SAS Global Forum Neue Produkte und Initiativen sollen KI für jeden zugänglich machen

Autor / Redakteur: lic.rer.publ. Ariane Rüdiger / Nico Litzel

Im Mittelpunkt des diesjährigen – virtuellen – SAS Global Forum standen neben neuen Produkten und Services mehrere Initiativen und ein neuer Markenslogan. Sie sollen helfen, die Menschen von dem Nutzen einer daten- und wissensgetriebenen Welt zu überzeugen.

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„Analytics steht im Zentrum menschlichen Fortschritts“, sagte Bryan Harris, CTO SAS Institute, im Rahmen seiner Keynote.
„Analytics steht im Zentrum menschlichen Fortschritts“, sagte Bryan Harris, CTO SAS Institute, im Rahmen seiner Keynote.
(Bild: Rüdiger)

„Analytics steht im Zentrum menschlichen Fortschritts“, beschwor Bryan Harris, CTO des Datenanalyse-Spezialisten SAS in seiner Eröffnungsrede die weltweit verteilten Journalisten und Influencer an den Screens. Sie hatten sich zu einer Vorabveranstaltung des SAS Global Forum 2021 eingeloggt.

Die Führungsriege des Unternehmens informierte über die wichtigsten Neuigkeiten. Sie sollen während der zwei Tagungen für EMEA (28./29.5.), Asien (19./20. Mai) sowie den USA (18. bis 20. Mai) Kunden und Partnern präsentiert werden.

Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Bereiche: Einmal der Versuch, Datenanalyse, KI und maschinelles Lernen ein besseres Image zu verpassen. Denn aus unterschiedlichen Gründen, darunter Datenschutz, stehen viele Menschen, aber durchaus auch Unternehmen, der selbstverständlichen Nutzung datenanalytischer Technologien heute noch skeptisch gegenüber.

Analytik für jeden

Zum anderen soll die Nutzung von analytischen Technologien für mehr Menschen zugänglich werden. Denn viele betrachten sie als außerhalb ihrer Reichweite. Dem setzt SAS-CTO Harris entgegen: „Analytics soll überall zur Verfügung stehen und von jedem entwickelt und genutzt werden können.“ Analytische Technologien optimierten Entscheidungen im Gesamtunternehmen. Nötig seien dafür Transparenz, Vertrauen und die Zuverlässigkeit der Modelle.

Schließlich gelte es, die jeweils passenden der vielfältigen datenanalytischen Technologien und individuell gestaltete Modelle in Prozesse, Applikationen und die Entscheidungsvorbereitung ganz selbstverständlich einzubetten. Harris: „Es gibt Firmen, die Hunderte unterschiedliche Modelle in ihre geschäftlichen Applikationen integriert haben.“

Erfolgreicher Geschäftsverlauf trotz Corona

„Trotz Corona drei Milliarden Dollar Umsatz“, Gavin Day, Senior Vice President Technology SAS Institute
„Trotz Corona drei Milliarden Dollar Umsatz“, Gavin Day, Senior Vice President Technology SAS Institute
(Bild: Rüdiger)

Anschließend sprach Gavin Day, Senior Vice President Technology, über den Geschäftsverlauf im Jahr 2020. Man sei den Herausforderungen durch Corona mit schneller Anpassung entgegengetreten und es sei gelungen, mit „Daten gegen den Virus zu kämpfen“. Im Geschäftsjahr 2020 hat SAS drei Milliarden US-Dollar umgesetzt, davon 36 Prozent in Europa, die Hälfte in den USA und den Rest im asiatisch-pazifischen Raum. 27 Prozent wurden reinvestiert. Das erste Quartal 2021 sei sehr erfolgreich verlaufen.

Zudem verpasste sich SAS mit dem Slogan „Curiosity forever“ ein neues Branding, das „Kopf und Herz“ ansprechen soll, so Jennifer Chase, weltweite Marketingchefin. Man betrachte Bewusstseinsbildung über KI als eine wichtige Aufgabe. Dazu gehört auch ein neues Lernportal, Educational Outreach Hub, das Grundkenntnisse über KI jedem kostenlos durch Onlinekurse zugänglich machen soll. Im Sommer dieses Jahres soll mit Data Fly ein kostenloses Online-Tool für den Unterricht – aber auch für die private Nutzung durch jeden – veröffentlicht werden, mit dem sich Daten live sammeln und in ansprechende Grafiken umsetzen lassen.

Geschäft mit Cloud-Services expandiert

„Unser Cloud-Geschäft entwickelt sich rasant“: Jay Upchurch, CIO SAS Institute
„Unser Cloud-Geschäft entwickelt sich rasant“: Jay Upchurch, CIO SAS Institute
(Bild: Rüdiger)

CIO Jay Upchurch, der das Cloud-Geschäft verantwortet, sagte: „Das extrem starke Wachstum bei Cloud-Services spiegelt sich auch bei uns wider.“ Man habe fürs Business mit Cloud-Services zwei Ziele definiert: Erstens wolle man weiter wachsen, was mit einem Wachstum von 8,9 Prozent bei der SAS Cloud schon gelungen sei. Zweitens soll SAS Viya über Public-Cloud-Provider bereitgestellt werden. Seit November 2020 ist das bei Microsoft Azure bereits der Fall. „SAS Viya arbeitet dort Cloud-native mit einer CI/CD-Pipeline“, sagte Upchurch. Auch SAS Cloud läuft auf Azure und ist laut Upchurch im ersten Quartal 2021 um 34 Prozent gewachsen.

