Chancen und Herausforderungen

Künstliche Intelligenz erleichtert Unternehmensabläufe

| Autor: Sarah Böttcher

Neue Geschäftsformen und Technologien sollen durch die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine möglich werden.
Neue Geschäftsformen und Technologien sollen durch die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine möglich werden. (Bild: tiagozr - stock.adobe.com)

Künstliche Intelligenz (KI) gilt dem Bitkom zufolge als Schlüsseltechnologie. Der Digitalverband hat nun eine Umfrage über Chancen und Herausforderungen von KI erhoben. Deutlich wird auch, dass viele der befragten Bürger Angst vor Veränderungen, die der verstärkte Einsatz von KI-Lösungen mit sich bringen würde, haben.

69 Prozent der vom Digitalverband Bitkom befragten Teilnehmer einer Studie über Chancen und Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz (KI) sind der Meinung, dass deutsche Unternehmen durch den Einsatz von KI weltweit erfolgreich sein werden.

Die Sicht der Bevölkerung

Grundsätzlich sehen die Bundesbürger in allen Lebensbereichen große Chancen beim Einsatz von KI. So sind 83 Prozent davon überzeugt, dass KI die Verkehrssteuerung verbessert und so Staus reduziert werden können. Fast ebenso viele (81 Prozent) glauben, dass dank KI in der Industrie körperlich belastende Tätigkeiten auf Maschinen übertragen werden können. Jeweils zwei Drittel sagen, dass Verwaltungstätigkeiten durch KI beschleunigt werden (68 Prozent), in der Forschung die Innovationskraft steigt (67 Prozent) und der Kunden-Service Anfragen zuverlässiger bearbeiten kann (64 Prozent). Ebenfalls eine Mehrheit geht davon aus, dass die Polizei durch den Einsatz von KI Verbrechen schneller aufklären kann (54 Prozent) und im Gesundheitswesen mit KI-Hilfe bessere Diagnosen gestellt werden (57 Prozent).

Angst vor Veränderungen

Deutlich wird auch, dass viele der befragten Bürger Angst vor Veränderungen, die der verstärkte Einsatz von KI-Lösungen mit sich bringen würde, haben. Vor allem die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes ist groß. „Es geht nicht darum, dass ein KI-System den Polizisten oder den Arzt ersetzt. Es geht darum, dass intelligente Systeme ihm zuarbeiten“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „So kann die Software zum Beispiel eine Vielzahl von Daten über einen erkrankten Patienten verarbeiten und diese in kurzer Zeit mit einer Vielzahl zurückliegender Diagnosen und den jüngsten Forschungsergebnissen abgleichen. Auf dieser Basis kann sie dem behandelnden Arzt eine individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmte Therapie vorschlagen.“

Bei aller Offenheit gegenüber Künstlicher Intelligenz gibt es auch zahlreiche Bedenken. So befürchten gut drei Viertel (78 Prozent), dass der Einsatz von KI Machtmissbrauch und Manipulation Tür und Tor öffnet, so der Digitalverband. Jeweils rund zwei Drittel sorgen sich, dass KI die Vorurteile der Programmierer abbildet (67 Prozent) und faktenbasierte Entscheidungen nur vorgaukelt (64 Prozent). Rund jeder Zweite hat Angst, dass KI den Menschen entmündigt (50 Prozent) oder sich die intelligenten Maschinen irgendwann gegen den Menschen richten (54 Prozent).

„Wir müssen besser und breiter darüber aufklären, was künstliche Intelligenz kann, und was sie aber auch nicht kann“ sagt Berg. „Wir erleben immer bessere KI-Systeme, die jeweils für eine bestimmte Aufgabe trainiert sind und diese zum Teil auch besser als wir Menschen erledigen. Eine Maschine, die besonders gut Krankheits-Diagnosen stellt, kann aber eben nur das und wird weder meine Reisen buchen noch meine Wohnung putzen.“ Der Bitkom sieht in diesem Zusammenhang die Politik in der Verantwortung. Eine breite Aufklärung der Bevölkerung sowie klar formulierte Grenzen sind im Umgang mit Künstlicher Intelligenz essenziell.

KI-Unwissenheit

Die Angst vor KI-Lösungen kann vermutlich auch ein Stück weit auf die herrschende Unwissenheit der Bevölkerung über diese Technologie zurück geführt werden. So zeigt die Umfrage, dass viele Bundesbürger oft ohne es zu wissen Geräte oder Dienste nutzen, die auf KI basieren. 19 Prozent der Befragten sind sich sicher, dass sie entsprechende Anwendungen bereits verwendet haben, 31 Prozent glauben es zumindest. Tatsächlich aber gehören bereits 73 Prozent der Befragten zu den Nutzern etwa von Online-Übersetzung, Sprachassistenten oder individuellen, nicht werblichen Empfehlungen von Online-Plattformen.

Unternehmens-Sicht

Dem Bitkom zufolge ist Deutschland beispielsweise beim Einsatz von KI in autonom fahrenden Autos an der internationale Spitze der Forschung beteiligt. Um diese Vorreiterposition nicht zu verlieren, sind zahlreiche Investitionen nötig, so der Digitalverband. „Was wir dringend brauchen, ist eine bundesweite Strategie zu Entwicklung und Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Wenn wir die nächsten Jahre darauf verwenden, alleine das Für und Wider der Technologie zu debattieren, werden wir international abgehängt“, so Berg.

Unternehmensabläufe können durch den Einsatz KI-gestützter Systeme, wie beispielsweise automatisierte Entscheidungsprozesse, vereinfacht werden. So denken 60 Prozent dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz den Arbeitnehmern dabei helfen kann, den Arbeitsalltag besser zu organisieren. Auch in Bezug auf Weiterbildungsmöglichkeiten soll es durch KI Erleichterung geben. Dieser Meinung sind 59 Prozent der Studienteilnehmer.

Zur Studie

Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.006 Bundesbürger ab 14 Jahren telefonisch befragt.

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