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Kommentar von Jens Puhle, Rackspace In drei Schritten zur datengetriebenen Unternehmenskultur

| Autor / Redakteur: Jens Puhle / Nico Litzel

Der Begriff „data-driven“ hat sich mittlerweile zu einem wahren Trend entwickelt. Aber was bedeutet das eigentlich? Wie wandeln sich Unternehmen weg von einer instinktiv getriebenen Kultur hin zu einem Mindset, das auf Daten und Erkenntnissen basiert? Worum es hier geht, sind Daten, mit denen Entscheidungsprozesse gesteuert und verbessert werden können.

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Der Autor: Jens Puhle ist Sales Director Deutschland bei Rackspace
Der Autor: Jens Puhle ist Sales Director Deutschland bei Rackspace
(Bild: Rackspace)

Eine Gemeinschaft oder Unternehmenskultur fußt auf Einstellungen und Überzeugungen. Im Unternehmen spiegeln sie sich in Form gewohnter Abläufe wider und werden auch immer wieder so weitergegeben. Für eine wirklich datengetriebene Kultur müssen deshalb die Prozesse, Lösungen und vor allem die beteiligten Menschen in den Blick genommen werden.

Ein ganz praktischer Dreh- und Angelpunkt, der eigentlich selbstverständlich sein sollte, fehlt vielerorts: der reibungslose Datenfluss. Das reicht aber noch nicht aus. Denn wirklich datengetriebene Unternehmen kümmern sich gleichermaßen um Datenzugriffsbeschränkungen und Governance-Methoden. Erst dann steht die Basis für datengetriebene Arbeitsweisen.

Was dann folgen muss, ist der Kulturwandel. Klingt einfach? Ist es aber nicht, denn ein derartiger Wandel ist mit einiger Anstrengung aller Ebenen und Mitarbeiter verbunden. Eine datengetriebene Kultur entsteht nicht von selbst, sondern muss geschaffen werden. Dafür sind auch Experten notwendig: Bei Rackspace ist beispielsweise ein Team von Analysten und Datenwissenschaftlern im Einsatz. Gemeinsam mit den Führungskräften erarbeitet es eine zielorientierte Messstrategie und umsetzbare, analytische Lösungen. Das Unternehmen hat seinen Bereich für Datenanalyse zentralisiert. Dabei bilden Daten die Grundlage. Die wahren Treiber sind jedoch die Mitarbeiter. Für Führungskräfte bedeutet das, im Kulturwandel als Vorbild voranzugehen, die richtigen Leute ins Unternehmen zu holen und vor allem zu wissen, wann man sich nicht mehr auf Daten verlassen kann.

Diese Organisationsform ist nicht für jedes Unternehmen passend, genauso können dezentralisierte Strukturen oder Centers of Excellence funktionieren. Ein Richtig oder Falsch gibt es hier nicht. Und: Wenn sich die Geschäftsanforderungen ändern oder wenn die Daten solche Änderungen nahelegen, ist es kein Scheitern, die gewählte Strategie anzupassen – das ist Teil des Prozesses, um erfolgreich zu sein.

Verantwortlichkeiten auf allen Management-Ebenen

Voraussetzung ist jedoch, dass die Verantwortlichkeiten für die operative Umsetzung bei allen Management-Ebenen liegen. Denn Führungskräfte sind am besten positioniert, um ihre Teams zur Verantwortung zu ziehen und erwarten zuverlässige und regelmäßige Leistungsupdates. Während einige Teams Daten für das Tagesgeschäft verwenden, sind sie oft dezentralisiert und möglicherweise nicht relevant, um die allgemeinen Geschäftsziele des Unternehmens voranzutreiben und einen signifikanten Einfluss zu haben.

1: Legen Sie ein Ziel fest

Daten können keine Entscheidungen beeinflussen, wenn sie nicht mit übergeordneten Zielen verknüpft sind. Besteht eine Gesamtstrategie mit untergeordneten Zielen, können Sie funktionale Teams bestimmen, deren Arbeit mit und rund um Daten auf bestimmte Ziele einzahlt.

2: Stellen Sie die richtigen Fragen

Leistung ist am besten messbar, wenn man auch kritische Fragen stellt. Ist es beispielsweise wirklich wichtig zu wissen, wie viele Leads im letzten Monat generiert wurden, oder ist die Lead-Qualität wichtiger? Vielleicht beides. Die richtigen Fragen zu stellen, hilft, die umsetzungsfähigen Key Performance Indicators (KPI) einzugrenzen. Dazu sollten KPIs regelmäßig in Frage gestellt werden.

3: Erstellen Sie eine gemeinsame Sprache rund um die Daten

Wenn die Führungsebene einen erklärenden Einblick in die Daten verlangt, ist eine gemeinsame und einheitliche Definition dieser Daten entscheidend. Bei Rackspace hat die Zentralisierung des Daten- und Analyseteams in einer neuen globalen Organisation diese Standardisierung und Governance im gesamten Unternehmen erleichtert. Ein entscheidender Schritt, um eine datengesteuerte Kultur und eine gemeinsame Sprache für unsere Daten zu etablieren.

Eine datengetriebene Unternehmenskultur entsteht nicht über Nacht. Führungskräfte auf allen Ebenen müssen eine bewusste Entscheidung treffen, diesen Weg zu gehen und bereit sein, Zeit und Geld in die Entwicklung zuverlässiger Analytik zu investieren. Die Leidenschaft für Daten muss von oben kommen, um ein unternehmensweites Buy-in zu gewährleisten. Mitarbeiter mit den richtigen analytischen Fähigkeiten und der passende Technologie-Stack spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Es kann zeitaufwendig und entmutigend sein, eine datengesteuerte Kultur von Grund auf zu schaffen, aber die Ergebnisse sind es wert. Unsere Datenprogramme für 2019 werden den Zeitaufwand für die Erfassung und Auswertung von Daten schätzungsweise um 20 bis 30 Prozent reduzieren, indem sie die Unklarheiten über Diskrepanzen bei der Standardisierung von Kennzahlen verringern und den Entscheidern Daten leichter zugänglich machen. Dies ermöglicht die Einsparung von Hunderten von Arbeitsstunden, die wiederum für andere wichtige Aufgaben investiert werden können.

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