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Datenanalysen gutefrage.net verbessert Usability mit Tableau

Autor / Redakteur: Sabine Prehl / Nico Litzel

gutefrage.net analysiert eine Vielzahl von Kennzahlen mit Tableau. Dadurch kann die Ratgeber-Community ihre Plattform besser auf die Anforderungen der Nutzer zuschneiden und die Akzeptanz neuer Funktionen testen. Dass die Fachbereiche weitgehend selbstständig mit der Datenanalyse-Software arbeiten, entlastet zudem die IT-Abteilung.

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Evaluation des Nutzerverhaltens: Nutzung und Auswirkungen auf das User-Engagement sind in verschiedenen Farben dargestellt.
Evaluation des Nutzerverhaltens: Nutzung und Auswirkungen auf das User-Engagement sind in verschiedenen Farben dargestellt.
(Bild: Tableau)

Was taugen Kompaktanlagen? Eignet sich ein Fully bei Rückenbeschwerden? Was bedeutet LTE? Bei gutefrage.net, der größten Ratgeber-Community im deutschsprachigen Raum, geht es um Fragen aus allen Bereichen des alltäglichen Lebens. Nutzer beantworten die Fragen anderer Community-Mitglieder, tauschen Erfahrungen aus und vermitteln Ratschläge. Die Funktionen, der Aufbau und die Bedienfreundlichkeit der Website werden regelmäßig auf Basis von Nutzer-Daten überprüft und entsprechend angepasst.

Eine große Hilfe ist dabei die Data-Analytics-Software von Tableau, die gutefrage.net seit gut einem Jahr verwendet, um Zusammenhänge zwischen Daten herzustellen, visuelle Analysen zu fahren und schnelle, datenbasierte Entscheidungen zu ermöglichen. Auch zum Überwachen wichtiger Kennzahlen, dem sogenannten Dashboarding, ist das Tool fast täglich im Einsatz. Insgesamt zehn Mitarbeiter von gutefrage.net arbeiten derzeit mit Tableau Desktop. Hinzu kommen 15 Tableau-Server-Lizenzen, die hauptsächlich von den Abteilungsleitern genutzt werden.

Überwachung und Testen von Kennzahlen

Eine entscheidende Rolle spielen vor allem die Analysen der Product Owner. Sie überprüfen mithilfe der Software, ob die von ihnen entwickelten Funktionen den KPIs entsprechen beziehungsweise ob sie die richtigen Kennzahlen tracken, um die Bedienung und den Impact einzelner Funktionen zu testen.

Wichtig für sie sind zum Beispiel Angaben darüber, welche Nutzer-Gruppen welche Funktionen verwenden – etwa die moderierte Edit-Funktion, mit der sich Rechtschreibfehler oder schlechte Formulierungen beseitigen lassen: „Als wir die Edit-Funktion eingeführt haben, konnten wir mit Tableau schnell herausfinden, wie viele Nutzer sie verwenden, ob es sich um Einsteiger oder langjährige User handelt – aber auch, welche Edit-Vorschläge angenommen werden und welche nicht“, beschreibt Dr. Franz Graf, Senior Data Scientist bei gutefrage.net. „Auf Basis solcher Informationen entwickeln wir die Plattform im Sinne der Nutzer weiter. Damit erhöhen wir den Traffic auf der Seite und unsere Online-Werbeeinnahmen.“ Die entsprechenden Dashboards wurden früher von der IT-Abteilung programmiert. Mit Tableau können die Fachabteilungen sie jetzt selbst erstellen und so ihr eigenes Controlling aufsetzen.

Entlastung der IT-Abteilung

Dass mit Tableau nicht nur Data Scientists und BI-Experten, sondern praktisch jeder Mitarbeiter arbeiten kann, „beschleunigt die Analyse kolossal“, schwärmt Graf. „Ergebnisse, auf die wir früher wochenlang gewartet haben, stehen uns heute innerhalb von Minuten zur Verfügung. Zum anderen führt die einfache Bedienung dazu, dass die Anwender kaum noch auf die IT angewiesen sind: Vom Zugriff auf die Daten, über die Auswertung und die Analyse bis zu daraus abgeleiteten Entscheidung durch den Abteilungsleiter – all diese Prozesse laufen jetzt direkt in den Fachbereichen ab. „Dadurch konnten wir das Bottleneck IT deutlich entschärfen. Und auch mir bleibt mehr Zeit für andere Projekte.“ Die Zeitersparnis sei enorm: „Früher gingen alle Analyseanfragen an die IT-Abteilung und dann hieß es erst einmal: warten. Die Round-Trip- und Antwortzeiten waren so lang, dass auf manche Anfragen von Vorneherein verzichtetet wurde. Jetzt, mit Tableau können wir wesentlich mehr und auch tiefere Analysen fahren.“

Dr. Franz Graf, Senior Data Scientist bei gutefrage.net: „Tableau beschleunigt unsere Analysen kolossal.“
Dr. Franz Graf, Senior Data Scientist bei gutefrage.net: „Tableau beschleunigt unsere Analysen kolossal.“
(Bild: gutefrage.net)

Enorme Zeitersparnis

Die Sales-Abteilung profitiert ebenfalls vom Einsatz der Software: „Unsere Vertriebler können heute auf Daten zugreifen, für die früher ein Ticket an die IT erforderlich war. Um ein Workbook zu erstellen, brauchen sie in Tableau eine halbe Stunde – in Excel lag die dafür nötige Arbeitszeit im zweistelligen Manntages-Bereich“, rechnet Graf vor. Die anschaulichen Visualisierungen sparten zusätzlich Zeit: „In Tableau können wir mit einer einzigen Grafik zeigen, dass ein bestimmtes Verfahren besser ist – etwa weil es von besonders vielen Nutzer-Gruppen genutzt wird. Das erfordert keine langen Erklärungen mehr, das sehen wir heute auf einen Blick.“

Für Tableau spreche zudem, dass sich die Software gut in andere Softwarelandschaften integrieren lässt: „Bei gutefrage.net liegen die Stammdaten in der MySQL-Datenbank, Google Analytics ist unsere Tracking-Quelle – auch von Events direkt von der Website. Dieses Event-Tracking gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dass Tableau über einen Connector zu Google Analytics verfügt, war daher ein wichtiges Entscheidungskriterium für uns.“

Unkomplizierte Implementierung

Die Einführung der Software im Dezember 2014 verlief absolut reibungslos – der Trainingsaufwand war minimal: „Nach zwei Schulungen konnten die Test-User losgelegen“, berichtet Graf. Für einfache Auswertungen reichten die „hervorragende Online-Community“ sowie Tipps von Kollegen in der Regel aus. „Weitere Schulungen benötigt nur, wer tiefer in die Analyse einsteigen will.“ Insgesamt seien die Folgekosten bei Tableau aber wesentlich niedriger als bei den meisten anderen Softwareprodukten.

Es wundert daher nicht, dass gutefrage.net den Einsatz von Tableau weiter ausbauen will. So sollen in Zukunft mehr Nutzer mit der Software arbeiten. Zudem plant die Ratgeber-Community, die Software in das Data Warehouse beziehungsweise in die gesamte Hadoop-Landschaft zu integrieren, „um auch diese Datenbestände schnell und effizient auswerten zu können.“

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