Kommentar von Annefried Simoneit, QUNIS Beim SSBI-Know-how ist noch Luft nach oben

Von Annefried Simoneit |

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Leistungsstark und anwenderfreundlich: Self-Service BI (SSBI) ist das ideale Mittel, um bei Datenmanagementaufgaben unabhängig von der IT-Abteilung einfach und schnell individuelle Lösungen zu realisieren. Das Know-how dafür ist in den Unternehmen vielfach schon vorhanden – manchmal mehr, aber manchmal auch weniger. Deshalb lässt sich vielerorts in Sachen Agilität noch so einiges herausholen.

Die Autorin: Annefried Simoneit ist Senior Customer Success Expert bei  QUNIS
Die Autorin: Annefried Simoneit ist Senior Customer Success Expert bei QUNIS
(Bild: QUNIS)

Globalisierung, vernetzte Wertschöpfungsketten und dazu noch aktuelle Krisensituationen bringen praktisch im Tagestakt neue Anforderungen mit sich. Unternehmen müssen daher in der Lage sein, jederzeit schnell zu reagieren, sprich: aus Daten möglichst sofort und agil Informationen zu genieren. Schließlich können sie nur auf dieser Basis sichere Entscheidungen treffen und im Wettbewerb bestehen. Das Spektrum der erforderlichen Datenarbeit reicht dabei von der Erstellung und Änderung von Datenmodellen bis zur eigenständigen Integration von externen Daten – und genau hier kommt SSBI ins Spiel. Der Vorteil dieser Art von BI-Tools liegt nämlich in der wirkungsvollen Kombination aus fachanwenderfreundlichem Frontend und Funktionen für das Erledigen einfacher Datenmanagementaufgaben. Das erleichtert es den Fachbereichen unter anderem, mehrere Datenquellen miteinander zu verbinden oder auch lokale Daten aus Excel-Dokumenten direkt im Visualisierungstool zu integrieren. Der entscheidende Pluspunkt: Die User können diese Aufgaben ohne Unterstützung ihrer IT-Abteilung ganz unkompliziert selbstständig erledigen.

Nun ist das Wissen um solche vielversprechenden Möglichkeiten das eine. Das andere ist die Frage, wie viel Know-how die Fachabteilungen in den Unternehmen aktuell überhaupt haben im Umgang mit ihren BI-Werkzeugen, wie hoch also ihr Reifegrad in diesem Bereich liegt. Angesichts der beschriebenen Herausforderungen, vor denen Unternehmen quasi tagtäglich stehen, lohnt ein genauerer Blick.

Drei Gruppen

Wie die Online-Umfrage „Self-Service BI, Agilität für den Fachbereich“ von the factlights, dem Research Brand des Data & Analytics Expertenhauses QUNIS, aufzeigt, lassen sich drei Gruppen definieren. So arbeiten in manchen Organisationen (31 Prozent) die User in den Fachabteilungen zwar durchaus mit BI-Tools, verfügen aber dabei nur über wenig oder sogar keine Expertise im Datenmanagement, weil ihr Unternehmen Dinge wie etwa Berichtserstellung nach wie vor ausnahmslos zentral regelt. Anderenorts kennen sich die Fachbereiche mit BI-Werkzeugen aus und sind auch schon in der Lage, beispielsweise Berichte eigenständig zu bauen oder zu ändern. Ihr Anteil liegt bei 41 Prozent. Optimal aufgestellt sind diejenigen Organisationen (28 Prozent), deren Fachabteilungen bereits heute souverän mit entsprechenden Tools agieren sowie auf Rohdaten zugreifen und bestehende Datenmodelle ändern können.

Lohnenswert ist es hierbei ebenso zu schauen, welche konkreten Skills in welchen Abstufungen schon jetzt vorhanden sind. Laut den Studienergebnissen sind die Fachbereiche in den Unternehmen bei klassischen Enduser-Anwendungen alle bestens aufgestellt. Dies betrifft etwa den Konsum schon vordefinierter Berichte oder auch das Navigieren darin. Hier liegen die Werte jeweils zwischen 96 und 98 Prozent. Wenn es um das Publizieren bzw. das Erstellen neuer Berichte geht, sind die Werte im Vergleich noch immer gut, wenn auch das Know-how hier bei 34 bzw. 41 Prozent der Befragten lediglich in Teilen vorhanden ist. Geht es allerdings um die richtig komplexen Aufgabenstellungen, zum Beispiel das Erzeugen neuer Datenmodelle, verfügen derzeit jeweils knapp ein Fünftel der Befragten noch über keinerlei Kompetenzen.

Fachwissen ist vorhanden, lässt sich aber ausbauen

Klar ist: Je höher der SSBI-Reifegrad, desto mehr Know-how. Betrachtet man das große Ganze, ist das Fachwissen in Sachen SSBI in den Fachbereichen durchaus gut etabliert. Nichtsdestotrotz hakt es an der einen oder anderen Stelle. Dahinter stecken den Studienergebnissen zufolge vor allem Mängel in der Datenarbeit, an der Spitze fehlendes Wissen in Bezug auf das Datenmanagement (bei 46 Prozent der Befragten). Zu den Gründen gehören aber auch eine schlechte Qualität der Daten (42 Prozent), ihre fehlerhafte Interpretation oder restriktive Zugriffsrechte (41 Prozent), Stichwort Governance. Ein Viertel der Befragten gibt zudem an, dass es bereits bei der Integration der SSBI-Lösung in die zentrale Datenplattform klemmt.

Fazit

Alles in allem besteht also durchaus noch Luft nach oben beim Thema SSBI in den Unternehmen. Die gute Nachricht: Für mehr Agilität müssen die Verantwortlichen letztlich nur an ein paar Stellschrauben drehen – in eine bessere Datenqualität investieren beispielsweise, die User effizienter schulen, konkrete Zuständigkeiten festlegen, mit festen Regelwerken Wildwuchs vermeiden. Ganz wichtig ist ein zentraler, einheitlicher Datenbestand, mit dem alle arbeiten. Damit gerüstet kann es nachfolgend gelingen, auch die derzeit noch ungenutzten Potenziale erfolgreich zu heben.

Über die Studie

Über 100 Mitarbeiter und Leiter von Fachbereichen aus Unternehmen des deutschsprachigen Raums haben sich von November 2021 bis Januar 2022 an der großangelegten Online-Umfrage „Self-Service BI, Agilität für den Fachbereich“ beteiligt. Dafür beantworteten sie Fragen zum derzeitigen Stellenwert von SSBI in ihren Fachbereichen. Außerdem gaben sie Einblicke zu ihren bisherigen Erfahrungen damit, dem konkreten Zusammenspiel mit der Enterprise BI und zu ihrer Fachbereichsorganisation, Strategie, Auswahl, Einsatz und Zufriedenheit mit den genutzten Frontend-Tools. Vertreten waren Teilnehmer aus allen Branchen sowie alle Unternehmen von bis 50 Millionen Euro bis hin zu über einer Milliarde Euro Jahresumsatz.

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