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Business Intelligence im Krankenhaus So steigert BI die Effizienz und senkt Kosten

Autor / Redakteur: Emma Page / Nico Litzel

Die Gesundheitswirtschaft steht seit jeher vor der Herausforderung, sowohl die Qualität als auch Wirtschaftlichkeit ihrer Leistungen zu optimieren. Gerade Krankenhäuser befinden sich in einem Transformationsprozess und müssen aufgrund knapper Kassen und steigender Kosten zunehmend effizienter werden. Die Nutzung von Business Intelligence (BI) im Krankenhausmanagement spielt daher eine immer größere Rolle.

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(Bild: © everythingpossible - Fotolia.com)

Dennoch schöpfen viele Krankenhäuser die Potenziale nicht richtig aus. Wie Business Intelligence bei der Entlastung, Effizienzsteigerung und Kostenminimierung von Krankenhäusern hilft und erfolgreich implementiert wird, zeigt das Beispiel des Memorial Healthcare System aus Florida und dem BI-Anbieter Pyramid Analytics.

BI und Big Data in Krankenhäusern – ein Überblick

Krankenhäuser gehörten vor rund 25 Jahren, als Business Intelligence zunehmend seinen Platz in Unternehmen fand, nicht zu den Early Adoptern dieser neuen Technik. Viele Einrichtungen in der Gesundheitswirtschaft waren zunächst skeptisch, ob die Auswertung großer Datenmengen auch einen Mehrwert für sie bot. Zudem kamen Sicherheitsbedenken hinzu. Schließlich gibt es nichts Sensibleres als Patientendaten.

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Mittlerweile zählen jedoch vor allem Krankenhäuser zu den größten Nutzern von BI-Lösungen und machen sich zunehmend auch Big Data zu Nutze. Die ehemaligen Spätzünder beim Einsatz von BI werden nun förmlich zu Vorreitern. Das liegt nicht zuletzt an den gestiegenen Anforderungen im Spannungsfeld von zu senkenden Kosten und gleichzeitiger Einhaltung von Leistungsstandards. Krankenhäuser sind angehalten ihre Betriebsstrukturen anzupassen, um Prozesse und Ressourcen zu optimieren und die Effizienz zu steigern.

Dafür geeignete Steuerungsinstrumentarien sind BI und Big Data. Sie ermöglichen Krankenhäusern ihre Daten so aufzubereiten, dass diese anhand von datenbasierten Prozesskennzahlen die Leistungsfähigkeit der einzelnen Abteilungen und Stationen überwachen können. So können Krankenhäuser mit dem Einsatz von BI und Big Data beispielsweise die Verweildauer von Patienten aufgrund effizienterer Prozesse verkürzen, die Auslastung von OP-Sälen besser planen oder den Einkauf von Medizintechnik sowie -equipment einfacher kalkulieren und somit Kosten minimieren.

Beispiel Memorial Healthcare System

Das Unternehmen Memorial Healthcare System (MHS) ist eines der führenden Anbieter von Gesundheitsleistungen in Florida und betreibt mit dem Memorial Regional Hospital eines der größten Krankenhäuser des Bundesstaates Florida. Bereits seit 2012 nutzt MHS Business Intelligence Software, um seine Prozesse zu analysieren und auf Basis von Analysedaten zu optimieren. Mittlerweile nutzen rund 1.000 Nutzer verschiedenster Abteilungen die BI-Lösung. Im Mai 2013 entschied sich MHS, sein Business-Intelligence-System zu modernisieren und die Wahl fiel auf die Self-Service-BI-Lösung BI Office von Pyramid Analytics. Seitdem ist MHS in der Lage, eine Vielzahl neuer Daten zu erheben, zu analysieren und Prozesse noch detaillierter zu beobachten und entsprechend zu optimieren.

In den meisten Krankenhäusern werden lediglich 20 Prozent des Equipments und Lagerbestände, die während OP-Eingriffen genutzt werden, genau überwacht, um die Kosteneffizienz und Verfügbarkeit zu verbessern. Durch den Einsatz der Pyramid Analytics BI-Lösung kann MHS nun alle Geräte und Instrumente in Eigenregie nachverfolgen. Selbst OP-Equipment wie Handschuhe, Skalpelle und Verbandszeug ist in dem System gelistet. Dadurch ist es möglich nachzuverfolgen, für welche Form von OP, durch welchen Arzt und bei welchem Patient das Equipment benutzt wurde.

