Kommentar von Wolfgang Fresser, Couchbase

Richtiges Datenmanagement ist ein Erfolgsfaktor

| Autor / Redakteur: Wolfgang Fresser / Nico Litzel

Der Autor: Wolfgang Fresser ist Regional Director bei Couchbase
Der Autor: Wolfgang Fresser ist Regional Director bei Couchbase (Bild: Couchbase)

Neben Mobilgeräten sind heute nahezu alle Dinge „intelligent“: Industrieanlagen, Bildschirme und Fitness-Tracker sind nur einige Beispiele, die auf Basis von IP-Technik kommunizieren und Möglichkeiten zur Interaktion bieten. Dabei werden Kinder von heute als Erwachsene wohl nicht mehr verstehen, dass ein Display nicht mit dem Internet verbunden ist und keinen umfassenden Katalog an Features integriert hat.

Egal, ob Smart TV oder Küchenmaschine, überall werden sowohl eine breite Palette von Interaktionsmöglichkeiten und als auch Personalisierung durch die Anwender vorausgesetzt. Gleiches gilt in der Smart Factory oder „Industrie 4.0“ – die Wertschöpfung verschiebt sich weg vom physischen Produkt mehr hin zur Software und zum „Industrial App Store“.

Es erscheint schwer vorstellbar, dass die Fähigkeit zur Nutzung von digitaler Innovation das Kernelement des wirtschaftlichen Konkurrenzkampfes werden soll. Dabei ist dies schon längst Realität. „Born Digitals“ wie Apple, Google, Amazon oder Netflix setzen die Vorteile der Digitalisierung ein, um ganze Branchen umzukrempeln. Uber wurde in kurzer Zeit zum größten Personentransportunternehmen – ohne im Besitz eines einzigen eigenen Taxis zu sein. Amazon liefert in Großstädten mittlerweile Lebensmittel vor die Haustür und erlaubt dabei die Nachverfolgung der Lieferung beinahe in Echtzeit – ohne eine einzige Supermarktfiliale. Apple und Google haben eigene Automobilprojekte auf den Weg gebracht und könnten damit schon bald etablierten Herstellern die Käufer streitig machen.

Die Rolle von IoT in der Digital Economy

Durch die Vernetzung entstehen riesige Ökosysteme, die durch standardisierte Technologie eine Grundlage zur Verwirklichung von neuen Geschäftsmodellen bieten. Internetriesen suchen dabei nach neuen Möglichkeiten, ihre Reichweite zu vergrößern und drängen daher in verschiedene Branchen. Die Endkunden akzeptieren unbekannte Angebote, solange sie eine einzigartige User Experience bieten. Dabei können selbst langjährige Markenbindungen zerbrechen oder abgestuft werden. Daher laufen Unternehmen Gefahr, dass sie zentrale Teile ihrer Added-Values an neue Wettbewerber verlieren könnten.

IoT spielt in dem Prozess eine wichtige Rolle, denn es ist der Grund für die große Reichweite der Vernetzung und sorgt dafür, dass wirklich jeder Teil des Alltags durch die Digitalisierung erfasst wird. Smarte Technologie spielt dabei eine Doppelrolle.

  • Zum einem spürt man verstärkt, dass smarte Endgeräte als direktes Gateway zu Angeboten führen, die zuvor ohne digitale Technologie nur mühsam abrufbar waren. Beispielsweise sollen bestehende Angebote nicht nur über das Smartphone, sondern auch über Apple Watch, Smart Home, Connected Cars und andere Endgeräte genutzt werden können.
  • Gleichzeitig wäre die Integration von IoT nicht komplett, wenn diese Aktionsfähigkeit nicht in Echtzeitanalyse und Interaktionsfähigkeit umgesetzt werden kann. Dabei gilt es durch Korrelation und Untersuchung einer riesigen Menge von Transaktionen mehr Komfort und personalisierte Angebote zu erstellen. Die Sensoren in smarten Dingen können also als Informationsquelle für zukünftige Angebote genutzt werden.

