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Definition Was ist Microsoft SQL Server?

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Nico Litzel

Microsoft SQL Server ist ein relationales Datenbankmanagementsystem von Microsoft, das speziell für Anwendungen im Unternehmensumfeld konzipiert ist. Es orientiert sich am Standard aktueller SQL-Versionen und ergänzt diese um eine Reihe von weiteren Features.

(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Das relationale Datenbankmanagementsystem Microsoft SQL Server, abgekürzt MSSQLServer, entstand aus einem ursprünglich von Sybase entwickelten Code. Microsoft SQL Server ist für den Einsatz in Unternehmen vorgesehen und in verschiedenen Versionen und Editionen erhältlich. Die Editionen unterscheiden sich in ihrem Funktionsumfang, den Hardwareanforderungen und dem Preis. Der Software zugrunde liegt die SQL-Variante Transact-SQL (T-SQL), die sich am SQL-Standard orientiert, aber zahlreiche weitere Features dem Funktionsumfang hinzufügt. Dazu zählen beispielsweise Funktionen für die Transaktionssteuerung, für die Zeilenverarbeitung und für die Fehler- oder Ausnahmebehandlung.

Anwendungsbereiche für den Microsoft SQL Server sind Datawarehouse- und Business-Intelligence-Anwendungen. Hierfür gehören Services zum MSSQLServer wie Reporting Services, Analyse Services, Integration Services oder SQL Server Data Tools (SSDT). Vom Microsoft SQL Server ebenfalls unterstützt werden OLE DB und ODBC für die Open Database Connectivity.

Die Geschichte des Microsoft SQL Servers

Microsoft SQL Server basiert auf einem ursprünglich von der Firma Sybase entwickelten Code. Aus einer Zusammenarbeit der Unternehmen Sybase, Ashton-Tate und Microsoft wurde Ende der 1980er-Jahre eine erste Version eines Datenbankmanagementsystems für das Betriebssystem OS/2 entwickelt. Schon 1992 wurde für OS/2 mit der SQL-Server-Version 4.2 das letzte Release veröffentlicht. Mit der Version 4.21 aus dem Jahr 1993 war SQL Server zusammen mit dem Betriebssystem Windows NT einsetzbar. Da die Zusammenarbeit von Sybase und Microsoft in den 1990er-Jahren endete, veröffentlichten beide Unternehme eigene Versionen einer SQL Server Software. Microsoft unter dem Namen Microsoft SQL Server und Sybase unter dem Namen Adaptive Server Enterprise (ASE).

Die verschiedenen Versionen und Editionen des Microsoft SQL Servers

Die erste veröffentlichte Version war SQL Server 1.0, ein 16-bit-Server für das Betriebssystem OS/2. Aktuell (Stand Q4 2017) unterstützt Microsoft offiziell folgende Versionen des Microsoft SQL Servers:

  • SQL Server 2017
  • SQL Server 2016
  • SQL Server 2014
  • SQL Server 2012
  • SQL Server 2008 R2
  • SQL Server 2008

Seit der Version SQL Server 2016 werden ausschließlich noch x64-Prozessoren unterstützt. Je nach benötigtem Leistungsumfang und dem vorgesehenen Verwendungszweck sind verschiedene Editionen des Microsoft-SQL-Servers erhältlich. Diese sind sind in die beiden Kategorien Mainstream-Editionen und Specialized-Editionen unterteilt. Zu den Mainstream-Editionen gehören beispielsweise die SQL Server Enterprise Edition, die SQL Server Standard Edition, die SQL Server Web Edition, die SQL Server Workgroup Edition oder die SQL Server Express Edition. Zu den Specialized-Editionen zählen unter anderem Azure SQL Database, Compact (SQL CE), SQL Server Developer Edition, SQL Server 2005 Embedded Edition, SQL Server Evaluation Edition oder SQL Server Fast Track.

Leistungsfähigkeit aktueller Microsoft-SQL-Server-Versionen

Aktuelle Microsoft-SQL-Server-Versionen sind sehr leistungsfähig und können im Cloud- oder im Big-Data-Umfeld eingesetzt werden. Es lassen sich mit dem Datenbankmanagementsystem intelligente, geschäftskritische Anwendungen und besonders skalierbare Hybrid-Datenbankplattform realisieren. Zum Leistungsumfang gehören In-Memory-Funktionen, erweiterte Sicherheitsfeatures und umfangreiche Analysemöglichkeiten großer Datenbestände direkt innerhalb der Datenbank.

Auf Basis von Microsoft SQL Server sind Apps zur Onlinetransaktionsverarbeitung (OLTP) mit hoher Verfügbarkeit und guter Skalierbarkeit bereitstellbar. Für Analysefunktionen steht mit „R“ eine eigene Statistiksprache direkt in der SQL-Server-Datenbank zur Verfügung. Ein Verschieben der Daten ist dank der Statistiksprache überflüssig. Microsoft SQL Server kann auf Servern in einem Rechenzentrum, in einer privaten Cloud oder in einer Public Cloud wie Microsoft Azure betrieben werden.

Funktionen von T-SQL

Die Funktionen von T-SQL lassen sich in die folgenden Kategorien einteilen:

  • Aggregatfunktionen
  • Analytische Funktionen
  • Rangfolgefunktionen
  • Rowset-Funktionen
  • Skalare Funktionen

Aggregatfunktionen führen Berechnungen für Wertemengen durch und sind deterministisch. Angewendet auf die gleichen Eingabewerte liefern sie die gleichen Werte zurück. Analytische Funktionen berechnen Aggregatwerte auf Basis einer Gruppe von Zeilen. Im Gegensatz zu Aggregatfunktionen können sie für jede Gruppe mehrere Zeilen zurückgeben. Rangfolgefunktionen sind nicht deterministisch und geben für jede Partitionszeile einen so genannten Rangfolgewert zurück. Die Rowset-Funktionen liefern Objekte, die sich als Tabellenverweise einer SQL-Anweisung verwenden lassen. Skalare Funktionen schließlich verarbeiten einzelne Werte und liefern einzelne Werte als Ergebnisse zurück. Kategorien von skalaren Funktionen sind zum Beispiel:

  • Konfigurationsfunktionen
  • Konvertierungsfunktionen
  • Cursorfunktionen
  • Datums- und Uhrzeitdatentypen und zugehörige Funktionen
  • JSON-Funktionen
  • logische Funktionen
  • mathematische Funktionen
  • Metadatenfunktionen
  • Sicherheitsfunktionen
  • und viele weitere

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