendungen oder vor dem Start und während der Datenverarbeitung kann die Validierung stattfinden. Die Validierung der Benutzereingaben ist in fast allen Anwendungen üblich.

Ziele der Datenvalidierung

Typische Ziele der Datenvalidierung sind:

  • Schaffung eines sauberen Datenbestands hinsichtlich Kriterien wie Format, Syntax und Wertebereich
  • Verbesserung der Nutzbarkeit der Daten
  • Vermeidung von Programmfehlern durch die Verarbeitung nicht-valider Daten
  • korrekte Ergebnisse bei der Ausführung von Programmen und Datenverarbeitungsprozessen
  • höhere Effizienz der Datenverarbeitung
  • Einhaltung von Vorgaben und Richtlinien

Mögliche Vorgehensweise bei der Datenvalidierung

Wie, in welcher Phase und in welchem Umfang die Datenvalidierung stattfindet, ist von der jeweiligen Anwendung und der Art der Daten abhängig. Eng verknüpft mit der Validierung ist die Protokollierung des Validierungsvorgangs, aus der sich Optimierungsmaßnahmen bei zukünftigen Validierungen ableiten lassen.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, die Daten zu validieren, bevor sie in eine Datenbank oder Anwendung aufgenommen werden. Diese Validierung findet beispielsweise direkt bei der Dateneingabe durch einen Benutzer oder bei der Datenübernahme aus einem anderen Prozess statt.

Die Entwickler der Benutzer- und Programmschnittstellen arbeiten nach dem Grundsatz, alle Daten aus externen Quellen zu prüfen, die sich sinnvoll prüfen lassen. Stellt die Validierung Fehler fest, wird die Datenübernahme verweigert und es erfolgt in der Regel eine Rückmeldung an den Benutzer oder den liefernden Prozess mit Details zu den erkannten Mängeln. Benutzer oder externe Prozesse werden aufgefordert, diese Mängel zu beseitigen und Daten in der erwarteten Form zu liefern.

Eine weitere Phase, in der die Validierung stattfinden kann, ist die Übergabe der Daten aus der Datenbank an die Verarbeitungslogik. In diesem Fall geht man davon aus, dass sich in der Datenbank auch nicht-valide Daten befinden können. Jeder Datensatz wird bei der Übergabe an die weiterverarbeitenden Programme auf Validität geprüft.

In einigen Fällen führen Programme die Validierung zur Laufzeit durch. Die Programme sind in ihrer Laufzeitumgebung in der Lage, nicht-valide Daten zu erkennen und weitere Schritte einzuleiten. Beispielsweise wird eine Fehlermeldung ausgegeben, die Prozessierung nicht-valider Daten verweigert oder auf die Verarbeitung nicht-valider Daten hingewiesen. Um Folgefehler durch die Verarbeitung nicht-valider Daten zu vermeiden, sollte die Möglichkeit der Ausgrenzung nicht-valider Daten oder des Programmabbruchs immer bestehen.

Typische Validierungsregeln

Egal, zu welchem Zeitpunkt eine Validierung stattfindet, der erste Schritt ist immer die Definition der Validierungsregeln. In den meisten Fällen verfolgt die Definition einen sogenannten Whitelist-Ansatz. Das bedeutet, dass die Regeln festlegen, welche Art von Daten erlaubt sind. Alle Daten, die die Kriterien der Regeln nicht erfüllen, sind nicht-valide. Der Blacklist-Ansatz ist wesentlich seltener. Bei diesem Ansatz werden Regeln aufgestellt, die die Kriterien für nicht-valide Daten festlegen. Alle Daten, die diesen Kriterien nicht entsprechen, gelten als valide. Typische Kriterien der Validierungsregeln sind:

  • Format
  • Syntax
  • Wertebereich
  • Eingabe erforderlich oder leere Datenfelder erlaubt

Abgrenzung von Verifizierung und Validierung

Manchmal kommt es vor, dass Begriffe wie Validierung und Verifizierung im Umfeld der Datenverarbeitung nicht sauber getrennt werden. Beide Begriffe lassen sich jedoch klar voneinander abgrenzen. Die Verifizierung bezieht sich eher auf die Richtigkeit von Daten und das Ergebnis des Datenverarbeitungsprozesses. Sie prüft Daten und Ergebnisse anhand verschiedener Kriterien auf Korrektheit beziehungsweise auf die Übereinstimmung mit den zuvor aufgestellten Erwartungen. Die Validierung hingegen prüft, ob Daten für weitere Datenverarbeitungsschritte nutzbar sind und die Datenverarbeitungsprozesse überhaupt auf Basis der Daten Ergebnisse liefern können. Ob ein Datenelement oder ein Ergebnis letztendlich als korrekt betrachtet wird, ist nicht Bestandteil der Validierung.

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