KI zieht in die Low-Code-Welt ein Zoho Creator baut App-Funktionen auf Zuruf

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Der Softwareanbieter Zoho hat seine Low-Code-Plattform „Creator“ mit neuen KI-Werkzeugen ausgestattet. Die Anwendungen lassen sich per Sprach- oder Texteingabe entwickeln. Dabei greift das System auf eigene Modelle zurück – und verzichtet auf Zusatzkosten.

„Seit der Einführung von Creator im Jahr 2006 liegt unser Fokus darauf, die App-Entwicklung zu vereinfachen und zu beschleunigen, ohne bei der Funktionalität Abstriche zu machen“, sagt Sridhar Iyengar, Managing Director von Zoho Europe.(Bild:  Zoho)
„Seit der Einführung von Creator im Jahr 2006 liegt unser Fokus darauf, die App-Entwicklung zu vereinfachen und zu beschleunigen, ohne bei der Funktionalität Abstriche zu machen“, sagt Sridhar Iyengar, Managing Director von Zoho Europe.
(Bild: Zoho)

Die Low-Code-Plattform Zoho Creator erhält zehn neue KI-Funktionen und soll die App-Entwicklung beschleunigen und vereinfachen. Der neue Assistent CoCreator verarbeitet Prompts in Text oder Sprache und erstellt daraus komplette Anwendungen – inklusive Datenmodell, Workflows, Formularen und Rechtestruktur. Die Basis bildet Zia, die KI-Engine von Zoho. Laut Anbieter benötigen Nutzer dafür keine Zusatzmodule oder neue Abos.

Code schreiben ohne zu coden

CoCreator generiere nicht nur ganze Apps, sondern ergänze bestehende Anwendungen. Zia schlägt Felder vor, erstellt kontextbasierte Formulare und kann vorhandenen Code optimieren. Entwickler erhalten Vorschläge für kommentierten, performanteren Code. Der Einsatz richte sich auch an Einsteiger – Profis können laut Zoho die Ergebnisse anpassen und erweitern.

Von der Idee zum Interface

Besonders die sogenannte Idea-to-App-Funktion dürfte wohl für Aufmerksamkeit sorgen. Hier sollen Anwendungen aus Systemdokumentationen wie SRS-Dateien oder Prozessdiagrammen entstehen. Die KI soll Inhalte analysieren und auf dieser Basis Felder, Module und Automatisierungen entwickeln. Auch Integrationen und Dashboards sollen sich automatisch einfügen. Im Hintergrund arbeite je nach Anwendungsfall entweder die hauseigene Zia-KI oder ein externes Modell wie OpenAI.

Daten putzen, bevor sie stören

Ein weiteres Feature ist die KI-gestützte Datenmodellierung. Laut Anbieter erkennt das System Fehler, Duplikate und Ausreißer in unstrukturierten Daten und bringt Ordnung ins Chaos. Dabei lassen sich Dateien und Datenbankformate kombinieren. Die KI analysiert die Inhalte, modelliert Beziehungen und bereitet sie zur weiteren Verarbeitung vor.

Sprachsteuerung auf dem Sprung

Eine Funktion steckt noch in der Testphase: Die sogenannten KI-Skills sollen natürliche Spracheingaben verarbeiten, den Kontext erkennen und auf dieser Basis Prozesse starten. Noch ist das Feature nur im Early Access verfügbar – der Rollout ist für Juni 2025 geplant. Die Befehle sollen sich mithilfe der Low-Code-Sprache Deluge und auf Basis spezialisierter Modelle automatisieren lassen.

Eigene Technologie, eigener Stack

Zoho betont, dass sämtliche KI-Elemente auf dem hauseigenen Stack basieren. Seit 2015 sei Zia als einheitliche KI-Schicht im Einsatz – über alle Zoho-Anwendungen hinweg. Der Anbieter verspricht sich davon eine tiefere kontextuelle Integration als bei Konkurrenzprodukten. „Mit KI heben wir diesen Anspruch auf ein neues Niveau“, sagt Sridhar Iyengar, Managing Director von Zoho Europe. Die neuen Funktionen sollen die Zeit von der Idee bis zur fertigen App deutlich verkürzen können.

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