KI-Funktionen und effektivere Analysen aus der Cloud Microsoft Fabric – KI-Plattform zur Datenanalyse

Von Thomas Joos 5 min Lesedauer

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Microsoft Fabric ist eine neue Plattform für die Analyse von Daten aus verschiedenen Quellen. Die All-in-one-Lösung setzt dabei auf Technologien von OpenAI. Dadurch können Unternehmen aller Größenordnungen umfassend Daten analysieren.

Microsoft Fabric ermöglicht den Zugriff auf verschiedene Analyse-Werkzeuge, die bisher vor allem einzeln im Einsatz waren. (Bild:  T. Joos)
Microsoft Fabric ermöglicht den Zugriff auf verschiedene Analyse-Werkzeuge, die bisher vor allem einzeln im Einsatz waren.
(Bild: T. Joos)

Microsoft Fabric soll in Zukunft eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen aller Größenordnungen sein, die ihre Daten aus verschiedenen Quellen analysieren wollen. Dazu setzt Microsoft in Fabric auf Technologien von OpenAI, um auch KI-gestützte Analysen durchführen zu können. Das Ziel der neuen Plattform soll sein, dass Unternehmen ohne große Hürden in die Analyse von Daten einsteigen können. Zur Fabric gehören Data-Warehouses genauso, wie Datenwissenschaft und Echtzeitanalysen. Dazu kommen Zugriff auf Power BI, Azure Synapse und Azure Data Explorer.

Viele Produkte aus Microsoft Fabric gibt es schon

Generell ist es aber auch so, dass viele Produkte und Funktionen aus Microsoft Fabric bereits bekannt sind und keine Neuentwicklung darstellen. Microsoft verknüpft diese vor allem miteinander, integriert KI-Funktionen und bringt mit Copilot eine KI-Schnittstelle ein, mit der sich die verknüpften Produkte besser miteinander nutzen lassen. Bestandteil der Microsoft Fabric sind Data Factory, Synapse Data Engineering, Synapse Data Science, Synapse Data Warehousing, Synapse Real Time Analytics, Power BI und Data Activator. Alle diese Dienste teilen sich mit dem Microsoft OneLake einen gemeinsamen Datenspeicher, auf den wir nachfolgend ebenfalls noch eingehen.

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Wer sich die Liste an Diensten genauer anschaut, erkennt schnell, dass es die meisten Produkte bereits gibt, das gilt vor allem für die Data Factory. Mit Synapse Data Engineering können Datenwissenschaftler auf Basis von Spark Daten über Skripte in Fabric integrieren. Diese Möglichkeit gibt es aber ebenfalls bereits. Bei Synapse Real Rime Analytics handelt es sich im Grunde genommen um einen verbesserten Azure Data Explorer. Power BI ist seit Jahren die zentrale Berichtsplattform in Microsoft 365 und Azure. Klar, dass dieses Produkt in Fabric dabei ist. Neu ist dagegen der Data Activator in Fabric. Zu diesem kommen wir in einem eigenen Abschnitt noch ausführlicher.

Datenanalyse mit dem Software-as-a-Service-Ansatz

Die einzelnen Bestandteile von Microsoft Fabric sind unter dem Software-as-a-Service-Ansatz lizenziert (SaaS). Dadurch müssen Unternehmen nur das bezahlen, was sie auch tatsächlich benötigen. Dadurch sind die Einstiegshürden sehr niedrig und ermöglichen einen schnellen und einfachen Einstieg in die Datenanalyse. Gleichzeitig stehen alle anderen Dienste in Microsoft 365 und Azure offen für die weitere Verwendung der analysierten Daten zur Verfügung. Unternehmen können dadurch ihre ohnehin vorhandenen Daten sehr viel effektiver nutzen. Diese müssen dazu nicht online bei Microsoft gespeichert sein, sondern können aus anderen Quellen stammen. Die ganze Umgebung baut nach dem Self-Service-Gedanken auf. Die Oberfläche ist einheitlich und vereinfacht den Einstieg. Bezüglich der Datenwissenschaft lassen sich KI-Funktionen umfassend einbinden.

KMU und große Unternehmen profitieren von Fabric

Microsoft Fabric arbeitet mit anderen Clouddiensten von Microsoft zusammen, darunter Azure und Microsoft 365. Dadurch lassen sich Daten nicht nur analysieren, sondern auch gleich weiter nutzen, zum Beispiel in SharePoint Online, Exchange Online oder Teams. Daher ist Fabric für Unternehmen, die bereits Daten in der Microsoft-Cloud speichern und Ressourcen nutzen, besonders interessant. KMU können dadurch in die hochprofessionelle Datenanalyse einsteigen, ohne auf eigene Hard- oder Software setzen zu müssen.

