Nachbericht Tableau Conference 2024 Tableau bringt KI zu immer mehr Nutzern

Von Michael Matzer 6 min Lesedauer

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Auf der Tableau Conference 2024 hat das Tochterunternehmen von Salesforce mehrere Erweiterungen seiner Datenplattform vorgestellt: Tableau Desktop Public, Einstein Copilot und neue Pulse-Funktionen. Mit Viz Extensions lassen sich durch Lösungen von Drittanbietern die Möglichkeiten der Visualisierung von Daten erweitern. Die Tableau Cloud wird durch die Integration mit Salesforce Hyperforce skalierbarer.

Verbesserungen an Einstein Copilot for Tableau umfassen die geführte Transformation von Daten sowie die Möglichkeit, dass KI automatisch eine Art „Datenwörterbuch“ – einen Datenkatalog – erstellt. (Bild:  Salesforce)
Verbesserungen an Einstein Copilot for Tableau umfassen die geführte Transformation von Daten sowie die Möglichkeit, dass KI automatisch eine Art „Datenwörterbuch“ – einen Datenkatalog – erstellt.
(Bild: Salesforce)

Tableau stellte kürzlich vor rund 8000 Besuchern auf der Tableau Conference mehrere Neuheiten und Erweiterung seiner Plattform vor, die u. a. die Anwendergemeinde Richtung Endanwender in jeder Art von Organisation ausweiten sollen. Denn wie der Hersteller in einer Studie herausfand, nutzen lediglich 30 Prozent der Berufstätigen Daten, um geschäftliche Entscheidungen zu treffen.

Tableau Desktop Public Edition

Tableau erweitert seine kostenlosen Angebote um Tableau Desktop Public Edition, eine Arbeitsumgebung, um online Datenvisualisierungen, sogenannte Workbooks, zu erstellen, zu erkunden und mit anderen zu teilen. Nun werden die Möglichkeiten dahingehend erweitert, dass Anwender dieser Edition auch lokale Daten bearbeiten und sicher speichern oder sie online mit der Tableau-Public-Gemeinde teilen können. Diese Gratis-Edition ist für Studierende, Daten-„Enthusiasten“ und Non-Profit-Nutzer gedacht.

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Viz Extensions

Bei Viz Extensions handelt es sich um grafische Bibliotheken, auf die das Tableau-Programm zugreift, um Diagramme zu erstellen. Einige Anwender haben diese Fähigkeit offenbar an die Grenzen des Möglichen getrieben, nun folgt ihnen Tableau, damit sie solche Visualisierungen schneller erstellen können. Eine neue Sankey-Erweiterung erlaube es beispielsweise einem Analysten, das entsprechende Diagramm mit nur drei Klicks zu erstellen. Damit lasse sich die komplizierte Datenaufbereitung oder die Berechnungen vermeiden, die ohne solche Viz Extensions nötig wären.

Die Viz Extensions lassen sich zudem als quelloffene Programmierschnittstellen exponieren, die jeder nutzen kann, um eigene Schablonen für Visualisierungen zu erstellen. Tableau bietet dazu die Extension API für Entwickler an. Solche Partner sind unter anderem Apps for Tableau, der ein Baumdiagramm für die Zerlegung eines KPI anbietet, sowie Texttabellen mit der Option, Daten zurückzuschreiben, falls Nutzer mal mit Daten in einer Tabellenkalkulation interagieren wollen. Ein weiterer Partner ist LaDataViz. Diese Firma habe ein Baumdiagramm verteilt, das sich zur Darstellung von Hierarchien eigne. Die Extensions sind im Tableau Exchange zu finden.

Geteilte Dimensionen und zusammensetzbare Datenquellen

Eine weitere Herausforderung stellen für Datenanalysten komplexe Daten dar. Daten, die aus verschiedenen Quellen stammen und unterschiedliche Grade der Detailliertheit aufweisen, können Analysten zwingen, mehr Zeit für die Datenaufbereitung und -modellierung aufzuwenden statt für ihre eigentliche Aufgabe, die Schaffung von Erkenntnissen.

Geteilte Dimensionen erlauben es Datenanalysten, komplexe Datenmodelle zu erstellen, darunter auch solche mit mehreren Faktentabellen. Zusammensetzbare Datenquellen erweitern die Fähigkeit der Analysten, zentral definierte Datenquellen mit ihren eigenen Hinzufügungen zu erweitern, ohne das zugrundeliegende Datenmodell zu ändern.

