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Pegasystems veröffentlicht Studie Software-Roboter sind effektiv – aber auch pflegebedürftig

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Wie der Spezialist für Kundenbindungssoftware Pegasystems im Rahmen einer Studie ermittelt hat, können Software-Roboter Arbeitsabläufe effektiv straffen. Implementierung und Pflege sind aber oft aufwendiger als gedacht.

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Software-Roboter bieten einige Vorteile, sind aber nicht ohne Fallstricke.
Software-Roboter bieten einige Vorteile, sind aber nicht ohne Fallstricke.
(Bild: Pegasystems)

Software-Roboter auf Servern („Robotic Process Automation“, RPA) und Desktops („Robotic Desktop Automation“, RDA) gelten als schneller und einfacher Weg zur Digitalen Transformation. Um diesen Ruf unter die Lupe zu nehmen, hat Pegasystems Unternehmen weltweit zu ihren Erfahrungen mit RPA und RDA befragt. Darunter waren auch 100 Entscheider aus Deutschland.

Eines der zentralen Ergebnisse: Die Automatisierung mit Software-Robotern sorgt tatsächlich für signifikanten Mehrwert, der bei 66 Prozent der Befragten die Erwartungen sogar übertrifft. Nur 5 Prozent zeigten sich enttäuscht und verzeichneten Ergebnisse, die schlechter als erhofft ausfielen. Der Weg zur höheren Effektivität ist allerdings häufig mit großem Aufwand verbunden. So gaben mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Teilnehmer an, dass die Implementierung schwieriger als erwartet ablief. Im Durchschnitt dauert es 18 Monate, bis die Software-Roboter im produktiven Einsatz tätig werden.

Aufwendig und kurzlebig

Als zweitgrößte Herausforderung gilt laut der Studie die Pflege der Software-Roboter. Sie bereitet häufig mehr Aufwand als ursprünglich angekommen. 32 Prozent der Befragten stecken viel Zeit und Ressourcen in die laufende Verwaltung. Weitere 32 Prozent sehen ihre Unternehmens-IT durch die Software-Roboter verkompliziert. 23 Prozent sehen bei diesem Thema größere Schatten-IT-Probleme als gedacht. Zudem gibt es Anzeichen, dass die Lebenserwartung der Software-Roboter nicht allzu hoch ist: Unvermeidliche Änderungen an der zugrundeliegenden Architektur werden laut Pegasystems vermehrt zu Ausfällen führen. 51 Prozent rechnen deshalb mit einer Lebensdauer von bis zu zwei Jahren. Satte 90 Prozent haben schon jetzt in irgendeiner Form Ausfälle erlebt.

Verlässlicher Mehrwert

Trotz dieser Hürden zeigen Software-Roboter beim Einsatz in geeigneten Szenarien auch eindeutige Vorteile. So brachten sie bei 71 Prozent der Befragten einen größeren Mehrwert und schnelleren Return on Investment als erwartet. Nur 10 Prozent waren diesbezüglich enttäuscht. Als größte Vorzüge der Technik nannten die Studienteilnehmer eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit durch die Entlastung von stupiden Routinetätigkeiten (53 Prozent), die Optimierung von Prozessen (37 Prozent) sowie die Verbesserung der Customer Experience (37 Prozent).

„Wir glauben, dass die Automatisierung mit Software-Robotern als Brücke zur Digitalen Transformation dient – aber nicht ihren Endzustand herstellt. Bots sind eher als Heftpflaster zu sehen, die temporär schlechte Prozesse überdecken können, die unter der Oberfläche nach wie vor vorhanden sind. Wollen Unternehmen eine nahtlose Ende-zu-Ende-Automatisierung schaffen und sich wirklich zukunftssicher aufstellen, sollten sie kurzfristig auf Software-Roboter setzen und diese dann langfristig mit einer umfassenden digitalen Prozessautomatisierung kombinieren“, erklärt Harald Esch, Geschäftsführer und Vice President Sales DACH von Pegasystems.

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