Agentic AI Salesforce erweitert seine Agentforce-Plattform mit Agentforce 2dx

Von Michael Matzer 5 min Lesedauer

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Salesforce hat die Version 2dx seines Produkts Agentforce vorgestellt, die aus reaktiven KI-Agenten proaktive machen soll. Begleitet wird diese Ankündigung vom Start der Entwicklerversion Agentforce DX für Developer und vom Start des digitalen Marktplatzes AgentExchange.

Im Bildschirm von Agentforce 2dx ist links oben der AgentBuilder zu sehen. Der Employee Agent steht auf Abruf bereit. Die Variablen sind geöffnet.(Bild:  Salesforce)
Im Bildschirm von Agentforce 2dx ist links oben der AgentBuilder zu sehen. Der Employee Agent steht auf Abruf bereit. Die Variablen sind geöffnet.
(Bild: Salesforce)

Agentforce ist ein offenes, erweiterbares KI-Framework für die Entwicklung sicherer KI-Agenten für alle Arten von Anwendungsfällen. Bislang seien die KI-Agenten, von denen Salesforce eine ganze Reihe mitbringt, nur reaktiv gewesen, weil sie auf Input vonseiten des Nutzers im Chat-Kontext angewiesen waren. Die KI-Agenten, die mit der neuen Version 2dx erstellt werden, sollen nun proaktiv agieren.

Sie sollen autonom im Hintergrund tätig sein, um bei Bedarf Geschäftschancen und -anforderungen entdecken und selbstständig im Einklang mit ihren Vorgaben tätig werden und über das gewohnte Chat-Interface mit den Nutzern interagieren. Die Vorteile sollen in verbesserter Agilität, Effizienz und Skalierbarkeit liegen.

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Agentforce DX

Mit dem Werkzeugkasten Agentforce DX für Low-/No-Code- wie auch „Pro-Code“ sollen Developer KI-Agenten nicht nur schneller konfigurieren, testen und bereitstellen, sondern auch mithilfe von Analysefunktionen die Leistung von Agenten überwachen, debuggen und optimieren. Dabei können sie Echtzeitdaten aus der Salesforce-Datenplattform sowie Richtlinien einbeziehen und berücksichtigen.

„Pro-Code“-Tools richten sich an „technische Architekten“ und hochqualifizierte Entwickler. „Im Pro-Code-Bereich können die Developer jetzt Dinge wie Autovervollständigung des Codes und Code Generation mit Prompts durch Salesforce Einstein verwenden, was eine erhebliche Erleichterung bedeutet“, erklärt Salesforce auf Nachfrage. Das Erstellen von Testklassen und die Dokumentation könne ebenfalls die KI übernehmen. „Wir haben neue Features in Agentforce DX eingeführt für jene, die vollständige Kontrolle über die Funktionalität ihrer Applikation wollen.“

Mit dem Tool „Agentforce Surfaces“ lassen sich über die Kanäle (mobil, E-Mail, Web usw.) des Moduls Digital-Engagement-Inhalte verbreiten. Diese können auch interaktive Komponenten und gerätespezifische Medien enthalten. Mit dem Werkzeug „Agentforce Cards“ lassen sich Lightning-Web-Komponenten in die Antworten von Agentforce-Aktionen einbetten. Bestehende Salesforce-Komponenten können wiederverwendet werden.

Mit der Funktion „Tableau Semantics“ können Nutzer semantische Datenmodelle erzeugen, die Agentforce verwenden kann. Tableau reichert Agenten mit aktuellem geschäftlichen Kontext an, sodass die Agenten genauere, zuverlässige Erkenntnisse und Antworten liefern.

Agentforce DX umfasst die „Developer Edition“, eine kostenlose Entwicklungsumgebung für das Prototyping von Agentforce-KI-Agenten. Admins und Entwickler können alle Werkzeuge in der „Developer Edition“ ausprobieren, einer kostenlosen Umgebung, um Prototypen von Agenten zu erstellen. Diese Edition umfasst einen Data Space, einen Zugang von zehn Gigabyte zur Data Cloud sowie 150 LLM-basierte Erzeugungen pro Stunde.

Interaction Builder

Auf der Ankündigungsveranstaltung spielte innerhalb einer Demonstration von Agentforce DX der neue Interaction Builder eine zentrale Rolle. Dieses Werkzeug kümmert sich um den Aspekt der Performance eines Agenten. Er liefert dem Entwickler detaillierte Berichte und Analysekennzahlen, von allgemeinen Trends bis hin zur Nachverfolgung einzelner Sessionverläufe.

So soll der Nutzer den kompletten Sessionablauf verstehen, von der Nutzeranfrage bis zu den schlussfolgernden Schritten, die mit der Antwort verbunden sind. Zudem bekommt der Entwickler KI-gestützte Empfehlungen, um kontinuierlich Themen und Anweisungen zu verfeinern, damit sich die Leistung des Agenten verbessert. Der Entwickler kann mit Pro-Code-Werkzeugen alle Varianten von Agenten-Konfigurationen nutzen, etwa von der Befehlszeile (CLI) aus.