Indem er diese Funktionen verwendet, könnte ein Analytiker oder ein Datenpfleger ein einziges Basismodell erzeugen, das die Quelle für Dutzende oder Hunderte von Datenvisualisierungen sein kann. beispielsweise könnte dann ein Fertigungsunternehmen seine Maschinendaten vom Fließband mit Arbeitsdaten aus den Schicht- und Ruhezeiten kombinieren und sie mit Daten von Lieferungen von und an Zulieferer in einem einzigen Modell zusammenführen. Daraus ließen sich ein Dashboard und beliebige Anwendungen zu Themen wie IoT-Daten, Zuliefererverwaltung, Arbeiterproduktivität sowie Managementreports aus nur einer Quelle und nur einer Reihe von zugrundeliegenden Metriken erzeugen.

Die Rolle von KI

Mit KI-basierten Innovationen lässt sich laut Tableau das Publikum für die Datenverarbeitung auf Sachbearbeiter und Wissensarbeiter ausweiten. Tableau Pulse soll den großen Personenkreis der „Einsteiger“ mit personalisierten, automatischen Erkenntnissen, die mit KI generierten werden, erheblich erweitern

Paul Bremhorst, Senior Director Solution Engineering bei Tableau(Bild:  Tableau)
Paul Bremhorst, Senior Director Solution Engineering bei Tableau
(Bild: Tableau)

Das Update von Tableau Pulse identifiziert und liefert Erkenntnisse automatisch, je nachdem welche persönlichen KPIs ein Nutzer aufweist. Die Anwender empfangen diese Erkenntnisse per E-Mail, Chat und auf Mobilgeräten, dabei haben sie die Möglichkeit, die Daten zu erforschen, mit ihnen zu interagieren und die Daten zu filtern. Die einzige Voraussetzung für Tableau Pulse ist laut Paul Bremhorst, Senior Director Solution Engineering Tableau, ein Zugang zur Tableau Cloud.

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Einstein Copilot for Tableau, der nun in der Betaversion verfügbar ist, erlaubt es Gelegenheits- und Neuanwendern, mit KI-Support Daten zu untersuchen und zu visualisieren. Der Copilot verfügt über neue Fähigkeiten:

Datentransformation ist künftig KI-gestützt und kann eine Datentransformationspipeline automatisieren, wo der Nutzer Schritt-für-Schritt-Anregungen erhält, die ein Analytiker mit einem Klick übernehmen kann. Ein Nutzer könnte beispielsweise einen Prompt wie den folgenden eingeben: „Suche in den Produktbewertungen und hilf mir herauszufinden, welche die positivsten sind.“ Der Copilot werde den User dann durch die Schritte führen, die für die Datenaufbereitung zwecks Analyse nötig sind.

„Mit Einstein Copilot for Tableau Catalog können Anwender automatisch Beschreibungen von Daten generieren, um ihre Datenquellen leichter zu finden und zu untersuchen“, sagt Bremhorst. „So kann zum Beispiel jemand, der im Gastgewerbe tätig ist, für Reisedaten auf ,Draft with Einstein‘ klicken und erhält eine detaillierte Beschreibung der Daten, die die Metadaten und Feldnamen der Datenquelle verwendet, damit andere Analysten diese Erkenntnisse leicht referenzieren können.“

Empfohlene Fragen: „Anwender wissen nicht immer, wo sie bei der Untersuchung von Daten anfangen sollen. Einstein Copilot für Tableau führt eine automatische Datenanalyse durch und empfiehlt relevante Fragen, die den Benutzer zu interessanten potenziellen Erkenntnisbereichen führen. Ein regionaler Vertriebsleiter könnte zum Beispiel vorgeschlagene Fragen wie ,Gibt es Umsatzmuster über Produktkategorien hinweg?‘ verwenden, um saisonale Umsatzmuster zu entdecken.“

Dialogorientierte Datenanalyse: „Die Antwort auf die erste Frage zu erhalten, reicht selten aus. Für eine gute Analyse müssen Folgefragen gestellt und weitere Details gefunden werden. Einstein Copilot für Tableau ermöglicht es Benutzern, ihre Datenexploration zu wiederholen und zu verfeinern. Benutzer können nach einer Erkenntnis suchen, ohne den Kontext ihrer vorherigen Frage zu verlieren. Ein Vermarkter könnte zum Beispiel fragen, welche Kampagnen am besten laufen, und Folgefragen zu bestimmten Regionen, Produkten und Vertriebskanälen hinzufügen.“

