Ausweispflicht für Agenten ServiceNow will KI-Agenten zur Laufzeit kontrollieren

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Mit „AI Passport“ sollen Unternehmen zur Laufzeit prüfen können, was KI-Agenten und MCP-Server tun dürfen. Das gilt auch für Agenten anderer Hersteller. Verfügbar sein soll das im vierten Quartal.

Im AI Passport sind pro Agent Herkunft, Verantwortliche, Risikoeinstufung sowie genutzte Modelle und Tools hinterlegt. Der Nachweis ist signiert, zeitlich befristet und lässt sich widerrufen.(Bild:  ServiceNow)
Im AI Passport sind pro Agent Herkunft, Verantwortliche, Risikoeinstufung sowie genutzte Modelle und Tools hinterlegt. Der Nachweis ist signiert, zeitlich befristet und lässt sich widerrufen.
(Bild: ServiceNow)

Wer KI-Agenten produktiv einsetzt, muss klären, auf welche Daten und Werkzeuge sie zugreifen dürfen und wer das genehmigt hat. ServiceNow will diese Frage während der Ausführung beantworten und nicht erst im Audit. Der Anbieter hat dazu „AI Passport“angekündigt, eine Berechtigungsschicht für eigene und fremde KI-Agenten sowie für Server, die über das Model Context Protocol (MCP) angebunden sind.

Signierter Nachweis statt Selbstauskunft

Jeder Agent erhält ein kryptografisch signiertes Credential, das festlegt, was er tun darf. Es wird von der zentralen Steuerungsebene der Plattform ausgestellt, die ServiceNow auf der Knowledge 2025 als AI Control Tower vorgestellt hatte.Die Berechtigungen leiten sich aus Daten ab, die dort ohnehin vorliegen: der Configuration Management Database (CMDB), GRC-Richtlinien und Freigaben in Workflows. Geprüft wird zur Laufzeit, und zwar in jedem Schritt eines Multi-Agent-Workflows. Gerade bei Agenten von Drittanbietern solle damit ein überprüfbarer Nachweis an die Stelle der Angaben treten, die der Agent selbst über seine Rechte macht.

Bleibt ein Agent innerhalb seines Rahmens, arbeitet er ungehindert. Weicht er davon ab, greifen abgestufte Maßnahmen: Der Agent wird umgeleitet, eingeschränkt oder mit dem passenden Kontext neu verbunden. Als letzte Stufe lässt er sich per Kill-Switch beenden. Reicht ein Agent Rechte an einen anderen weiter, sollen sich diese bei jeder Delegation verengen. Einzelne Berechtigungen lassen sich gezielt widerrufen.

AI Passport basiere auf offenen Spezifikationen, sodass auch andere Anbieter Credentials ausstellen und prüfen könnten. Design- und Launch-Partner ist Nvidia. Die Durchsetzung soll über die Nvidia Open Agent Safety Platform mit der Runtime OpenShell laufen.

Shadow AI und KI-Kosten

Neben AI Passport erweitert ServiceNow die Governance-Funktionen der Plattform. Laut Hersteller laufen alle auf einem gemeinsamen Datenmodell:

  • Shadow-AI-Erkennung soll nicht genehmigte Agenten im Netzwerk aufspüren.
  • Discovery über mehr als 400 vorgefertigte Konnektoren soll KI-Systeme verschiedener Plattformen und Anbieter erfassen.
  • Access Mapping stützt Berechtigungsentscheidungen auf tatsächlich vergebene Rechte.
  • Observability zeichnet Traces und Verhalten der Agenten fortlaufend auf.
  • AI Cost Management wird Teil des IT Asset Management (ITAM). Es soll Kosten für Frontier-Modelle, in SaaS eingebettete KI, Hyperscaler und eigene GPUs in einer Ansicht bündeln und vor Budgetüberschreitungen warnen.
  • Policy Enforcement reagiert abgestuft: erst Warnung, dann Drosselung, dann Blockade.

Damit setzt ServiceNow fort, was der Anbieter Anfang Oktober beim AI Summit in München skizziert hatte: KI-Agenten zu inventarisieren, zu überwachen und ihren Nutzen gegen die Kosten zu stellen.

Für Banken gibt es zudem eine Operational-Resilience-Lösung, die KI-Governance, Risiko und Security zusammenführt. Den Bedarf begründet ServiceNow mit einer eigenen Erhebung: Alle befragten Banken setzten KI ein, aber nur 24 Prozent hätten eine passende Governance.

AI Passport, Shadow-AI-Erkennung und AI Cost Management sollen im vierten Quartal 2026 kommen. Die Banken-Lösung ist ab sofort verfügbar.

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