In den vergangenen Monaten hat wohl kein KI-Tool solche Wellen geschlagen wie ChatGPT von OpenAI. Microsoft arbeitet eng mit den Entwicklern von ChatGPT zusammen und integriert das KI-Tool als Cloud-Dienst in Azure. Geplant sind weitere Integrationen in Office, Bing und andere Microsoft-Programme.
Microsoft macht OpenAI seinen Cloud-Kunden als Azure OpenAI Service allgemein verfügbar und eröffnet damit den Zugang zu großen, fortschrittlichen KI-Modellen.
(Bild: Supatman - stock.adobe.com)
Die Chatbot-Software ChatGPT auf Basis von GPT 3.5 von OpenAI ist das derzeit wohl bekannteste KI-Tool auf dem Markt mit einem riesigen Potenzial an Möglichkeiten. Microsoft will die Funktionen zum Erstellen von Texten auf Basis von KI in Zukunft auch eng in Outlook und andere Office-Programmen integrieren. Außerdem soll Bing mit ChatGPT gegenüber der Suchmaschinen-Konkurrenz Google deutliche Verbesserungen der Suchergebnisse bringen. Microsoft hat bisher über eine Milliarde US-Dollar in ChatGPT investiert, plant aber, diese Investitionen noch deutlich auszubauen.
Das Tool kann mehr als intelligente Texte automatisiert erstellen. Beim Erreichen von Business-Zielen kann das KI-Tool eine große Hilfe sein und auch beim Erstellen von neuen Anwendungen mit verbesserter Benutzererfahrung und mehr Interaktivität. Bereits programmierte Apps lassen sich mit den KI-Funktionen aus Azure OpenAI deutlich aufbohren und mit neuen Funktionen, verbesserter Benutzerinteraktion und einfacherer Bedienung ausstatten. Dazu sind nur wenige Zeilen Code notwendig, die schlussendlich die Anwendung mit dem KI-Modell auf OpenAI verknüpft.
Da Azure OpenAI in die Infrastruktur von Azure integriert ist, greifen die Modelle und die darauf basierten Anwendungen auf alle Dienste in Azure zu. Über virtuelle Netzwerke kann die Anwendung weltweit internen wie externen Benutzern zur Verfügung gestellt werden. Die Stärke von GPT 3.5 liegt vor allem in der natürlichen Sprache. Sobald diese in einem Modell und einer App von Azure OpenAI integriert ist, lässt sie sich an den verschiedenen Stellen umfassend nutzen.
Verschiedene Kunden setzen bereits auf Azure OpenAI
GPT 3.5/ChatGPT soll zusammen mit Codex und Dall-E-2 auf einer gemeinsamen Plattform genutzt werden können. Azure OpenAI Service ermöglicht Unternehmen über die Cloud, Zugang zu den fortschrittlichsten KI-Modellen der Welt zu erhalten. GPT 3.5 läuft bereits auf der Azure-Infrastruktur und die KI wurde auf Basis von Azure-Ressourcen trainiert.
KPMG beispielsweise gehört zu dem ausgewählten Kundenkreis, der schon seit längerem Azure Open AI Services nutzen kann. Der Konzern nutzt Azure OpenAI Service, um die relevanten Steuerbeiträge für ihre ESG-Initiativen öffentlich zu machen. Da ein Großteil dieser Steuerzahlungen in IT-Systemen außerhalb des Finanzwesens vergraben ist, massive Datenmengen anfallen und die Datenattribute unvollständig sind, stellt Azure OpenAI Service die Datenbeziehungen zur Vorhersage von Steuerzahlungen und Steuerarten her. Damit werden die Validierung der Genauigkeit und die Kategorisierung der Zahlungen nach Land und Steuerart erheblich erleichtert. Durch die Integration von GPT 3.5 erhöht sich der Nutzen von OpenAI-Service deutlich.
Microsoft setzt in seinen Produkten ebenfalls schon auf die Möglichkeiten von OpenAI, zum Beispiel in der Power-Plattform. In Microsoft Designer setzt Microsoft auf das Modell Dall-E 2 für die Erstellung von Bildern. Auch hier ist im Hintergrund Azure OpenAI verknüpft. Mit dem Online-Dienst erstellt die KI Bilder auf Basis natürlicher Sprache.
Mit Azure OpenAI bietet Microsoft seit 2021 einen KI-Dienst in Azure an, jetzt kommt noch GPT 3.5/ChatGPT dazu.
(Bild: Joos)
Im Fokus von Azure OpenAI Service soll in Zukunft eine deutliche Verbesserung von Suchfunktionen stehen, sodass Unternehmen durch den KI-Dienst Analysen und Datenvisualisierung auf ganz neuen Ebenen durchführen können. Durch Einsatz des KI-Tools ist es in Zukunft wesentlich einfacher, natürliche Sprache bei Suchen zu verwenden. Programmierkenntnisse sind für die Suchen und Analysen in diesem Fall nicht mehr notwendig.
Limited Access gegen Missbrauch
Durch den enormen Funktionsumfang, den Azure OpenAI Service schon jetzt bietet, besteht die Gefahr des Missbrauchs der KI. Um dem entgegenzuwirken hat Microsoft auch in Azure OpenAI Service Leitplanken implementiert. Um Zugang zu OpenAI und GPT 3.5 zu erhalten und sich registrieren zu können, müssen Entwickler den Anwendungsfall beschreiben. Bis Microsoft den Zugang gewährt, kann es durchaus mehrere Tage dauern. Danach lässt sich im Azure-Portal ein neuer Dienst über den Menüpunkt „Erstellen“ bei „Azure OpenAI“ erstellen.
