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Big Data und Video Analytics Mit Videoanalysen zu mehr Sicherheit und effizienteren Prozessen

Autor / Redakteur: Dr. Joachim Schaper / Nico Litzel

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – so einfach lässt sich beschreiben, was von Kameras aufgezeichnete Bewegtbilder beinhalten. Sie liefern eine Unmenge an Informationen, die für Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen relevant sind. Besonders, wenn es um Sicherheitsstandards und um Effizienzsteigerung geht, kann im Zeitalter künstlicher Intelligenz durch die Analyse von Videomaterial viel erreicht werden.

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Der Autor: Dr. Joachim Schaper ist Vice President & Head der Research Organization bei AGT
Der Autor: Dr. Joachim Schaper ist Vice President & Head der Research Organization bei AGT
(Bild: AGT)

In Zukunft werden Echtzeit-Monitoring und Big Data zunehmend verschmelzen. Intelligente Software gleicht Daten in Sekundenschnelle ab, um auf dieser Grundlage auf Ereignisse zu reagieren und von der Normalität abweichende Verhaltensweisen zu erkennen. Während solche Systeme dafür bislang klare Anweisungen in Form von definierten Regeln brauchten, wird die Entwicklung künftig immer unabhängiger von menschlichem Eingreifen – stattdessen entwickelt die Software auf Basis künstlicher Intelligenz einmal gesetzte Standards automatisch weiter. Das sogenannte Machine Learning mit selbstlernenden Algorithmen läutet damit eine völlig neue Ära ein.

Gleichzeitig kann Software immer stärker direkt vor Ort reagieren – ein Abgleich mit der zentralen Datenbank ist so gar nicht mehr notwendig, vielmehr wird es ein Leichtes, dass Geräte selbst entscheiden, was zu tun ist und sie auf Situationen ad hoc eigenständig reagieren.

Die intelligente Analyse von Systemen kann etwa hervorragend eingesetzt werden, um den Verkehrsfluss und damit die Mobilität zu verbessern oder um die Sicherheit bei der Fortbewegung zu erhöhen.

Beispiele für den Einsatz von Video Analytics im Verkehr

  • 1. Eine an einer Ampel angebrachte Kamera erkennt, wenn hinter den Passanten noch ein Rollstuhlfahrer über eine Kreuzung möchte, jedoch zu langsam ist, um dies vor dem Umschalten auf Rot zu schaffen. Durch integrierte Software weiß die Ampel ad hoc was zu tun ist – und verlängert die Grünphase der Fußgängerampel selbständig.
  • 2. Die Software im Rechenzentrum wertet die Bilder aus der Kamera aus und analysiert beispielsweise, wenn wiederholt viele Passanten abseits des eigentlichen Überwegs queren. Sie sendet eine Warnmeldung an die Verkehrsplaner, die mit entsprechenden bautechnischen Maßnahmen reagieren können, um die Sicherheit wiederherzustellen.
  • 3. Kameras zeichnen auf, wenn der Verkehr durch bestimmte Faktoren stockt. Die durch einen Datenabgleich erfolgende Analyse hilft, die Ursachen der Verkehrsbehinderungen zu identifizieren und ermöglicht es, zeitnah Gegenmaßnahmen in die Wege zu leiten. Darüber hinaus können Kameras Anomalien sofort erkennen und eine Warnmeldung senden – etwa wenn ein Falschfahrer unterwegs ist oder wenn aus einem Unfall resultierende Seitbewegungen von Fahrzeugen zu verzeichnen sind.
  • 4. Bei einer Verkehrszählung bedarf es statt aufwendiger Prozesse und menschlicher Ressourcen lediglich noch einer speziellen Software. Es ist ein Leichtes, zu analysieren, wie viele Autos, Motorräder, Lkw und Kleintransporter den Messpunkt innerhalb einer bestimmten Zeit passiert haben.

Auch für Unternehmen werden State-of-the-Art-Technologien im Bereich Video Analytics immer besser nutzbar – sowohl in der Produktion als auch bei Lieferketten. Daraus resultieren vor allem zwei Vorteile: Zum einen wird es möglich, Fehler zu identifizieren, zum anderen können Prozesse verbessert und effizienter gestaltet werden.

Anwendungsbeispiele

In der automatisierten Produktion werden Kameras eingesetzt, um zu erkennen, wenn sich ein Roboter nicht im vorgegebenen Raster bewegt. Ist das der Fall, wird es direkt gemeldet – etwaige Fehler in der Produktion können auf dieser Grundlage häufig schnell behoben werden. Die Videoanalyse wirkt damit größeren Pannen entgegen.

Thermokameras im infraroten Bereich zeichnen Anomalien wie eine Überhitzung von Maschinen auf. Auch das trägt dazu bei, dass Ausfälle oder größere Schäden vermieden werden und gar nicht erst entstehen.

Einzelhandel

Kunden können im Geschäft anonym erfasst und ihre Laufwege nachvollzogen werden. Auf diese Weise lässt sich automatisiert erkennen, wohin eine Person geht, was im Geschäft für sie attraktiv ist und wo möglicherweise nachgebessert werden muss. Die Möglichkeiten gehen noch weiter: So lässt sich erkennen, welche Kundentypen sich wofür interessieren – dabei können Alter oder Geschlecht ausgewertet werden. Ein Abgleich mit personalisierten Datenbanken ist jedoch nicht notwendig, die Personen bleiben anonym und allen Maßstäben des Datenschutzes wird Rechnung getragen.

Fazit

Deutlich verbesserte Kameratechnologie, optimierte Prozessoren und selbstlernende Software führen dazu, dass für Video Analytics eine neue Epoche anbricht. Menschen werden künftig entlastet, die Sicherheit und Effizienz für Kommunen und Unternehmen ohne Mehraufwand verbessert. Bei gleichzeitig gesunkenen Preisen für innovative Technologie steht einem serienmäßigen Einsatz nichts im Wege.

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