Atlassian Team '26 Atlassian öffnet Teamwork Graph für Fremdagenten

Von Berk Kutsal 3 min Lesedauer

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Auf der Hauskonferenz Team '26 stellt Atlassian die Weichen für die „AI-native Organization": Ein Wissensgraph mit über 150 Milliarden Objekten, No-Code-Agenten-Entwicklung und KI-Kollegen direkt in Jira sollen die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine neu definieren.

Atlassian präsentierte auf der Team '26 neue KI-Werkzeuge, einen offenen Wissensgraphen und Agenten als Jira-Teammitglieder.(Bild:  Atalssian)
Atlassian präsentierte auf der Team '26 neue KI-Werkzeuge, einen offenen Wissensgraphen und Agenten als Jira-Teammitglieder.
(Bild: Atalssian)

Atlassian hat auf seiner Anwenderkonferenz Team '26 in Anaheim mehrere Neuerungen rund um seinen Kontextlayer Teamwork Graph und die KI-Plattform Rovo angekündigt. Kernpunkt ist die Öffnung des Graphen für Werkzeuge außerhalb der eigenen Produktwelt.

Atlassian hat eine Reihe von Produktneuheiten vorgestellt, die das Unternehmen als Schritt zur „AI-native Organization“ positionieren. Im Zentrum steht der Teamwork Graph, ein unternehmensweiter Wissensgraph, der nun in der offenen Beta verfügbar ist und Kontext aus sämtlichen Atlassian-Produkten sowie über 100 angebundenen Drittanbieter-Apps zusammenführt.

150 Milliarden Objekte als Fundament für KI-Agenten

Der Teamwork Graph ist keine einfache Suchindexierung: Er umfasst nach Unternehmensangaben mehr als 150 Milliarden Objekte und Beziehungen – darunter Personen, Projekte, Issues, Confluence-Seiten, Code-Repositories, Ziele und externe Assets aus Google Drive, SharePoint oder Design-Tools. Das System erfasst Eigentumsverhältnisse, Historien, Abhängigkeiten und Entscheidungspfade in Echtzeit.

Die Wirkung auf die KI-Qualität beziffert Atlassian konkret: Durch die strukturierte Kontextbereitstellung via Teamwork Graph verbessere sich die Genauigkeit der KI-Ausgaben um 44 Prozent, während der Token-Verbrauch um 48 Prozent sinke.

Für Entwickler und KI-Agenten stehen zwei neue Zugangswege bereit:

  • Teamwork Graph CLI: Eine kommandozeilenbasierte Schnittstelle mit über 300 Befehlen, die Entwicklern und Coding-Agenten (Claude Code, Cursor, Codex) direkten Zugriff auf den Graphen ermöglichen soll ohne produktspezifische APIs ansprechen zu müssen.
  • Teamwork Graph Tools im Rovo MCP Server: Ein Model-Context-Protocol-Server (MCP), der jedem MCP-kompatiblen KI-System – darunter ChatGPT, Claude oder unternehmenseigene Automationen – standardisierten, bidirektionalen Zugriff auf den Graphen gewährt.

Rovo Studio, Max Mode und Agenten als Jira-Kollegen

Die KI-Agenten-Plattform Rovo erhält mehrere Erweiterungen:

  • Rovo Studio ist nun allgemein verfügbar und bietet einen No-Code-Hub, über den auch Fachanwender ohne Programmierkenntnisse eigene KI-Agenten, Automationen und Apps erstellen können.
  • Max Mode (angekündigt, noch nicht verfügbar) erweitert den Rovo Chat um einen Reasoning-Modus, der komplexe Aufgaben in mehrstufige Pläne zerlegt, APIs inspiziert und sich selbstständig korrigiert.
  • Agents in Jira (offene Beta seit Februar 2026) erlaubt es, KI-Agenten – sowohl Rovos eigene als auch Drittanbieter-Agenten von GitHub Copilot, Figma oder Cursor – direkt in Jira-Workflows einzubinden. Agenten können Aufgaben zugewiesen bekommen, in Kommentaren interagieren und Arbeitsergebnisse liefern, wobei Berechtigungen und Audit-Trails gewahrt bleiben.

Neue Produkte: Von KI-Präsentationen bis Voice-Support

Neben den Plattform-Updates stellte Atlassian weitere Neuerungen vor:

  • Confluence Slides (Beta): KI-generierte Präsentationen direkt aus Confluence-Inhalten, basierend auf dem Teamwork Graph.
  • Feedback App (Early Access): Aggregiert Kundenfeedback aus Atlassian- und Drittquellen wie Pendo oder Bewertungsportalen und verknüpft es mit Produktzielen in Jira Product Discovery.
  • Hardware Asset Management: KI-gestütztes Inventar- und Lifecycle-Management als Erweiterung der Service Collection.
  • Dia (allgemein verfügbar): Ein KI-Diagramm-Tool mit Enterprise-Security-Features wie SSO und SOC-2-Type-II-Zertifizierung.
  • Omni-Channel-Support: Jira Service Management erhält nativen Voice-KI-Support sowie WhatsApp- und SMS-Kanäle.

1.600 Stellen gestrichen, um KI zu finanzieren

Im März 2026 hatte Atlassian rund 1.600 Stellen abgebaut, zehn Prozent der Belegschaft. Atlassian CEO Mike Cannon-Brookes bezeichnete die Maßnahme als Anpassung an das KI-Zeitalter. Das Unternehmen investiert 225 Millionen US-Dollar in die Restrukturierung und priorisiert beim Personalerhalt explizit Mitarbeiter mit Fähigkeiten für ein „AI-first-Unternehmen“.

Die Lücke zwischen Experiment und Praxis

Atlassians eigener „State of Teams 2026“-Report liefert den empirischen Rahmen für die strategische Neuausrichtung: 85 Prozent der Wissensarbeiter nutzen KI, doch nur 29 Prozent haben sie in ihre tatsächlichen Arbeitsabläufe eingebettet. 71 Prozent der Teams schöpfen KI-Möglichkeiten beim Informationsmanagement nicht aus. Nur 14 Prozent der Teams haben laut dem Report einen messbaren KI-ROI erzielt. Diejenigen, die es geschafft haben, berichten von 5,6-fach besserer Planung und 9,4-fach gesteigerter Zusammenarbeit.

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