Dafür nutzt MHS BI Office von Pyramid Analytics in Verbindung mit Microsoft SQL Server. Insgesamt wird so eine Datenmenge mit einem Umfang von 500 Gigabyte aus fünf verschiedenen Quellen analysiert. Das ist sowohl für das medizinische als auch für das Personal der Krankenhausverwaltung von Vorteil: So kann beispielsweise das Pflegepersonal einsehen, welches Verfahren in welchem Fall am häufigsten angewendet wird, wie lange welcher Arzt dafür braucht und ob es auf Basis von demografischer Daten der Patienten Unterschiede gibt und somit die Versorgung der Patienten anpassen.

Aber auch die Finanzabteilung profitiert bei ihrer täglichen Arbeit von den Daten und kann beispielsweise mit ein paar Klicks Ausstattungspreise vergleichen und auf Basis dessen den Anbieter wechseln. Die genaue Datenanalyse hilft Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen wie MHS somit bei der Steigerung der Kosteneffizienz und der besseren Versorgung ihrer Patienten. Darüber hinaus wurde MHS für sein Investment in BI und die Umsetzung mit Pyramid Analytics BI Office mit dem „Data+ Editor's Choice Award 2015“ belohnt, der seit 2013 jährlich vom US-Magazin „Computerworld“ verliehen wird und Unternehmen mit interessanten BI-Aktivitäten ehrt.

Der technische Weg zur richtigen BI-Lösung

Die bei MHS zuvor eingesetzte BI-Lösung basierte auf Microsoft SQL Server Analysis Service. Die Software wurde zwar im Laufe der Zeit stetig aktualisiert, stellte MHS letztlich jedoch vor ein Problem, denn ProClarity war nicht mit 64-Bit-Betriebssystemen, die auf allen modernen PCs installiert sind, kompatibel. Zudem wurde der Mainstream-Support seitens Microsoft im Jahr 2012 eingestellt.

Da MHS jedoch nicht von einer Microsoft-basierten BI-Lösung abweichen wollte, machte man sich auf die Suche nach einer passenden Ersatzlösung. Wichtig war dabei, dass die neue BI-Lösung ebenfalls mit Microsofts BI-Stack kompatibel ist, um weiterhin größtmögliche Flexibilität und Nutzerfreundlichkeit zu bieten. Zudem sollte der einfache Übergang von einem System auf das andere gewährleistet sein, um sowohl alle wichtigen Daten der letzten Jahre zu übertragen als auch den Mitarbeitern den Umgang mit der neuen Software zu vereinfachen.

Insbesondere die Self-Service-BI-Komponente kam dabei zum Tragen: Krankenhausmanagement und Business User sollten jederzeit in der Lage sein, selber Reportings zu ziehen, Analysen aufzusetzen und die Daten via Dashboard zu verwalten ohne die IT-Abteilung zu bemühen. MHS evaluierte eine Vielzahl verschiedener Tools und entschied sich letztlich für BI Office von Pyramid Analytics – eine komplett mit Microsofts BI-Stack kompatible Self-Service-BI-Lösung, die ihren Nutzern eine erweiterte Reporting- und Dashboard-Plattform bietet. Zugleich ermöglicht sie die Zusammenführung von existierenden Datenmodellen und von Endnutzern angetriebenen Datenmodellen durch PowerPivot und Sharepoint.

BI in der Krankenhauspraxis: Klarer Mehrwert, viele Herausforderungen

Die Einbindung von medizinischem Personal in die Datenanalyse bringt Krankenhäusern langfristig gesehen einen Mehrwert, stellt sie jedoch zunächst wie im Falle von MHS auch vor neue Herausforderungen. So war die Umstellung laut Diane Dowell, Clinical System Supervisor, vor allem auch eine kulturelle Herausforderung. Denn von nun an musste das medizinische Personal zum ersten Mal enger mit der Krankenhausverwaltung zusammenarbeiten. So änderte sich der Arbeitsalltag für beide Parteien maßgeblich.

Die anfängliche Herausforderung wurde jedoch nach einiger Zeit zum Mehrwert: Denn durch den besseren Austausch ist es dem MHS nun möglich neue Daten ganz anderer Qualität zu erheben. So können sich nun alle Mitarbeiter aktiv an der Verbesserung von Prozessen beteiligen, neue Vorschläge machen und anhand der Daten ihre Arbeitsweise entsprechend anpassen.

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