In Azure OpenAI lassen sich neue KI-Dienste mit wenigen Klicks über das Azure-Portal erstellen.
(Bild: Joos)
Dazu kommen Inhaltsfilter, die sicherstellen, dass die Anwendungen keine Gesetze oder Regeln brechen, wie zum Beispiel Hassrede oder andere Inhalte, die illegal oder seitens Microsofts nicht erwünscht sind. Mehr dazu beschreibt Microsoft auf der Seite „Responsible AI“. Die Anwendung wird durch Microsoft ständig überwacht. Tauchen diesbezüglich Probleme auf, erhalten Entwickler eine Nachricht, um sofort reagieren zu können.
Stand: 08.12.2025
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Azure OpenAI in der Praxis: KI-Modelle erstellen
Sobald sich Entwickler für die Nutzung von Azure OpenAI registriert haben, können sie einen neuen Dienst innerhalb von Azure OpenAI erstellen. Dazu wird im Suchfeld des Azure-Abonnements nach „OpenAI“ gesucht und „Azure OpenAI“ ausgewählt. Mit „Erstellen“ kann ein neuer Dienst erstellt werden. Der Dienst lässt sich aber nur abschließend erstellen, wenn das Abonnement für Microsoft Azure OpenAI von Microsoft freigeschaltet wurde.
Um KI-Modelle in Azure OpenAI zu erstellen, kommt Azure Open AI Studio zum Einsatz. Für den Zugriff darauf ist ein Benutzerkonto in dem Azure-Abonnement notwendig, das für OpenAI registriert ist und in dem ein OpenAI-Dienst in Azure erstellt wurde. Über die Bereitstellung eines neuen Modells kann aus den vorhandenen Modellen und Modellfamilien eines ausgewählt werden, zum Beispiel GPT 3.5/ChatGPT.
Datenanalyse, Text- und Code-Erstellung
Jede Modellfamilie verfügt über mehrere Modelle. Diese lassen sich nicht nur für Einsatzgebiete im Bereich der Texterstellung und für Bots nutzen, sondern GPT 3.5 schreibt auch Programmiercode. Für die Analyse von Daten lassen sich mit GPT 3.5 Anwendungen erstellen, die mit natürlicher Sprache Informationen von Datenquellen abrufen.
Erstellen eines neuen OpenAI-Dienstes in Microsoft Azure.
(Bild: Joos)
Schlussendlich ist GPT 3.5 vor allem da sinnvoll, wo natürliche Sprache als Eingabe zum Einsatz kommen kann und im Hintergrund IT- oder Cloud-Dienste und deren Daten angesprochen werden sollen. Wenn ein Benutzer in einem Suchfeld eine Frage in natürlicher Sprache eingibt, kann OpenAI nicht nur im Internet oder in Dokumenten nach Informationen suchen und diese anzeigen. Die KI wertet alle Informationen auch aus und fasst das Ergebnis in einer neuen Antwort zusammen.
Innerhalb von Azure OpenAI steht auch Codex zur Verfügung. Das KI-Modell ist in der Lage natürliche Spracheingaben in Programmcode umzuwandeln. Parallel dazu können mit Dall-E 2 Anwendungen geschrieben werden, die auf Basis natürlicher Sprache Bilder erstellen. Zusammen können diese Modelle umfangreiche Funktionen zur Verfügung stellen, mit denen sich Texte erstellen, Daten analysieren, Visualisierungen erstellen und sogar Programmcode schreiben lässt.
Das Modell Codex hilft über Azure OpenAI dabei, natürliche Sprachbefehle von Benutzern oder Entwicklern in Programmcode umzuwandeln, und das in Echtzeit. Das kann zum Beispiel in Visual Studio zum Einsatz kommen, zusammen mit Github Copilot, um nahezu vollautomatisiert Programmcode zu schreiben.
Azure OpenAI mit Enterprise-Security und -Vernetzung nutzen
Seine Stärken spielt Azure natürlich durch seine zahlreichen Dienste aus, die Unternehmen eine maximale Vernetzung, zahlreiche Ressourcen, Speicherlösungen und vieles mehr bietet. Virtuelle Netzwerke und private Endpunkte in Azure lassen sich zusammen mit OpenAI umfassend zu einer KI-Infrastruktur vernetzen.
Innerhalb einer neuen Bereitstellung lässt sich mit dem Azure OpenAI Studio alles weitere konfigurieren. Für die Programmierung kann Visual Studio zum Einsatz kommen.
(Bild: Joos)
Alle diese Ressourcen lassen sich mit Azure OpenAI verknüpfen und in komplexe Infrastrukturen einbinden. Dazu kommen die hohen Sicherheitsstandards, die Azure bietet, und zahlreiche Security-Dienste, die sich mit OpenAI verknüpfen lassen, um die mit den OpenAI-Modellen erstellten Anwendungen maximal sicher zu betreiben. Die Anwendungen lassen sich umfassend absichern, zum Beispiel mit Role Based Access Control. Auch hier kommen die Bordmittel aus Azure in Verbindung mit den KI-Modellen zum Einsatz. Die verschiedenen Aufgaben für OpenAI werden mit Azure OpenAI Studio abgewickelt und die Anbindung an den Rest von Azure erfolgt mit einer REST-API.