Schatten-KI Wenn Agenten ungefragt im Netz arbeiten

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Ein Angreifer lässt rund zwölf KI-Agenten Schadcode entwickeln, während in Unternehmen KI-Tools laufen, die die IT nie freigegeben hat. Sophos bringt dafür nun „AI Defense“ auf den Markt. Das Zusatzmodul soll Schatten-KI aufspüren und per Richtlinie regeln.

Auch legitime Coding-Agenten wie Claude Code und Cursor lösen laut einer Sophos-Auswertung Endpoint-Regeln aus, die eigentlich Angreifer erkennen sollen. Für Sicherheitsteams wird die Unterscheidung damit schwieriger.(Bild:  Sophos)
Auch legitime Coding-Agenten wie Claude Code und Cursor lösen laut einer Sophos-Auswertung Endpoint-Regeln aus, die eigentlich Angreifer erkennen sollen. Für Sicherheitsteams wird die Unterscheidung damit schwieriger.
(Bild: Sophos)

Bei Sophos läuft der Fall unter STAC6994 und nachzulesen im „AI Security 2026 Reports“. Ein Angreifer hatte im Netzwerk eines Kunden eine kleine Entwicklungsabteilung aufgebaut, bemannt mit Künstlicher intrelligenz (KI). Laut Sophos arbeiteten rund zwölf Agenten für ihn. Den Kern bildete nach Analyse der Sophos-Forscher ein Agent auf Basis von Claude Opus 4.5, als Entwicklungsumgebung diente Cursor. Heraus kamen knapp 80 Module, mit denen der Angreifer mehr als 70 Techniken testete, um Endpoint-Schutz von Sophos, CrowdStrike und Microsoft zu umgehen. Laut Sophos dauerte das Tage statt Wochen.

Der Mensch blieb am Steuer

Die beteiligten Analysten Colin Cowie und Jordan Olness relativieren den Befund allerdings. Menschen steuerten den Ablauf, die KI habe ihn beschleunigt. Die Agenten meldeten zwar, die Module umgingen die EDR-Lösungen fast durchgängig. Die dokumentierten Testergebnisse stützen das laut Sophos-Blog nicht zwingend. Das passt auch zur Kernthese des KI-Sicherheitsreports: KI erfindet kaum neue Angriffsarten, sie beschleunigt bekannte. Im Untergrund beobachtete Sophos zudem den Verkauf vermittelter API-Schlüssel für ChatGPT, Claude und Grok, den Austausch über Jailbreak-Techniken und Anwerber, die gezielt Prompt-Engineers suchen.

Vorhandene Sensoren als Kontrollpunkte

Während Angreifer KI systematisch einsetzen, wissen viele Unternehmen nicht, was im eigenen Haus läuft. Hier möchte Sophos AI Defense ansetzen. Das Modul ist ein Add-on für Kunden von Sophos EDR, XDR oder MDR auf Sophos Fusion, der Plattform, die Sophos als Weiterentwicklung von Sophos Central vorgestellt hat. Laut Dokumentation bezieht es Daten aus Endpoint, Firewall, DNS Protection und Protected Browser.

Erkannt werden sollen Browser-Dienste wie ChatGPT, Claude.ai und Copilot sowie Coding-Agenten wie Claude Code und Cursor. Nach Herstellerangaben prüfen Echtzeit-Leitplanken Prompts und Uploads, damit keine sensiblen Daten abfließen. Die Ereignisse laufen in Sophos XDR ein und lassen sich gemeinsam mit MDR-Analysten untersuchen.

„Organisationen führen KI schneller ein, als sie sie absichern können, und die meisten Sicherheitsteams können drei grundlegende Fragen nicht beantworten: Welche KI-Tools laufen, welche Daten fließen in sie hinein, und deckt sich diese Aktivität mit den Richtlinien?”, sagt Kyle Falkenhagen, Senior Vice President of Product Management bei Sophos.

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