Workday-Studie „The Copy/Paste Economy“ Warum KI im deutschen Arbeitsalltag weniger spürbar ankommt

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Beschäftigte halten Künstliche Intelligenz (KI) für nützlich, doch der Produktivitätseffekt bleibt hinter den Erwartungen zurück. Workday führt das auf eine fehlende Verankerung in den Kernsystemen zurück. Die Studie befragt allerdings ausschließlich Beschäftigte, die KI bereits aktiv nutzen.

Wo KI vor der eigentlichen Arbeit stehen bleibt, statt in die Kernprozesse einzuziehen, übernehmen Beschäftigte weiterhin das manuelle Verbinden getrennter Systeme.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Wo KI vor der eigentlichen Arbeit stehen bleibt, statt in die Kernprozesse einzuziehen, übernehmen Beschäftigte weiterhin das manuelle Verbinden getrennter Systeme.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Künstliche Intelligenz ist im Arbeitsalltag deutscher Beschäftigter angekommen, ihr produktiver Nutzen jedoch nur eingeschränkt. Das ist das Kernergebnis der Deutschland-Auswertung der Studie „The Copy/Paste Economy“, die das Marktforschungsinstitut Harris Poll im Auftrag des Enterprise-Softwareanbieters Workday durchgeführt hat. Demnach geben 74 Prozent der Befragten an, dass KI-Tools ihre tägliche Arbeit insgesamt verbessern. Im weltweiten Durchschnitt liegt dieser Wert nach Angaben von Workday bei 83 Prozent.

Bei den konkreten Produktivitätseffekten fällt der Abstand deutlicher aus. Nur 51 Prozent der deutschen Teilnehmer sagen, dass KI die Arbeit in ihrer Organisation produktiv beschleunigt. Lediglich 49 Prozent benötigen nach eigener Darstellung weniger Zeit für Aufgaben, bei denen sie KI einsetzen. Weltweit liegt dieser Anteil dem Anbieter zufolge bei 61 Prozent.

Beschäftigte als Bindeglied zwischen getrennten Systemen

Als Hauptgrund nennt Workday die mangelnde Verzahnung von KI mit den zentralen Unternehmenssystemen. Nur etwa jeder fünfte Befragte in Deutschland (21 Prozent) gibt an, dass KI bereits tief in die Kernsysteme für HR, Finanzen und Planung integriert ist. Die Folge seien Systembrüche im Tagesgeschäft: 22 Prozent der Befragten verbringen nach eigenen Angaben mindestens sieben Stunden pro Woche damit, Informationen zwischen Systemen zu verschieben oder umzuformatieren.

Wenig überraschend verortet Workday den größten Mehrwert genau dort, wo dieser Engpass am stärksten wirkt: in einer KI, die unmittelbar in die zentralen Systeme für HR, Finanzen und Planung eingebettet ist, statt zwischen einzelnen Tools zu vermitteln. Im laufenden Workflow könne sie dann automatisch Vorschläge machen, ohne dass Informationen hin- und herkopiert werden müssten. Es ist allerdings eben jene Verzahnung der Kernsysteme, die der Anbieter selbst als Plattform vermarktet. Die Diagnose der Studie und das Geschäftsmodell des Auftraggebers fallen damit zusammen.

Vertrauen in Systeme als Voraussetzung

Einen Zusammenhang sieht die Studie zwischen dem Vertrauen in KI und dem Vertrauen in die zugrunde liegenden Systeme. 86 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass ihr Vertrauen in KI steigt, wenn sie den Systemen und Daten vertrauen können. Workday leitet daraus ab, KI solle dort eingesetzt werden, wo Sicherheit, Datenschutz und Compliance bereits verankert seien.

Die Atlassian-Studie „State of Teams 2026“ kam zu dem Ergebnis, dass KI zwar das Arbeitstempo erhöht, ein klarer Return on Investment aber bei nur sechs Prozent der Unternehmen ankommt. Eine Freshworks-Erhebung bezifferte den Anteil der Unternehmen mit KI in zentralen Geschäftsprozessen ebenfalls auf lediglich 15 Prozent.

Bei der Einordnung der Workday-Zahlen ist die Methodik zu berücksichtigen. Befragt wurden weltweit 6.100 Beschäftigte, die aktiv mit KI arbeiten und in Organisationen ab 500 Mitarbeitern tätig sind. Auf Deutschland entfallen davon 200 Teilnehmer. Die Ergebnisse bilden damit eine vorausgewählte, KI-affine Gruppe in größeren Unternehmen ab.

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