Nachbericht Web Summit 2019

IoT-Start-ups – von Smart Farming bis Smart Security

| Autor / Redakteur: Oliver Schonschek / Nico Litzel

Auf dem Web Summit 2019 in Lissabon stellten über 2000 Startups ihre Ideen vor, darunter auch viele IoT-Lösungen, die sich bereits im praktischen Einsatz befinden und in bestehende Anwendungen integriert werden können.
Auf dem Web Summit 2019 in Lissabon stellten über 2000 Startups ihre Ideen vor, darunter auch viele IoT-Lösungen, die sich bereits im praktischen Einsatz befinden und in bestehende Anwendungen integriert werden können. (Bild: Oliver Schonschek)

Wir haben uns auf dem Web Summit 2019 in Lissabon die spannendsten Start-ups und Neuheiten rund um das IoT angesehen, darunter Security-Apps für Edge Computing, Indoor Navigation für Logistik und Fertigung, Lösungen für Pflanzenbau, IoT-Communities und IoT-Appstores.

Mehr als 70.000 Teilnehmer aus über 160 Ländern haben den Web Summit 2019 in Lissabon besucht. Die über 2.000 Start-ups, die ihre Ideen vorgestellt haben, deckten Bereiche wie FinTech, Enterprise Software, Machine Learning und IoT ab, um nur einige zu nennen.

Auch wenn die verschiedenen Start-ups natürlich unterschiedlich weit in ihrer Entwicklung sind, zeigten ihre Ideen und Ansätze meist einen hohen Praxisbezug, gerade im Bereich des Internet of Things. Wir stellen eine Auswahl an spannenden Star-ups vor, die wir uns angesehen haben. Die Bandbreite reicht von IoT-Sicherheit bis hin zu speziellen IoT-Anwendungen zum Beispiel für Smart Farming.

Sichere Edge-Devices

Barbara ist eine Edge-Plattform für das Industrial IoT, die für IoT-Gateways und Edge-Geräte genutzt werden kann. Sie lässt sich mit klassischen industriellen Geräten verschiedener Hersteller und mit modernen IoT-Sensoren unter Verwendung von Industrieprotokollen und IT-Kommunikationsprotokollen integrieren.

Barbara verwendet verschlüsselte Kommunikation und ist mit einer Reihe von Sicherheitsfunktionen ausgestattet, darunter eine Integritätsprüfung für die Firmware und ein Patch-Management. Manipulierte Geräte werden blockiert, Sicherheitslücken bei vorhandenen Patches automatisch geschlossen.

Indoor-Navigation für die Optimierung von Logistik und Fertigung

Indoor 4.0 ist eine Tracking-Lösung, die auch innerhalb von Gebäuden mit einer Genauigkeit von bis zu zehn Zentimetern genutzt werden kann, so das Start-up. Damit können zum Beispiel Teile zuerst in einer Lagerhalle geortet werden und später auch beim Transport zum Kunden.

Dadurch sollen Suchzeiten im Lager verringert und Transportwege optimiert werden. Die Lösung besteht aus einem Tracking-Cloud-Service, Ortungsmodulen (Tracker) mit Langzeit-Akku, verschiedenen zusätzlichen Sensoren, passend zum Kundenprojekt, und Schnittstellen zur Integration in bestehende Logistik-Lösungen.

Die Tracker erfassen Umgebungsdaten aus dem Lager oder der Fabrik und übertragen diese Informationen an die Gateways. Zur Berechnung ihres Standorts werden Anker verwendet, die im Lager oder entlang der Anlage installiert und konfiguriert wurden. Die Gateways leiten die Informationen an die Cloud weiter. Die Cloud-Dienste empfangen und verarbeiten wiederum die von den IoT-Geräten gesammelten Daten und bereiten diejenigen auf, die an die Kunden gemeldet werden sollen. Anhand der Berichte lassen sich dann die Lager- und Transportprozesse besser verstehen und optimieren.

