Künstliche Intelligenz (KI) stellt nicht nur einen technologischen Fortschritt dar, sondern markiert einen revolutionären Wandel, der die betrieblichen Paradigmen grundlegend transformiert. Es geht längst nicht mehr darum, ob KI für Unternehmen vorteilhaft ist, sondern darum, wie ihr Potenzial optimal ausgeschöpft werden kann. Der unüberlegte Einsatz von KI kann jedoch auch negative Konsequenzen mit sich bringen.
Der Autor: Michaël Deheneffe ist VP Data, AI & GenAI und Director Marketing & Innovation bei Orange Business
(Bild: Orange Business)
Viele Unternehmen sind inzwischen in die Cloud migriert, da sie erhebliche Vorteile wie Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen bietet. Cloud Computing steht an der Spitze der Zukunftsinvestitionen und wird laut einer Studie von plusserver von 53 Prozent der befragten Unternehmen als Schlüsseltechnologie angesehen. Besonders die Public Cloud wird von 41 Prozent der Unternehmen bevorzugt, während 44 Prozent auf hybride Cloud-Strategien setzen, um die Vorteile beider Modelle zu kombinieren.
Dieser Trend ist eng mit neuen Technologien wie Big Data, KI und maschinellem Lernen (ML) verknüpft. Große Unternehmen wie Orange Business beschäftigen bereits etwa ein Drittel ihrer Mitarbeiter in den Bereichen Daten, Digitales und Cloud in ganz Europa. Auch der Hype um Generative KI und den US-ChatbotChatGPT hat die Investitionen stark erhöht, sodass bereits 45 Prozent der Unternehmen in diese Technologie investieren. Das ist von entscheidender Bedeutung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Nun müssen sie wichtige Überlegungen zum Datenmanagement anstellen, um sich für diesen Wandel zu rüsten und datenzentriert zu arbeiten.
KI-Entwicklung in Deutschland
Auch in Deutschland planen Unternehmen erhebliche Investitionen in Generative KI, (GenAI) wobei laut KPMG 53 Prozent der Unternehmen ihre Investitionen in den nächsten zwölf Monaten erhöhen wollen, die Hälfte davon um 40 Prozent oder mehr. Erwartet werden durch diese Investitionen eine Steigerung von Umsatz und Automatisierung (jeweils 67 %), sowie sinkende Kosten (65 %) und erhöhte Produktivität (55 %). Wenngleich das Thema GenAI strategischer angegangen und erste Anwendungsfälle implementiert werden, besteht Verbesserungspotenzial: 31 Prozent der Firmen haben eine Strategie aufgesetzt, 49 Prozent planen eine solche Strategie erst oder haben erst kürzlich mit der Umsetzung gestartet. In mehr als jedem dritten Unternehmen sind bereits konkrete Anwendungsfälle im Einsatz. Und auch die typische „German Angst“ ist präsent: 37 Prozent von ihnen fürchten die negativen Effekte, insbesondere Arbeitsplatzabbau, Datenschutzprobleme und fehlende Akzeptanz der Mitarbeiter.
Der Einsatz von KI in Unternehmen
Wir sehen also: Der Umgang mit KI will gelernt und perfektioniert werden, um verantwortungsvoll mit ihr umgehen und profitieren zu können. Dazu müssen grundlegende Schritte getan werden, um einerseits das volle Potenzial auszuschöpfen und andererseits Risiken zu minimieren. Dabei gibt es ein paar zentrale Punkte, auf die Unternehmen achten müssen:
Es gibt gute Gründe, Generative KI zu einem wertvollen Vermögenswert für Unternehmen zu machen. Eine End-to-End-Transparenz in allen Prozessen ist dabei entscheidend. Das bedeutet, dass alle Schritte und Prozesse der KI-Nutzung vollständig nachvollziehbar und überprüfbar sind, von der Datenerfassung über die Entscheidungsfindung bis hin zur Implementierung der Ergebnisse. Wenn diese Transparenz nicht sichergestellt ist, kann die KI unkontrollierte Entscheidungen treffen, Bias und Diskriminierung verstärken und Datenschutzprobleme verursachen.
Um dem entgegenzuwirken, bietet Orange Business seinen Kunden GenAI-Dienste an, da es überzeugt ist, dass diese Technologie in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen wird. Diese Dienste sollen Organisationen dabei helfen, den geschäftlichen Wert zu erklären und einen greifbaren ROI sicherzustellen, wenn sie Budget für KI-Tools ausgeben. Orange Business schließt derzeit die Erprobung der Generativen KI intern ab, mit dem Ziel, sie bis 2025 in einige oder sogar alle seine Lösungen zu integrieren.