Daten lassen sich in Fabric nicht nur analysieren, sondern die Ergebnisse können auch visualisiert werden. Interessant dabei ist, dass die Analyse auch komplett in Echtzeit erfolgen kann. In Fabric kommt dazu auch der neue Copilot-Assistent zum Einsatz, mit dem Anwender auch sehr einfach KI-Prompts erstellen können.

Gemeinsam mit Fabric stellt Microsoft einen Data Lake mit der Bezeichnung „OneLake“ zur Verfügung, um auch große Datenmengen speichern zu können. Zur Speicherung nutzt Fabric das Open-Data-Format. Ein sehr großer Vorteil von Fabric besteht darin, dass die einzelnen Dienste und Funktionen keine Inseln darstellen, sondern nahtlos miteinander verknüpft sind. Durch die gemeinsame Speicherung aller Daten können die verschiedenen Dienste jederzeit auf die Daten im Data Lake zugreifen.

Data Activator in Microsoft Fabric

Der Data Activator ist sicherlich eines der herausragenden Produkte in Microsoft Fabric. Der Bestandteil sorgt für die Automatisierung der Datenanalyse von Daten, die in Fabric zur Verfügung stehen. Für diese Automatisierung sind keine Programmierkenntnisse notwendig. Der Data Activator arbeitet komplett ohne Code. Dennoch kann diese Komponente auf alle Daten in Fabric zugreifen, und diese für die Nutzer „aktivieren“, also so nutzbar machen, dass sich daraus Erkenntnisse gewinnen lassen.

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Der Data Activator kann in Fabric dazu identisch auf Echtzeit-Daten zugreifen, wie auf archivierte Daten oder andere Informationen. Dadurch erkennt das System, wenn Kunden bei Zahlungen im Rückstand sind oder ob der Lagerbestand in Zukunft ausgeht, kann Metriken überwachen und automatisiert Support-Tickets eröffnen, wenn Sensoren in IoT-Geräten Fehler melden. Der Data Activator arbeitet dazu in drei Stufen:

In Stufe 1 stellen Unternehmen eine Verbindung mit den Daten her, die der Activator nutzen soll. Sobald er verbunden ist, überwacht das System die Daten auf bestimmte Muster und kann bereits Aktionen durchführen. In Stufe 2 kann der Activator Handlungsaktionen aus den Mustern erstellen, zum Beispiel das bereits erwähnte eröffnen von Support-Tickets, wenn bestimmte Werte überschritten werden. Stufe 3 löst Aktionen schlussendlich aus, zum Beispiel über Power Automate. Dazu gehört auch das automatisierte Versenden von E-Mails oder automatisierte Aktionen in Geschäftsanwendungen, die ebenfalls mit Data Activator verknüpft sein können. Auch Informationen zu Team-Chats und viele weitere Aktionen sind denkbar. Steuern lässt sich Data Activator über Power BI, sodass auch unerfahrene Anwender Aktionen erstellen können.

Erste Schritte mit Microsoft Fabric: 60 Tage kostenlos testen

Wer bereits über ein Azure- oder Microsoft-365-Konto hat, also ein Konto in Azure AD/Entra ID, kann mit wenigen Klicks die kostenlose Testversion von Microsoft Fabric starten. Dabei haben die Anwender 60 Tage Zugriff auf alle Funktionen in Microsoft Fabric.

Nach dem Start lassen sich mit der Kachel „Datenpipeline“ in wenigen Klicks neue Pipelines für die Analyse anbinden. Sobald die Pipeline erstellt ist, was nur wenige Sekunden dauert, können in das System bereits Daten geladen werden. Auch dazu steht eine eigene Kachel in der Microsoft Fabric zur Verfügung. Als Datenquellen steht bereits jetzt eine enorme Fülle an Schnittstellen und Beispieldaten zur Verfügung. Dazu gehört auch die Unterstützung von externen Daten, zum Beispiel aus Amazon S3, Redshift, NoSQL, PostgreSQL, Dynamics CRM, SQL-Server und viele mehr (siehe Abbildungen zum diesem Beitrag). Als Ziel für die Daten stehen ebenfalls verschiedene Bereiche zur Verfügung, zum Beispiel das Lakehouse in Microsoft Fabric. Bereits während des Imports kann über einen Assistenten ausgewählt werden, wie die die Daten integriert werden sollen.

Die geladenen Daten befinden sich danach in der Weboberfläche der Data Factory im Bereich OneLake-Datenhub. Durch Klicks können Benutzer die Daten durchsuchen und auch SQL-Abfragen erstellen.

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