Marketing im Jahr 2030 KI-Agenten verändern Markenkommunikation grundlegend

Von Berk Kutsal 3 min Lesedauer

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Persönliche KI-Assistenten übernehmen bis 2030 zentrale Aufgaben in der Kundeninteraktion – von der Produktsuche bis zur Kaufentscheidung. Für Marken bedeutet das eine radikale Neuausrichtung: Sichtbarkeit, Datenqualität und maschinenlesbare Kommunikation werden zum strategischen Fundament, während neue Konzepte wie Generative Engine Optimization und Agentic Experience die Zukunft der Markenführung prägen.

Der Trendreport zeigt, wie GEO, Branded Agents und Agentic Experience das Marketing 2030 prägen.(Bild:  MM Resources GmbH, Switzerland)
Der Trendreport zeigt, wie GEO, Branded Agents und Agentic Experience das Marketing 2030 prägen.
(Bild: MM Resources GmbH, Switzerland)

Die klassische Customer Journey steht vor einem Umbruch. Bis zum Jahr 2030 werden persönliche KI-Assistenten für viele Menschen zu ständigen Begleitern, die Informationen beschaffen, Produkte vergleichen, Empfehlungen aussprechen und in vielen Fällen auch Kaufentscheidungen treffen. Markeninhalte treffen damit nicht mehr zuerst auf Menschen, sondern auf Maschinen. Diese agieren als Gatekeeper zwischen Bedarf und Angebot – und entscheiden, welche Produkte und Services in der Auswahl der Konsumentinnen und Konsumenten überhaupt auftauchen.

Genau mit dieser Zukunft beschäftigt sich der neue Trendreport „Marketing 2030 – Wie wir Menschen und Maschinen überzeugen“, den die Digitalagentur SYZYGY gemeinsam mit der Strategieberatung diffferent veröffentlicht hat.

Generative Engine Optimization wird Pflicht

Damit eine Marke in dieser neuen Realität sichtbar bleiben soll, genüge es nicht mehr, Inhalte zu veröffentlichen und auf organische Reichweite oder klassische SEO zu setzen. Entscheidend sei, dass Daten und Botschaften so aufbereitet werden, dass KI-Systeme sie erkennen, semantisch zuordnen und als relevant einstufen können.

Hier komme ein Konzept ins Spiel, das im Marketingkontext bisher kaum Beachtung fand: Generative Engine Optimization (GEO). Während klassische SEO auf die Sichtbarkeit bei Suchmaschinen abzielt, geht GEO einen Schritt weiter und adressiert generative KI-Modelle und Agentensysteme. Strukturierte Produktdaten, eindeutige Begriffe, konsistente Narrative und hochwertige, vertrauenswürdige Quellen werden zu zentralen Ranking-Faktoren – nicht mehr nur für Google, sondern für LLM-basierte Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder Siri Next Gen.

Marken müssen ihre Inhalte so strukturieren, dass diese Systeme sie nicht nur verstehen, sondern korrekt in Empfehlungen integrieren können. Externe Signale wie Bewertungen, Forenbeiträge oder Fachartikel sollen dabei an Bedeutung gewinnen, weil sie von generativen Modellen stark gewichtet werden.

Branded AI Agents als neues Interface

Sichtbarkeit allein reiche jedoch nicht. Im nächsten Schritt müssen Marken aktiv in die Interaktion zwischen Agenten und Assistenten eingreifen. Dafür entstehen neue Instrumente wie Branded AI Agents – spezialisierte Systeme, die im Auftrag eines Unternehmens mit den persönlichen Assistenten der Nutzer interagieren, Fragen beantworten und markengerechte Informationen bereitstellen.

Diese Agenten seien mehr als nur Chatbots: Sie repräsentieren die Marke im maschinellen Ökosystem, verhandeln Informationen, liefern Echtzeitdaten und sorgen dafür, dass Kernbotschaften korrekt wiedergegeben werden. Gleichzeitig können sie durch kontinuierliches Training und Monitoring sicherstellen, dass die Wahrnehmung der Marke nicht durch veraltete oder unvollständige Daten verwässert wird.

Agentic Experience ersetzt klassische UX

Die Interaktion zwischen Branded Agents und persönlichen KI-Assistenten bildet die Grundlage für eine neue Form der Markenwahrnehmung: die Agentic Experience (AX). Während bisher die User Experience (UX) im Mittelpunkt stand, verschiebt sich der Fokus zunehmend auf die Qualität der maschinellen Interaktion.

Unternehmen müssen künftig sicherstellen, dass ihre Angebote maschinentauglich, kontextfähig und anschlussfähig sind – etwa durch APIs, offene Schnittstellen oder kompatible Datenstrukturen. Nur so lassen sich Produkte und Services nahtlos in die Ökosysteme der KI-Assistenten integrieren. Gleichzeitig gilt es, trotz Hyperpersonalisierung einen konsistenten Markenkern zu wahren, damit sowohl Menschen als auch Maschinen die Marke eindeutig wiedererkennen.

Fazit

Marketing wird bis 2030 nicht lauter, sondern technischer. Die Optimierung für generative Systeme, die Entwicklung eigener KI-Agenten und die Etablierung einer konsistenten Agentic Experience werden zu zentralen Aufgaben für Marken. Nur wer seine Daten, Inhalte und Systeme maschinenverständlich gestaltet und aktiv in die neue Interaktionslogik eingreift, bleibt in einer von KI kuratierten Welt sichtbar – und relevant.

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