2. Datenerziehung: der richtige Umgang innerhalb der Belegschaft
Wenn sich ein Unternehmen in eine datenzentrierte Organisation verwandeln will, ist die Einführung einer Kultur, die den Umgang mit Daten ins Zentrum stellt, entscheidend. Jeder Mitarbeiter muss fundierte Kenntnisse in den Bereichen Datennetzwerke, Generative KI sowie den geltenden globalen und lokalen Vorschriften haben. Dazu gehört auch die Fähigkeit, KI-Tools wie ChatGPT zu nutzen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen nicht nur wissen, wie sie diese anwenden können, sondern auch, wann und wo sie sie einsetzen sollten. Es muss ihnen bewusst sein, dass sie diese Modelle kontinuierlich mit Input versorgen – im schlimmsten Fall mit sensiblen, internen Daten – und diese Daten dann bei der Konkurrenz landen könnten.
Stand: 08.12.2025
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Ein Unternehmen kann seine Angestellten im Umgang mit KI schulen, indem es sie über die Funktionsweise informiert, klare Nutzungsregeln aufstellt und sie über Datenschutz- sowie Urheberrechtsaspekte aufklärt. Dadurch stärkt das Unternehmen das Vertrauen und klärt Haftungsfragen. Zudem fördert es die Effizienz und Zusammenarbeit und erhöht die digitale Kompetenz der Belegschaft. Langfristig verschafft dies den Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil, indem es die Einhaltung von Datenschutzvorschriften sicherstellt, die Produktivität steigert, die interne Kommunikation verbessert und die Anpassungsfähigkeit an Marktveränderungen unterstützt.
In der Vergangenheit waren es nur die IT-Abteilungen, die diese Dinge wissen mussten, aber diese Zeiten sind vorbei. Heutzutage muss jeder Bereich wissen, wie man KI erfolgreich und gesetzeskonform in den Alltag integriert – und immer informiert bleiben. Auch, weil europäische Unternehmen aktuell mit weiteren Vorgaben rechnen müssen. So sind der AI-Act und das Trans-Atlantic Data Privacy Framework zentrale Themen im Bereich Datenschutz 2024. Des Weiteren müssen sie die NIS2-Richtlinie und ihre Umsetzung bis Oktober 2024 auf dem Schirm haben. Es bleibt also weiterhin im Bereich der „Datenerziehung“ viel zu tun.
3. Gemeinsame Innovation für mehr Vertrauen
Das Motto „Wir lernen nie aus“ gilt auch für Firmen. KI ist ein komplexes Thema, das fundierte Expertise erfordert. Viele Unternehmen verfügen nicht über die nötige Fachkenntnis und sollten sich daher nach Best-Practice-Verfahren umsehen. Externe, kompetente Partner können hier unterstützen. Ein solcher Partner kann auch Schulungen anbieten und sicherstellen, dass die KI-Systeme den höchsten Standards entsprechen. Firmen sollten ihre Reise mit Generativer KI nicht dem Zufall überlassen. Es ist wichtig, einen Partner zu wählen, der sicherstellen kann, dass die Daten korrekt genutzt und geschützt werden. Daten sind überall vorhanden und für ein Unternehmen von zentraler Bedeutung. Daher muss auch das Vertrauen eine zentrale Rolle bei der Partnerwahl spielen, denn alle Daten, die in ein Unternehmen einfließen, müssen zuverlässig und vertrauenswürdig behandelt werden. Durch die Auswahl des richtigen Partners für gemeinsame Innovationen stellen Organisationen sicher, dass sie bei der Zusammenarbeit mit Kunden an Projekten stets die Herkunft und Verwendung der Daten kennen. Auf diese Weise wird in der gesamten Organisation eine Kultur des Vertrauens etabliert.
KI als Beifahrer: Unternehmen müssen am Steuer bleiben
KI stellt Unternehmen vor die Wahl: Entweder sie beherrschen sie, oder sie unterliegen ihrer Kontrolle. Um diese zu behalten und das Potenzial optimal zu nutzen, ist es notwendig, eine datenzentrierte Kultur zu etablieren, die Mitarbeiter zu schulen und klare Nutzungsrichtlinien aufzustellen. Essenziell ist die Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen Partnern, um die korrekte Nutzung und den Schutz der Daten zu gewährleisten. Nur durch gezielte Strategien und kontinuierliche Überwachung stellen Unternehmen sicher, dass KI-Technologien effektiv und sicher eingesetzt werden.