Studie

Halbwissen beherrscht Diskussion um Digitalisierung

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Mangelnde Praxiserfahrungen führen zu verbreitetem Halbwissen rund um die Digitalisierung.
Mangelnde Praxiserfahrungen führen zu verbreitetem Halbwissen rund um die Digitalisierung. (Bild: Pixabay / pexels.com / CC0)

Accenture Strategy, Xing und Statista haben rund 5.000 Berufstätige im deutschsprachigen Raum zum Stand der Digitalisierung in der Arbeitswelt befragt. Das Ergebnis zeigt, dass sich die Arbeitnehmer gut vorbereitet fühlen, aber oft nur über Halbwissen zum Thema verfügen.

Die Digitalisierung wird als zentraler Treiber für Innovationen und den Wandel der Arbeitswelt gesehen. Gut ausgebildete Fachkräfte spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Förderung entsprechender Kompetenzen sowie Aus- und Weiterbildung sollen demnach in Unternehmen eine große Rolle spielen. Die Realität sieht aber noch anders aus, wie die Studie von Accenture Strategy, Xing und Statista zeigt: Demnach sind die meisten digitalen Technologien den Befragten zwar bekannt, finden aber kaum praktische Anwendung.

Vorbereitung läuft gut …

So bewerten 54 Prozent der Umfrageteilnehmer die Bemühungen ihres Arbeitgebers zur Vorbereitung auf die Digitalisierung positiv. Start-ups liegen in diesem Ranking mit 62 Prozent positiver Beurteilungen an der Spitze, gefolgt von Konzernen (58 Prozent) und Mittelständlern (48 Prozent). Bei der Branchenverteilung führt in dieser Frage die Internet- und IT-Branche (73 Prozent) vor Beratungsunternehmen (70 Prozent) und Telekommunikationsfirmen (66 Prozent). Deutlich abgeschlagen belegen die Konsumgüterbranche (38 Prozent) und der Sektor Gesundheit und Soziales (36 Prozent) die hinteren Plätze.

… Praxis nicht

Im Praxiseinsatz zeigt sich noch großer Nachholbedarf: Im Schnitt stuften die Befragten nur die Themen Cloud sowie Big Data und Analytics als „relevant“ für ihre tägliche Arbeit. KI und das Internet der Dinge werden als „bedingt relevant“ gesehen. Robotics, VR und AR, Sprachsteuerung, 3D-Druck und Blockchain werden dagegen im Schnitt als „nicht relevant“ beurteilt – obwohl sie für einzelne Berufsgruppen dennoch hohe Relevanz haben können. Dies spiegelt sich auch in den praktischen Kenntnissen wider: Bis auf Cloud, Big Data und Analytics ist lediglich Halbwissen vorhanden. Abgesehen von den genannten Ausnahmen hat nur eine Minderheit der Teilnehmer entsprechende Technologien schon einmal genutzt. Dadurch entstehen schon jetzt Kompetenzlücken, die weiter anzuwachsen drohen.

„Es lässt sich erkennen, dass den Themen die größte Relevanz zugeschrieben wird, die geradezu über alle Funktionen und Branchen hinweg anwendbar sind. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Digitalisierung den Alltag vieler Arbeitnehmer noch gar nicht richtig berührt. Während das bei speziellen Technologien noch angehen mag, ist das bei den großen Themen wie Big Data und Künstlicher Intelligenz schon ein größeres Problem. Um sich für die Zukunft zu wappnen müssen sich Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen zukunftsfähig aufstellen“, erklärt Dr. Moritz Hagenmüller, Managing Director von Accenture Strategy.

Kurzfristige Lösungen bevorzugt

Die Arbeitgeber reagieren auf diese Herausforderungen mehrheitlich mit schnell umsetzbaren Maßnahmen, wie dem Bereitstellen mobiler Hardware (83 Prozent). Weitere Ansätze sind Ausstattungen für kreatives Arbeiten (55 Prozent), agile Teamstrukturen (45 Prozent) und digitale Kollaborationstools (45 Prozent). Allerdings geben nur 18 Prozent der Befragten an, Anerkennung für den Einsatz neuer Technologien und digitaler Trends zu erhalten. „Oft wird beim Thema Digitalisierung an Technik gedacht. Die kulturellen Implikationen werden eher wenig berücksichtigt. Dabei gehört unserer Erfahrung nach beides eng miteinander verzahnt, um nachhaltig erfolgreich zu sein“, meint Marc-Sven Kopka, Vice President External Affairs von Xing.

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