BVDW-Studie veröffentlicht

Ethik wird bei KI zum Wettbewerbsfaktor

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Produkte nach ethischen Standards haben gute Marktchancen.
Produkte nach ethischen Standards haben gute Marktchancen. (Bild: BVDW)

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft e. V. (BVDW) hat die Studie „Künstliche Intelligenz, Smart Home, vernetzte Gesundheit – Ethik in der Digitalen Wirtschaft“ durchgeführt. Sie zeigt, dass Ethik beim Thema KI zum Wettbewerbsfaktor wird.

Bereits vor einem Jahr hatte der BVDW in einer anderen Studie die Bedeutung von KI für die Wirtschaft aufgezeigt. Damals gaben drei Viertel der BVDW-Mitglieder an, dass KI wichtig oder eher wichtig für ihr Geschäftsmodell sei. Im Rahmen der jetzt vorgelegten Studie widmet sich der Verband nun den ethischen Standards in diesem Zusammenhang. Derartige Grundsätze sollen zum Beispiel sicherstellen, dass eine Software niemanden diskriminiert oder sensible Informationen nur in engen Grenzen verarbeitet. Rund drei Viertel der Deutschen (74 Prozent) sind der Meinung, dass Ethik schon bei der Entwicklung entsprechender Produkte einen hohen oder sehr hohen Stellenwert haben sollte. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (55 Prozent) sieht das genauso. Zudem würden 72 Prozent der Verbraucher Produkte oder Services bevorzugen, deren Entscheidungsfindung sich an nachvollziehbaren ethischen Standards orientiert. Laut 71 Prozent der befragten Digitalunternehmen sind derartige Lösungen auch potenziell erfolgreicher im Markt.

Ethik wichtiger als Funktionalität

Die Einhaltung solcher Standards kann manchmal eine Einschränkung des Funktionsumfangs bedeuten. Rund zwei Drittel der Deutschen (63 Prozent) würden dies aber in Kauf nehmen und die Funktionalität hintenanstellen. Bei den Digitalunternehmen liegt dieser Anteil sogar bei 83 Prozent. „Die Branche ist in dieser Hinsicht äußerst sensibel – und das ist gerade in Deutschland auch angemessen und wird sich mit der zunehmenden Verwendung von KI auch als Wettbewerbsvorteil erweisen. Denn hierzulande spielen Themen wie Ethik und Datenschutz eine deutlich größere Rolle als zum Beispiel in den USA“, erklärt BVDW-Präsident Matthias Wahl. Verbraucher (46 Prozent) und Unternehmen (51 Prozent) sind überwiegend der Meinung, dass eine unabhängige Prüfinstanz die Einhaltung ethischer Standards überwachen sollte. Dabei vertrauen die Bürger (23 Prozent) dem Staat deutlich mehr als die Firmen der digitalen Wirtschaft (12 Prozent).

Die vollständigen Ergebnisse der Studie stehen auf der BVDW-Website bereit.

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