Nun wird der Support für SAS Viya auf GCP und AWS ausgedehnt, Red Hat Open Shift soll bald folgen. Dazu gehört jeweils die Integration mit den bei den entsprechende Providern vorgehaltenen Kubernetes-Umgebungen sowie mit weiteren Cloud-native Anwendungen, bei GCP beispielsweise Cloud SQL.

SAS Conversational Designer: Low-Code-Tool für die Chatbot-Entwicklung

Der auf der Veranstaltung vorgestellte SAS Conversational Designer, der auf SAS Viya zurückgreift, steht für den Versuch, KI breiter zugänglich zu machen. Mit einem Low-Code-Werkzeug, das zu dem Tool gehört, lassen sich innovative Chatbot-Anwendungen bauen. Dabei werden Natural-Language-Processing-Technologien genutzt.

Den Designer versteht der Hersteller als „Gesprächsschnittstelle zu SAS“, die bei den Dialogen auf die dahinter liegende Intelligenz der SAS-Umgebung zugreift – und zwar in der Muttersprache des jeweiligen Anwenders. Dabei nutzt die KI immer dann die Intelligenz im Hintergrund, wenn dies im Gesprächsverlauf notwendig ist.

Anwendungsfelder böten sich sowohl bei der internen Nutzung im Unternehmen als auch im Umgang mit Externen wie etwa Kunden oder Ratsuchenden. Ein erstes Beispiel hat SAS zusammen mit der US-amerikanischen Non-Profit-Organisation Identity Theft Resource Center entwickelt. Unter Nutzung des Conversational Designer entstand das Dialogsystem ViViAN (Virtual Victim Assistance Network). Es soll Opfer von Identitätsdiebstählen unterstützten.

Den Fans ins Herz geschaut

Zu den Erfolgsgeschichten rund um SAS Viya, die SAS auf der Informationsveranstaltung präsentierte, gehörte auch der SAS-Einsatz bei dem US-Live-Entertainment-Spezialisten AEG Sports, der mit vielen wichtigen US-Vereinen zusammenarbeitet. Mithilfe von SAS Viya versucht der Verein die Wünsche seiner Kunden, den Besuchern von Live-Sportveranstaltungen, besser vorauszuahnen. Dafür werden unter anderem Umfragen und daraus resultierende textbasierte Sentimentanalysen eingesetzt.

Diverse Modelle befassten sich dabei beispielsweise damit, welche Einstellung Fans zum Besuch von Live-Spielen haben. Dann wurden Statements formuliert, die auf die persönlichen Sicherheitsbedürfnisse der Fans abgestimmt waren.

Gleichzeitig verwendete AEG SAS Viya auch für die Notfallplanung. In die Modelle flossen Daten aus dem Ticketing, Wetterberichte, Gesundheitsratschläge von Experten und anderes ein. Ziel ist dabei, pandemiebedingte Risiken zu erkennen und auszuschließen. Diverse Szenarien lassen sich analysieren und mit unterschiedlichen Parametern testen, um die jeweils optimale Vorgehensweise zu finden.

Weiter soll das Tool auch dabei helfen, bei Wiederanlaufen des Live-Betriebs optimale Ticket-Preise zu bestimmen. Sie werden anhand von Faktoren wie der Kapazität der Stadien, der Nachfrage, der Abstandsregeln und so weiter mit maschineller Intelligenz optimiert.

SAS-Hackathon: Teams aus 30 Ländern nahmen teil

Was bei der freien Nutzung von SAS Viya auf Azure und anderen SAS-Tools herauskommen kann, zeigte der virtuelle, einen Monat dauernde SAS Hackathon, der im März begann. An dem Wettbewerb nahmen 100 Teams aus 30 Ländern teil. 20 Prozent der Teilnehmer hatten noch nicht mit SAS gearbeitet. Mehrere Teams werden zu einer Partnerschaft mit SAS eingeladen, um ihre Ideen praxisreif zu machen.

In der Region EMEA gewann ein Team von KPMG Österreich. Mit einer Analysefunktion im Tool Climaid können Unternehmen und Organisationen jetzt Partner mit übereinstimmender Wertorientierung bei Umwelt, Sozialem und Governance finden. Daten werden dabei unter anderem mittels NLP analysiert und potenzielle Partner nach 39 Kriterien bewertet, wobei diese Bewertungen zu Scores verdichtet werden.

Im Bereich Banking gewann das deutsche Team ifb4Sustaniability mit einem Positive Impact Analyzer for Banking. Er soll den Finanzinstituten helfen zu verstehen, wie sich ihre Entscheidungen auf die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der UN auswirken.

Der weltweite Gewinner wird auf der US-Veranstaltung bekanntgegeben.

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lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

Freie Journalistin, Redaktionsbüro Rüdiger