Mit dem neuen „DX Inspector“ sollen Nutzer alle Metadaten und Daten erforschen und verstehen können, die in Agentforce verwendet werden, so etwa Agenten-Themen und -Aktionen. Die Erforschung findet in einer Salesforce-Sandbox statt, also einer absicherten Umgebung. Die Metadaten lassen sich bearbeiten, während Nutzer Agenten im Agent Builder konfigurieren. Dort greift ihnen KI unter die Arme.

AgentExchange

AgentExchange ist sowohl ein digitaler Marktplatz als auch eine Community für Agentforce, auf der Anbieter und Nutzer sich treffen können. Mit zunächst über 200 Partnern will diese Plattform eine Bibliothek von gebrauchsfertigen Templates liefern und mit hunderten von Agenten-Aktionen die Agentenentwicklung beschleunigen. Die zertifizierten Drittanbieter können ihre Komponenten auflisten und zum Kauf anbieten.

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Zu den Partnern gehören beispielsweise Google Cloud Platform mit Vertex AI, Box, Docusign und Workday. Der Markt wird für KI-Agenten wird laut Salesforce auf sechs Billionen US-Dollar bis 2030 geschätzt. Salesforce nennt als Kunden die Firmen The Adecco Group, Engine, OpenTable, die Oregon Humane Society, Precina und Vivint.

Integration mit der Salesforce-Plattform

Durch die neue Programmierschnittstelle von Agentforce lassen sich KI-Agenten, die der Nutzer erstellt, einkauft oder mitbringt, in einen Backend-Prozess, in andere Systeme und Anwendungen integrieren. So lassen sich etwa auch verschiedene Agentforce-Agenten miteinander verketten. Kunden können einen Agentforce-Agenten mit einer REST-API aufrufen, um eine Session zu starten, fortzusetzen oder zu beenden.

Jetzt sollen sich auch Agenten mithilfe von Agentforce Invocable Actions in Salesforce-Geschäftslogik wie etwa Salesforce Flow und Salesforce Apex einbetten lassen, um dynamisch Arbeiten innerhalb eines vorgegebenen Prozesses mit deterministischem Ausgang auszuführen. Das heißt, dass Kunden nun Agentforce als einen Prozesschritt in Salesforce Flow einfügen und Agentforce in Apex auslösen können.

Agentforce 2dx ist mit der Integrationsplattform Mulesoft gekoppelt, sodass über dessen API nicht nur Prozesse auszulösen sind, sondern auch dessen Datenquellen zur Verfügung stehen. Agenten sind heute schon ein wichtiger Bestandteil in der Kundenkommunikation, nun stehen sie auch für Slack Workflow Builder zur Verfügung. Hier können Agentforce-Agenten automatisierte Arbeitsschritte ausführen. Benutzer brauchen nicht mehr einzugreifen, denn der Kontext steuert den Agenten. Das Verhalten des Agenten kann zudem mithilfe eines Lightning Web Component gesteuert werden.

Ein neues Agentforce-Template steht bereit, um „Agentforce für Mitarbeiter“ zu realisieren, wahlweise in Slack, in Salesforce Lightning oder in Salesforce Mobile. Der Agentforce Employee Agent ist einerseits im CRM für Aktionen und Antworten nützlich, lässt sich aber auch intern für Mitarbeiterangelegenheiten wie Vergütung, Gesundheit und Spesen nutzen.

Analystenstimmen

Analysten haben Erfahrungen von ihren Kunden gesammelt und kommen zu positiven Ergebnissen. Der Branchenanalyst Valoir fand heraus, dass die Verwendung einer KI-Agenten-Entwicklungsplattform wie Salesforce Agentforce Organisationen in die Lage versetzt, autonome KI-Agenten durchschnittlich 16-mal schneller als andere Ansätze zu und liefern, während zugleich die Treffsicherheit um 75 Prozent gesteigert wird.

Das Analystenhaus Futurum Research eruierte, dass Organisationen, die Agentforce nutzen, einen ROI fünf Mal schneller erzielen und dies mit um mindestens 20 Prozent geringeren Betriebskosten (TCO). Futurums Vice President Dion Hinchcliffe, der an der Presseankündigung teilnahm, sagte, dies versetze Unternehmen in die Lage, ihre Mitbewerber zu überholen und ihre Betriebsabläufe in großem Maßstab zu beschleunigen. „Unternehmen, die Agentforce einsetzen, haben uns berichtet, dass sie Fälle wie Kundenanfragen usw. 40 Prozent schneller klären können und eine um 25 Prozent höhere Lead Conversion Rate erzielen. Das kommt direkt ihrem Umsatz und ihrer Kundenbindungsrate zugute.“

Verfügbarkeit

Agentforce 2dx soll im April 2025 komplett verfügbar werden. Die Agentforce API, der DX Inspector, Invocable Actions, AgentExhange, MuleSoft for Agentforce und die Developer Edition sind bereits erhältlich. Der Agent Builder mit KI kommt noch im März, Agentforce Employee Agent und Testing Center Enhancements kommen im April.

Der Agentforce Interaction Explorer ist für den Herbst angekündigt. Agentforce for Health ist bereits seit dem 28. Februar 2025 verfügbar, wobei einzelne Optionen erst im Juni und September kommen sollen.

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