Identitäten für Workloads und KI-Agenten Keyfactor will SPIFFE-Start-up Cofide übernehmen

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Keyfactor hat die Absicht erklärt, das britische Unternehmen Cofide zu kaufen und seine Trust Control Plane damit auf Cloud-Workloads und KI-Agenten auszuweiten. Der Zukauf ist klein, das Signal an den Markt ist es nicht: Statische Zugangsdaten gelten für autonome Systeme zunehmend als untauglich.

Jordan Rackie, CEO von Keyfactor: Mit Cofide holt sich der Anbieter SPIFFE-Kompetenz ins Haus. Integrations- und Vermarktungspläne stehen noch aus.(Bild:  Keyfaktor)
Jordan Rackie, CEO von Keyfactor: Mit Cofide holt sich der Anbieter SPIFFE-Kompetenz ins Haus. Integrations- und Vermarktungspläne stehen noch aus.
(Bild: Keyfaktor)

Der auf Maschinenidentitäten und PKI spezialisierte Anbieter Keyfactor hat seine Absicht zur Übernahme von Cofide bekanntgegeben. Das in Großbritannien ansässige Unternehmen betreibt eine Identitätsplattform für Software-Workloads und KI-Agenten in Cloud-Umgebungen. Nach Angaben von Keyfactor sollen Sicherheitsteams künftig nicht-menschliche Identitäten über ein einziges System verwalten und steuern können. Zum Kaufpreis und zu den Bedingungen des Abschlusses machte das Unternehmen keine Angaben. Team und Technologie von Cofide wechseln unmittelbar zu Keyfactor.

Jordan Rackie, Chief Executive Officer von Keyfactor, ordnet den Schritt in die Plattformstrategie ein. „Da KI-Agenten, Maschinenidentitäten und autonome Workloads für den Geschäftsbetrieb immer wichtiger werden, muss sich die Vertrauensinfrastruktur weiterentwickeln, um Schritt halten zu können“, sagt er. Cofide stärke die Vision der Trust Control Plane, „indem es vertrauenswürdige Identitäten über traditionelle Systeme hinaus erweitert und es unseren Kunden ermöglicht, die nächste Generation digitaler Akteure sicher zu verwalten“.

Kurzlebige Identitäten statt geteilter Geheimnisse

Technisch setzt Cofide auf die offenen Standards SPIFFE, OAuth und OpenID Connect. Jeder Workload und jeder Agent erhält dem Hersteller zufolge eine eigene, kryptografisch verifizierte und kurzlebige Identität, die statische Secrets und API-Schlüssel ersetzt. Die Kommunikation zwischen Diensten wird über gegenseitige TLS-Authentifizierung abgesichert, der Zugriff auf bestehende APIs richtlinienbasiert vermittelt. KI-Agenten müssen dadurch keine langlebigen Token mehr vorhalten. Unterstützt werden nach Darstellung des Anbieters Container, virtuelle Maschinen und Serverless-Umgebungen.

Warum ausgerechnet dieser Zukauf, begründet der Anbieter mit einem Betriebsproblem: Die Standards seien vorhanden, ihr Betrieb sei das Problem. Richtlinien, Lifecycle-Automatisierung, Föderation über Umgebungsgrenzen hinweg und die IAM-Anbindung lasteten vollständig auf dem Betreiber. Cofide solle SPIFFE von einem Projekt in etwas verwandeln, das ein Unternehmen produktiv betreiben kann.

Ein Zukauf von sechs Leuten

Gekauft wird damit weniger ein Produktgeschäft als Standardkompetenz und Personal. Cofide wird von Matthew Bates geführt, der zuvor Jetstack mitgegründet hat. Das 2015 in London gestartete Unternehmen steht hinter cert-manager, dem verbreiteten Zertifikats-Controller für Kubernetes, und wurde 2020 von Venafi übernommen, das inzwischen zu CyberArk gehört. Keyfactor holt sich also Entwickler, die das Thema Maschinenidentität im Cloud-native-Umfeld seit einem Jahrzehnt bearbeiten.

Wie schnell daraus ein Angebot wird, lässt der Anbieter offen. Keyfactor spricht davon, die Technologie zunächst zu inkubieren, Integrations- und Vermarktungspläne sollen später folgen. Für bestehende Kunden ändere sich vorerst nichts. „KI-Agenten verbreiten sich schneller, als die meisten Unternehmen sie absichern können“, sagt Bates. Der Zusammenschluss ermögliche es, „die Umsetzung dieser Vision von Vertrauen in einer Breite und Tiefe zu beschleunigen, die kein Unternehmen alleine erreichen könnte“.

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