App-Stores und Benutzeroberflächen für IoT-Devices

Obvious ist ein Appstore für IoT-Geräte. Dank solcher Apps stehen den Benutzern neue Funktionen zur Verfügung. DIe Nutzer können sich Gerätedaten anzeigen und auswerten lassen, die bisher für sie nicht zugänglich waren. IoT- Geräteanbieter können dadurch Zusatzfunktionen anbieten, die Nutzer können sie via App buchen und bezahlen.

IoT-Community für Nutzer und Werkzeuge

Cumulus Internet of Tools ist eine Plattform, die Mitarbeiter, Tools und Daten miteinander verbindet, um Echtzeitinformationen zu liefern und papierloses Workflow-Management, Fortschrittskontrolle und Qualitätssicherung in Wartung und Konstruktion zu ermöglichen. Cumulus startete 2018 als Ausgründung von Shell TechWorks und arbeitet derzeit weltweit, um die Produktivität und die Arbeitsqualität bei sicherheitskritischen industriellen Prozessen zu verbessern.

Das Hauptprodukt von Cumulus ist das Smart Torque System (STS). Es besteht aus dem Cloud-gehosteten Cumulus Control Center und der Tablet-Anwendung TorqueFit, die mit Bluetooth-fähigen Tools vor Ort kommuniziert.

Das lernende Smart Home und Smart Building

Domotron ist ein Smart-Home-Hub, der mithilfe von KI die Vorlieben einer Person erfasst und personalisierte Automatisierungen für vorhandene Smart-Home-Geräte erstellt. Die KI-Technologie von Domotron vereinfacht Smart Homes, indem angepasste Automatisierungen, Zeitpläne und Routinen empfohlen werden.

Domotron verwendet zusätzlich eigene berührungsempfindliche drahtlose Schalter mit Sensoren, die die Luftfeuchtigkeit, das Umgebungslicht, die Luftqualität, die Temperatur und die Anwesenheit des Benutzers messen. Eine Erweiterung der Anwendung auf Smart Buildings ist für später geplant.

Pflanzen-Sensoren als Bausatz und Geschäftsmodell

Das Projekt Lifely 3.0 beinhaltet den Aufbau einer Plattform, die es ermöglicht, jeder mit dem Sensor Agrumino verbundenen Kultur oder Pflanze ein Profil zu geben (Social Internet of Plants). Für jede Anlage kann ein Dashboard mit Daten-, Verlaufs- und Datenanalysediensten erstellt werden. Der Sensor Agrumino wird in zwei Versionen geliefert: Lemon und Orange.

Lemon ist programmierbar und erweiterbar, erfordert jedoch Grundkenntnisse für die individuelle Anpassung. Orange hingegen ist bereits programmiert, also für den Hobbygärtner vorbereitet. Es gibt auch Projekte für Sensoren, die sich an den professionellen Pflanzenbau richten.

Das Besondere an dem Projekt ist zum einen die Erweiterbarkeit der Pflanzensensoren und die Verknüpfung mit einem speziellen sozialen Netzwerk für die Pflanzen und ihre Besitzer, das sich in andere Online-Dienste einbinden und um weitere Services erweitern lässt. Damit lassen sich die Pflanzensensoren in (neue) Geschäftsmodelle integrieren. Zum Beispiel könnten Angebote für Pflanzenbeleuchtung oder Dünger passend zum Bedarf an den Nutzer übermittelt werden.

Praxisnähe im Fokus

Auf dem Web Summit 2019 zeigten die Start-ups im IoT-Bereich, dass sie Praxisprobleme sehen und angehen und neue Geschäftsmodelle unterstützen. Es ging nicht um reine Ideen für die Zukunft, sondern um Lösungen, die schon heute für Kunden spannend und für Partner attraktiv sind.

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal Industry of Things. Verantwortlicher Redakteur: Sebastian Human

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