Die digitale Integration hat dabei eine kritische Schwelle überschritten: Die nötige Infrastruktur ist vorhanden. Sowohl in der Industrie als auch im persönlichen Alltag gehören vernetzte Geräte, Smartphones und umfangreiche Konnektivität zum Alltag. Mobiler Datenaustausch und die nötige Hardware sind verfügbar und in ausreichendem Maße ausgerollt. Die nächste Stufe ist es nun, durch die richtige Innovation die Grundlage zu schaffen, um Vorteile voll ausnutzen zu können.

Aufbau einer Datenmanagement-Plattform

Organisationen sollten ihre IT und internen Prozesse richtig vorbereiten und an die Verhältnisse der virtuellen Welt anpassen. Dabei gilt es vor allem die unglaubliche Menge an Informationen verarbeiten zu können. Durch IoT ergibt sich eine große Anzahl von Interaktionen, bevor es zu einer echten Transaktion kommt. Themen wie Big Data und Künstliche Intelligenz (KI) sind nur zwei Beispiele, die genau bei der Auswertung solcher Interaktionen ansetzen.

IT-Entscheider sollten verstehen, dass das größte Hindernis, um die Informationsmengen in konkretes Kundenengagement umzuwandeln, meistens die eigenen Datenbanken und interne IT ist, die nicht auf die Anforderungen der digitalen Integration ausgelegt wurden. Strukturierte Datensätze sind nicht ausreichend skalierbar und werden schnell zum Flaschenhals, der zu nicht akzeptierbaren Performancelücken führt. Das führt zu einer unzureichenden Nutzererfahrung und disqualifiziert Unternehmen von der Teilhabe an den Vorteilen der Digitalisierung.

Damit Güter und Services personalisiert sowie umgehend und jederzeit verfügbar gemacht werden können, müssen Unternehmen eine Management-Plattform für Informationen implementieren. Ziel ist dabei, sämtliche Interaktionen der Kunden durch Echtzeitanalyse zur Verbesserung und Personalisierung der Customer-Journey einsetzbar zu machen. Außerdem muss der Datenfluss so optimiert werden, dass auch der Offline-Betrieb gewährleistet ist. Eingeschränkte Konnektivität darf die Performance des Endgerätes nicht beeinflussen.

Genau hier setzen nicht-relationale Datenbanken an und gewinnen in den letzten Jahren immer stärker an Boden. Solche Ansätze sind so weit entwickelt, dass sie ohne umfassende Implementierungsprojekte einsatzbereit sind. Aktuelle Trends wie IoT und Big Data sind fest mit Datenbanken verbunden und werden noch lange die Branche bestimmende Themen sein. Durch die IP-basierte Kommunikation sind wechselnde On- und Offline-Szenarien kein Problem und erlauben unter allen Bedingungen eine optimale User-Experience.

NoSQL-Datenbanken im Vergleich

NoSQL

NoSQL-Datenbanken im Vergleich

15.01.18 - NoSQL-Datenbanken wurden aus der Notwendigkeit heraus entwickelt, große, unterschiedliche Mengen von Dimensionen wie Raum, Zeit und Lokation auf möglichst effiziente Weise zu speichern und zu verarbeiten. Mittlerweile sind sie die unabdingbare Alternative zu relationalen SQL-basierten Datenbanken. Doch nicht jede NoSQL-Datenbank eignet sich für jeden Zweck. Tatsächlich sind die meisten sogar recht spezialisiert. lesen

Fazit

Damit Unternehmen im veränderten Wettbewerb ihr Know-how auch in der digitalen Welt richtig einbringen können, sollten sie durch speicherorientierte Datenbanken eine zentrale Plattform zur Informationsverarbeitung schaffen – so ermöglichen sie die sofortige Verarbeitung von Daten, die bei relationalen Prozessen unberücksichtigt geblieben wären.

Durch bessere Fähigkeiten bezüglich der Kundeninteraktion und der User Experience können auch Unternehmen mit Ursprung in der Offline-Welt die Vorteile von disruptiver Technologie einsetzen. Dieser Schritt ist wichtig, denn die Digitalisierung verändert früher oder später die Wettbewerbssituation in nahezu jeder Branche.

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