Neue Plattform integriert QueryGrid

Teradata Vantage – Analyse ohne Tool- und Sprachgrenzen

| Autor / Redakteur: Karin Johanna Quack / Nico Litzel

Oliver Ratzesberger, Chief Operating Officer bei Teradata, bei seiner Keynote
Oliver Ratzesberger, Chief Operating Officer bei Teradata, bei seiner Keynote (Bild: Teradata)

Unter der Bezeichnung „Vantage“ hat die Teradata Corp. ein „Ökosystem“ auf den Markt gebracht, das Datenanalysen über heterogene Systeme ermöglichen soll, ohne dass der Anwender zu tief in die Technik einsteigen muss. Die Produkte QueryGrid und 4D Analytics sind darin integriert.

Die weltweit wachsenden Investitionen in Analytics-Software führen oft nur zu mittelmäßigen Resultaten; die Unternehmen bekommen nicht die erhofften Antworten auf ihre Fragen. Das fand das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne heraus, indem es – im Auftrag von Teradata – 260 Business- und IT-Entscheider weltweit befragte.

In drei von vier Unternehmen ist der Studie zufolge die für Analytics genutzte Technik zu komplex, um gute Resultate zu liefern. Und fast vier Fünftel der Befragten haben nach eigener Aussage nicht ausreichend Zugriff auf die Unternehmensdaten, um ihren Job effektiv ausführen zu können.

Der Hauptgrund dafür liegt in den gewachsenen Systemen. Die Unternehmen haben ständig neue Technik für die Lösung aktueller Probleme angeschafft. Zudem eignen sich nur wenige Systeme dafür, von Anwendern aus dem Business genutzt zu werden; in weniger als einem Viertel der befragten Unternehmen können die Anwender ihre Anfragen selbst stellen. Die Queries erfordern Spezialisten, und die sind am Markt schwer zu bekommen. Ein weiterer Grund dafür, warum Analytics heute mehr Fragen als Antworten liefert.

Von SQL bis Python und R

Diese Probleme allein mit einem neuen Produkt lösen zu wollen, ist utopisch. Aber zumindest die hohe Komplexität verspricht Teradata mit „Vantage“ zu verringern – bei gleichzeitig verbesserter Anwenderfreundlichkeit. Auf der Kunden- und Partnerveranstaltung „Teradata Analytics Universe“ in Las Vegas wurde die Verfügbarkeit des Produkts offiziell verkündet.

Laut Marketing-Vorstand Chris Twogood unterstützt die Plattform alle gängigen Tools und Sprachen. Der Anwender können zwischen SQL, Python und R wechseln sowie SAS, Jupyter und RStudio nutzen; multistrukturelle Daten lassen sich innerhalb von Vantage mit JSON, BSON, Avro, CSV und XML analysieren.

Auf diese Weise soll die Plattform durchgängige Analysen über unterschiedliche Datenhaltungs-Systeme erlauben. Anstatt ein Daten-Subset zu verwenden, könne der Anwender jetzt auf (fast) alle Unternehmensdaten zugreifen, verspricht Teradata. Das ermögliche erheblich genauere Vorhersagen als zuvor. Wie Twogood ergänzt, unterstützt Vantage den gesamten Analyseprozess bis zum Monitoring und Enabling – auf einer einzigen Plattform.

Zeitbedarf für Anfragen halbiert

Eine ähnliche Funktion hatte Teradata auch schon für „QueryGrid“ reklamiert. Allerdings arbeitete das Grid bislang von den eigentlichen Analysewerkzeugen getrennt. In Vantage gehört dieser Verschiebebahnhof für Datenanfragen nun zur integrierten Plattform, was sich unter anderem positiv auf die Geschwindigkeit auswirkt. Laut Teradata verringert sich der Zeitbedarf für Anfragen um die Hälfte.

„Mit dem QueryGrid konnten sich die Kunden solche Systeme sicher auch selbst bauen“, sagt Oliver Ratzesberger, Chief Operating Officer bei Teradata. Aber das sei um Einiges aufwendiger gewesen, weil es sich eben um ein Produkt in der Außenwelt gehandelt habe.

Vorgefertigte Analysefunktionen

Zur „Innenwelt“ des Teradata-Ökosystems gehört auch das kürzlich vorgestellte Tool „4D Analytics“. Es ermöglicht Analysen über geografische Daten und Zeitreihen. Ebenfalls integriert sind eine Machine-Learning-Engine sowie ein Werkzeug für die Verarbeitung von Graphen.

Mithilfe von 180 vorgefertigten Analysefunktionen sollen die Anwender einfach und schnell multistrukturelle Daten umwandeln, aufbereiten, analysieren und visuell darstellen können, um beispielsweise Kunden auf dem Absprung oder Betrugsversuche zu erkennen.

Konkurrenz aus der Start-up-Ecke

Dan Vesset
Dan Vesset (Bild: IDC)

Dan Vesset, Group Vice President beim Marktforschungsunternehmen IDC, sieht Teradata mit Vantage auf dem richtigen Weg. „Früher betrachtete sich Teradata als Mittelpunkt einer mehr oder weniger geschlossenen Datenwelt. Heute hat man sich dort für die Produkte anderer Anbieter geöffnet.“ Konkurrenz drohe dem Datenhaltungs- und Analytics-Spezialisten allerdings von Start-ups wie Snowflake, deren Data-Warehouses von Anfang an für die Cloud konzipiert seien, während die Teradata-Software erst nachträglich Cloud-fähig gemacht wurde.

Für die Analystin Mila D'Antonio von Ovum steht vor allem die Anwenderfreundlichkeit von Vantage im Fokus. „Teradata hat die Datenanalyse von der Komplexität befreit, sodass auch nicht-technische Business-Anwender ihre Daten managen und analysieren können. Damit haben sie den Flaschenhals geweitet, der durch den Mangel an Data Scientist entstanden ist.“

Consulting-Arm umbenannt

Offenbar begreift Teradata das neue Produkt als Teil eines umfassenden Wandels. Der Beratungsarm, bislang unter dem Namen „Think Big“ bekannt, heißt jetzt Teradata Consulting. Zugleich änderte das Unternehmen sein Logo und verlegte den Firmensitz von Dayton, Ohio, nach San Diego, Kalifornien.

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