Frust statt Entlastung KI kostet oft mehr Zeit, als sie spart

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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39 Prozent der deutschen Teilnehmer einer Adaptavist-Umfrage verwenden nach eigener Einschätzung mehr Zeit auf die Prüfung von KI-Ausgaben, als sie durch deren Einsatz sparen. Zugleich wollen 67 Prozent, dass ihr Unternehmen KI stärker nutzt. Die Angaben zeigen verbreiteten Frust, beruhen aber auf Selbstauskünften und nicht auf gemessenen Arbeitszeiten.

Zwischen Effizienzversprechen und Erschöpfung: Viele Beschäftigte wünschen sich die Arbeit vor dem Zeitalter der KI zurück – und zugleich mehr KI im Unternehmen.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Zwischen Effizienzversprechen und Erschöpfung: Viele Beschäftigte wünschen sich die Arbeit vor dem Zeitalter der KI zurück – und zugleich mehr KI im Unternehmen.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Fast 40 Prozent der Wissensarbeiter investieren mehr Zeit in die Validierung generativer Künstlicher Intelligenz (KI), als sie durch den KI-Einsatz einsparen. Das ist eines der Ergebnisse einer Umfrage im Auftrag des KI- und Transformationsberaters Adaptavist, für die im März 2026 rund 2.500 Fachkräfte in Deutschland, Großbritannien, den USA, Kanada und Spanien befragt wurden.

Der Befund trifft den wunden Punkt zwischen Effizienzversprechen und Alltag: 39 Prozent der Befragten in Deutschland geben an, dass Überprüfung, Korrektur und Validierung generativer KI-Ausgaben mehr Zeit fressen, als der Werkzeugeinsatz einspart. 42 Prozent sagen, dass minderwertige KI-Ergebnisse ihre Projekte spürbar verlangsamen; 49 Prozent sehen dadurch die Effizienz ihres Teams beeinträchtigt. Für einen Produktivitätshebel, mit dem Unternehmen ihre KI-Ausgaben rechtfertigen, ist das eine ernüchternde Bilanz.

Sehnsucht nach der Zeit ohne KI

Entsprechend groß ist der Frust. 72 Prozent der deutschen Befragten blicken nach eigenen Angaben regelmäßig sehnsüchtig auf die Arbeit vor der generativen KI zurück, 41 Prozent würden entsprechende Werkzeuge am liebsten ganz abschaffen. International fallen die Werte etwas niedriger aus: Hier sind es 65 beziehungsweise 38 Prozent. Als Gründe nennen die Kritiker vor allem eingeschränkte Kreativität sowie Bedenken bei Datenschutz und Überwachung. 45 Prozent berichten, dass die Beschäftigung mit minderwertigem „KI-Müll“ ihre Arbeit sinnloser und repetitiver wirken lässt.

Kein pauschales Nein zur Technik

Trotzdem ist das keine pauschale Absage an die Technik und hier lohne der zweite Blick. 67 Prozent wünschen sich, dass ihr Unternehmen den KI-Einsatz ausweitet, 64 Prozent vertrauen auf einen ethisch vertretbaren Einsatz. Der Widerspruch zwischen Abschaffungswunsch und Ausbauwunsch verweise weniger auf ein Technik- als auf ein Umsetzungsproblem.

Genau dort setzt auch der Auftraggeber der Studie an. Neal Riley, AI Innovation Lead bei The Adaptavist Group, argumentiert, Unternehmen konzentrierten sich zu stark auf Nutzungskennzahlen statt auf die tatsächliche Wirkung der KI auf die Arbeit. Bei durchdachter Einführung „mit den richtigen Rahmenbedingungen“ könne KI stärken, was Arbeit sinnvoll mache. Dass ein KI-Beratungshaus mangelhafte Umsetzung als Kernproblem identifiziert, überrascht wenig. Der eigentliche Zahlenbefund zur Verifizierungslast bleibt davon unberührt.

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