Nachbericht Tableau Conference 2021 Tableau bettet KI- und Analysefunktionen in Slack ein

Autor / Redakteur: Michael Matzer / Nico Litzel

Auf seiner diesjährigen Anwenderkonferenz hat Tableau, ein Tochterunternehmen von Salesforce, weitere Integrationsmöglichkeiten seiner Analyse-Plattform mit Slack und Einstein AI vorgestellt. Analytik soll ebenso Teil des täglichen Arbeitens werden wie die Nutzung von KI-Funktionen mit Einstein. Weitere Schwerpunkte sind Datenschutz und die Einbindung von Drittlösungen.

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Tableau-Funktionen sind jetzt direkt in Slack integriert.
Tableau-Funktionen sind jetzt direkt in Slack integriert.
(Bild: Tableau)

Um die Demokratisierung der Nutzung von Analysen auf der Salesforce-Plattform voranzutreiben, hat Tableau seine Lösung mit Slack First Analytics integriert. Ask Data in Slack ermöglicht es jedem, mit seinen Daten zu sprechen. Kunden können Fragen in natürlicher Sprache stellen und erhalten automatisch umfangreiche Datenvisualisierungen als Antwort.

Explain Data in Slack hilft Kunden, das „Warum“ in ihren Daten mit KI-gesteuerten Erklärungen hinter den Trends in einem Datensatz zu verstehen. Einstein Discovery in Slack liefert Vorhersagen im Arbeitsfluss. Geschäftsleute können KI-Prognosen auf ihre wichtigsten Geschäftsdaten anwenden, um intelligente Vorhersagen zu erhalten, die die wichtigsten Ursachen identifizieren und umsetzbare Empfehlungen für die nächsten Schritte geben. Der nächste Schritt ist nach den Worten von CTO Francois Ajenstat die Einbettung von Tableau-Analysefunktionen in alle Business-Prozesse.

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Business Science

Anfang 2021 hat Tableau seine Lösung „Business Science“ vorgestellt, um auch den Prozess der Data Science zu demokratisieren. Dafür gibt es nun weitere Module: Mit Model Builder können Unternehmensteams gemeinsam prädiktive Modelle mit der Einstein Discovery Engine erstellen und nutzen, ohne ihre Tableau-Workflows verlassen zu müssen. Mit Model Builder sollen selbst Endbenutzer KI-Modelle erstellen können, die sie bei der Vorhersage und Planung ihrer zukünftigen Verkäufe unterstützen.

Das neue Modul für Szenarioplanung soll Kunden helfen, bessere Entscheidungen zu treffen, indem sie alternative Szenarien im Simulationen vergleichen, robuste Modelle erstellen und die zu erwartenden Ergebnisse verstehen, alles unterstützt durch Einstein AI. „Vor einem Monat gelang uns auch die Integration von Google Looker für Machine-Learning-Modellerweiterungen“, freute sich Ajenstat.

Trust at Scale

Einer der wichtigsten Entwicklungsschwerpunkt ist „Trust at scale“, also das Vertrauen in Daten, aber bei sehr großen Nutzerkreisen. Motto: „Prepare, govern and secure data.“ Klartext: Tableau will es Kunden erlauben, Daten zentral zu verbinden, zu katalogisieren, zu bereinigen, zu kuratieren und zu sichern, unabhängig davon, wo diese sich befinden.

Bereits vorhanden sind der Prep Builder und Prep Conductor sowie der Tableau Catalog. Mit „Virtual Connections“ können Standortadministratoren zentral Zugriffspunkte auf Datenquellen erstellen und sicherstellen, dass diese von allen Mitarbeitern des Unternehmens genutzt werden können. „Zentralisierte Sicherheitsfunktionen auf Zeilenebene“ (Centralized Row-Level Security) sollen die Flexibilität und Segmentierung erhöhen, da Tableau-Administratoren damit zentral konfigurieren können, welche Benutzer und Gruppen auf welche Datenbereiche (auf Zeilenebene) zugreifen dürfen.

Mit den neuen „Prep Extensions“ sollen Kunden schnell die von der Nutzergemeinde entwickelten Tools nutzen können, um die Datenaufbereitung zu vereinfachen und zu erweitern. Dadurch werde die Kreativität der Gemeinschaft freigesetzt, um mehr Leistung und Flexibilität für die Datenaufbereitung zu bieten, sagte Ajenstat.

Share Prep Flows in Tableau Public soll es den Kunden ermöglichen, ihre Workflows in der Nutzergemeinde zu teilen. „Auf diese Weise können die Mitarbeiter bewährte Verfahren austauschen, standardisieren, replizieren und von anderen lernen, um den Erfolg der Datenvorbereitungsprozesse zu steigern“ so der CTO.

Durch die Integration von Enterprise Data Catalogs (EDC) können Tableau-Kunden externe Metadaten aus EDCs wie Collibra, Alation oder Informatica in Tableau einbringen und so Informationen und Kontext in einer einzigen Umgebung zusammenführen. Die Integration erfolgt auf der Ebene der Metadaten. Alation ist schon seit Jahren ein Tableau-Partner.

Tableau Exchange als One-stop-Shop

Über die Ausweitung der Plattform und des Ökosystems sprach Senior Vice President Kate Wright, zuständig für Produktentwicklung. Das vormalige Tableau Hub wird in Tableau Exchange umbenannt, einen Marktplatz, in den Tableau selbst bereits 80 Konnektoren und seine Lösungen einbringt. „Exchange ist Tableaus Drehscheibe für integrierte Produkte, Lösungen und Serviceangebote“, sagte Wright. „Es bietet den Kunden eine zentrale Anlaufstelle, um Angebote zu durchsuchen, die ihnen bei der Datenanalyse helfen können.“ Neben den Konnektoren seien hier auch Accelerators zu finden. Sie helfen laut Wright dabei, die Zeit bis zur Wertschöpfung mit relevanten, vorgefertigten Dashboards zu verkürzen, die Branchen, Geschäftszweige und sogar bestimmte Salesforce-Clouds abdecken.

Geplante Neuerungen

Neu ist das Modul „Tableau Actions with Salesforce Flow“, das die Leistungsfähigkeit der Salesforce Flow Workflow-Engine nutzt, um einen Geschäftsprozess voranzutreiben, sodass Kunden überall in Salesforce direkt Maßnahmen ergreifen können. Erweiterte eingebettete Angebote sollen es Kunden und Partnern erleichtern, Tableau Dashboards, Ask Data und Metrics in ihre Anwendungen einzubetten und jede App zu einer analytischen App zu machen. „Damit wird die Schleife für Analysen, die zu Maßnahmen führen geschlossen, und zwar für Echtzeit-Aktionen UND -Entscheidungen“, so Wright.

Mit sogenannten „Connected Applications“ sollen Website-Administratoren über Standardprotokolle eine vertrauenswürdige Beziehung zu praktisch jedem externen Dienst aufbauen können. Dies werde Kunden helfen, die Benutzerauthentifizierung zu rationalisieren und gleichzeitig Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit in den Vordergrund zu stellen. Klartext: Wenn Nutzer die App wechseln, brauchen sie nicht jedes Mal ihre Logindaten einzugeben, sondern werden quasi weitergereicht. Diese Methode wird derzeit auch von Microsoft auf MS Azure eingeführt.

Die Funktionen Tableau Exchange, Tableau Accelerators im Exchange, Virtual Connections und Centralized Row-Level Security seien bereits verfügbar. Connected Applications werde in Kürze mit Tableau 2021.4 verfügbar werden, und die anderen Neuerungen würden im nächsten Jahr eingeführt, hieß es von Tableau.

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