Agentische Prozessorchestrierung Camunda stellt ProcessOS vor

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Auf der CamundaCon 2026 in Amsterdam hat Camunda mit ProcessOS eine neue KI-Schicht für seine Orchestrierungsplattform angekündigt. Das System soll bestehende Geschäftsprozesse analysieren, für den KI-Einsatz neu entwerfen und laufend optimieren. Statt KI nur als Hilfe für Einzelaufgaben zu nutzen, zielt ProcessOS darauf ab, ganze Prozesse von Grund auf neu zu denken. Die Lösung ist im Early Access verfügbar.

Camunda kündigt ProcessOS an: Eine KI-Schicht, die Geschäftsprozesse erkennen, neu entwerfen und optimieren soll.(Bild:  Camunda)
Camunda kündigt ProcessOS an: Eine KI-Schicht, die Geschäftsprozesse erkennen, neu entwerfen und optimieren soll.
(Bild: Camunda)

Auf der Jahreskonferenz CamundaCon in Amsterdam hat Camunda das neue Produkt ProcessOS vorgestellt. ProcessOS fungiert als zusätzliche KI-Schicht auf Camundas bestehender agentischer Orchestrierungsplattform und adressiert drei Kernfunktionen: Prozesse erkennen, neu entwerfen und kontinuierlich verbessern.

Vom Chatbot zur Prozess-Neugestaltung

Camunda positioniert ProcessOS als Antwort auf ein aus Sicht des Unternehmens zentrales Problem: Die KI-Nutzung in Unternehmen stagniere auf der Ebene von Aufgabenhilfen wie Chatbots, Empfehlungssystemen oder KI-gestützter Suche. Wer KI lediglich auf bestehende Abläufe aufsetze, erhöhe Komplexität und technische Schulden, so die Argumentation.

„Jeder Prozess in Ihrem Unternehmen ist Legacy – er wurde für eine Welt entworfen, in der KI nicht existierte“, sagt CEO Jakob Freund. Jedes Unternehmen stehe vor der Aufgabe, sich grundlegend neu zu erfinden. Die Einschränkung sei nicht der Zugang zu KI, sondern das Wissen, wo sie im Unternehmen hingehöre.

Was ProcessOS konkret leisten soll

ProcessOS nutzt nach Herstellerangaben Fortschritte in der agentischen Softwareentwicklung, um vollständige prozessbasierte Lösungen zu generieren und zu modifizieren. Dazu gehören:

  • Prozesse erkennen: Bestehende Abläufe aus vorhandenem Wissen und operativen Daten ableiten
  • Prozesse neu entwerfen: Legacy-Abläufe anhand definierter Ergebnisse für eine KI-zentrierte Welt umgestalten
  • Prozesse optimieren: Laufende Verbesserung anhand von Key Performance Indicators

Zum Funktionsumfang zählen laut Camunda agentische Prozesse, Integrationen, Datenmapping, Agent-Prompts, Entscheidungslogik und UI-Formulare. Die Plattform greife dabei auf einen wachsenden Katalog von Erweiterungen im Camunda Marketplace zu.

CTO Daniel Meyer beschrieb die Funktionsweise so: „Der gleiche Wandel, der gerade die Softwareentwicklung erfasst, kommt jetzt für den Geschäftsbetrieb. Entwickler haben früher jede Zeile Code selbst geschrieben. Heute schreibt KI immer mehr davon. Geschäftsprozesse sind als Nächstes dran. Bei ProcessOS beschreiben die Anwender das gewünschte Ergebnis in natürlicher Sprache, und dann erstellt ProcessOS den Prozess, bringt ihn in Betrieb und optimiert ihn fortlaufend anhand der von Ihnen definierten Geschäftsziele.“

Wissensbasis und Lerneffekte

ProcessOS pflegt laut Camunda eine eigene Wissensbasis mit Designmustern, Integrationen, Richtlinien und Verfahren. Diese wachse, je mehr Prozesse ein Unternehmen auf die Plattform bringe. Das System lerne aus Erfolgen und Misserfolgen und baue ein zunehmend präzises Verständnis der unternehmensspezifischen Abläufe auf.

Governance und menschliche Kontrolle

Für den Unternehmenseinsatz betont Camunda drei Governance-Mechanismen:

  • Verifikation durch Design: Visuelle Prozessmodelle zeigen, welche Schritte KI übernimmt, unter welchen Bedingungen und wo Menschen involviert sind.
  • Human-in-the-Loop: Jede Prozessänderung wird vor dem Produktiveinsatz von Menschen geprüft und freigegeben.
  • Wiederverwendung und Lernen: ProcessOS priorisiert bereits freigegebene Prozessmuster und Konnektoren. Jede menschliche Rückmeldung fließt in die Optimierung ein.

ProcessOS ist als offene Orchestrierungs- und Intelligenzschicht konzipiert, die mit bestehenden Unternehmenssystemen wie ERP, CRM oder Kernbankensystemen zusammenarbeiten soll, ohne diese zu ersetzen.

ProcessOS steht ab sofort im Early Access für ausgewählte Unternehmen zur Verfügung. Interessenten können sich online auf eine Warteliste eintragen lassen.

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