Geführte Berechnungserstellung: „Die Berechnung von Metriken und KPIs ist eine wichtige Aufgabe bei der Datenanalyse, die oft das Erlernen einer komplexen Berechnungssyntax erfordert. Einstein Copilot für Tableau führt die Benutzer durch diesen Prozess. Zum Beispiel kann ein Benutzer eine KI-gestützte Anleitung erhalten, um Informationen aus einem längeren String-Feld zu analysieren, wie z. B. einen Ortsnamen aus einer vollständigen Postadresse zu extrahieren, oder mehrere Kennzahlen mit den richtigen Aggregationen zu kombinieren, um ein genaues Ergebnis zu erzielen.“

Erhöhte Skalierbarkeit

Tableau hat ein Update angekündigt, das die Integration von Salesforce Hyperforce mit der Tableau-Cloud-Plattform erlaubt, um die Skalierbarkeit der Plattform zu steigern. „In einigen Ländern ist Salesforce bereits über Hyperforce verfügbar, und auch Tableau Cloud soll nun auf Hyperforce integriert werden“, erläutert Bremhorst. „Dies wird Schritt für Schritt passieren und der genaue Termin richtet sich nach Land und Region. In jedem Fall erwarten wir dieses Jahr einen Tableau Cloud POD auf Hyperforce Germany.“

Da Hyperforce die sichere Cloud-Infrastruktur von Salesforce bildet, soll Tableau künftig leichter berücksichtigen können, wo sich die Nutzer geografisch befinden. Das hat Auswirkungen auf die Compliance und Governance der Dienste sowie der KI-Daten und soll eine Reaktion auf die Anforderungen international aufgestellter Kundenorganisationen sein. Zusätzliche Compliance-zertifikate wie etwa FedRAMP sollen daher leichter zu erreichen sein.

Zugleich soll das neue Premium-Bundle „Tableau+“ neue Lizenzierungs- und Supportoptionen bieten und das zugehörige Supportmodell „Success Plans“ aktualisiert worden sein. Tableau+ bietet eine einfachere Kaufoption für Kunden, die Analysen allen Mitarbeitern in ihrer Organisation zur Verfügung stellen wollen.

Tableau+ umfasst Optionen für große und komplexe IT-Umgebungen:

  • Data Cloud Everywhere: 250.000 Credits der Salesforce Data Cloud, um das Kundenerlebnis bei der Arbeit mit CRM-Daten zu verbessern;
  • Premier Success Plan: stellt sicher, dass der Kunde einen Kundensupport mit erhöhter Priorität erhält;
  • Tableau Cloud Manager: stellt eine einzige Steuerkonsole für bis zu 50 Standorte zur Verfügung;
  • Einstein Copilot for Tableau: Alle Funktionen von Tableau Enterprise, darunter Data Management, Advanced Management , eLearning und zusätzlichen Speicherplatz in der Tableau Cloud.

Bremhorst erläutert: „Credits in der Data Cloud funktionieren ähnlich wie Gutscheine, die Kunden verwenden, um ihre Rechnung für die Nutzung der Data Cloud zu begleichen. Die Data Cloud Credits können dazu verwendet werden, für Aktivitäten wie das Importieren, Exportieren oder Transformieren von Daten sowie für die Profilvereinheitlichung, die Segmentierung und Aktivierung zu bezahlen.“

Verfügbarkeit

Tableau Pulse, Tableau Public Desktop Edition und Salesforce Success Plans for Tableau sind bereits verfügbar. Einstein Copilot for Tableau ist in einer begrenzten Beta auf der Tableau Cloud erhältlich. Eine breitere Verfügbarkeit ist für den Sommer 2024 geplant. Tableau+ und Tableau Cloud auf Hyperforce sollen ebenfalls im Sommer verfügbar werden. Aber wie Tableau informiert, dauert die Migration der Tableau Cloud von der jetzigen AWS-Infrastruktur auf die Salesforce-Infrastruktur auf AWS (Hyperforce) von Juli bis November. 2024.

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