Shopify und Google haben das Universal Commerce Protocol (UCP) vorgestellt, ein Protokoll, das als „gemeinsame Sprache“ für diverse KI-Agenten fungieren soll und damit eine neue Ära des Agentic Commerce einläuten will. UCP soll zunächst auf Google AI Search, Google Gemini und in Microsoft Copilot Checkout zum Einsatz kommen. KI-gestützte Suche verlockt künftig zum Online-Kauf.
Bei der Erstellung des Agenten kann der Admin des Händlers festlegen, welche Checkout-Systeme der Agent wählen und nutzen kann.
(Bild: Shopify & Google)
Das Universal Commerce Protocol soll künftig Bestell- und Checkout-Vorgänge automatisieren. Es ist ein offener Standard, damit KI-Agenten sich mit Online-Händlern verbinden und kanalübergreifend Transaktionen inklusive zentraler Checkout-Schritte wie etwa Bezahlen oder Rabattcodeeingabe abwickeln können. Beteiligt sind vor allem der kanadische Shopware-Anbieter Shopify und Google, aber auch die US-Handelsriesen Target und Walmart waren beteiligt.
Die Online-Kunden führten erst einmal Katalogsuchen und Preisvergleiche durch, bevor sie bestellen und zum „Checkout“ mit dem Bezahlvorgang gehen. Viele verschiedene Systeme sind also beteiligt, und der jeweilige Händler muss sie miteinander integrieren, was kostspielig sein kann. Hinzu kommen noch die Auftragsausführung und die Logistik der Lieferung.
Das UCP-Protokoll standardisiert diese Kundenreise beim Händler, indem es eine weitere, abgesicherte Abstraktionsebene hinzufügt. Das beseitigt die bisherige Notwendigkeit, dass jedes Handelsunternehmen separate Integrationen für jeden Handelskanal erstellt und pflegt.
Nach Angaben von Shopify eignet sich UCP nicht nur für Endkundentransaktionen, sondern auch für den B2B-Handel. Mit UCP können Agenten den Checkout im Auftrag eines Kunden mit einer flexiblen Architektur abschließen, die sich mit REST, Model Context Protocol (MCP), Agent Payments Protocol (AP2) oder Agent2Agent (A2A)-Protokollen an jeden Commerce-Stack anpasst.
Auch Bezahldienste wie etwa PayPal oder Sofortüberweisung profitieren vom offenen, modularen Zahlungsausführungsdesign, denn es ermöglicht Interoperabilität und die Wahl der jeweiligen Zahlungsweise. Jede Autorisierung einer Zahlung wird durch einen kryptografischen Beleg unterstützt, der die Zustimmung des Users nachweist. Das ist möglich, da UCP vollständig kompatibel mit dem Agent Payment Protocol (AP2) ist.
Die Endbenutzer
Mit UCP kann ein KI-Agent vier Vorgänge (ganz rechts) steuern: Katalogsuche, Checkout erstellen, Checkout aktualisieren und Checkout löschen.
(Bild: Shopify & Google)
Endbenutzer dürften mit UCP-basierten Agenten-Aktivitäten zunächst an drei Stellen in Tuchfühlung geraten. UCP soll eine neue Integration ermöglichen, damit Shopify-Händler direkt im KI-Modus in der Google-Suche und in der Gemini-App verkaufen können. Sowohl in der Gemini-App als auch im KI-Modus in der Google-Suche können Händler in einer „eingebetteten Erfahrung“ verkaufen und direkt über den Shopify-Administrator verwalten.
Shopify-Händler haben auch Anspruch auf den neuen Direct-Offers-Piloten von Google. Ausgewählte Händler können in Kürze exklusive Angebote direkt im KI-Modus präsentieren, mit Plänen, weiter zu expandieren. Wenn Käufer zum Kauf bereit sind, können Händler sie mit dem richtigen Angebot zum richtigen Zeitpunkt direkt im Gespräch treffen.
Kontaktpunkt Nr. 3: Shopify-Händler können künftig über Microsoft Copilot Checkout verkaufen. Damit ist ein eingebetteter Checkout in Microsoft Copilot gemeint. Der ChatGPT Instant Checkout ist die Standardeinstellung, die Shopify nutzt.
„Die heutigen Käufer erwarten, in einem einzigen Gespräch von der Suche zum Kauf zu gehen", sagte Nayna Sheth, Head of Product for Agentic Payments, Microsoft. „Mit Copilot Checkout können Shopify-Händler Kunden genau dann treffen, wenn die Absicht ihren Höhepunkt erreicht, während sie im Zentrum jeder Interaktion und Kontrolle von Anfang bis Ende stehen.“
Die Funktionsweise der UCP-Agenten
Wie können KI-Agenten mit UCP herausfinden, mit welchen Händlersystemen sie zusammenarbeiten können, lautet eine der ersten Fragen. Diese Frage ist wichtig, weil der UCP-Technologiestapel für den Online-Handel gemäß dem neuen agentischen Abo-Plan Shopifys nicht mehr nur von Shopify selbst kommen muss, sondern auch auf anderen agentischen Stacks beruhen kann. Das dürfte die rasche Verbreitung des neuen Standards fördern. Die technischen Rollouts finden zunächst in den USA statt.
So geht’s: Unternehmen wie Shopify veröffentlichen die von ihnen unterstützten Dienste über ein standardisiertes JSON-Manifest unter /.well-known/ucp. KI-Agenten können somit dynamisch herausfinden, welche Funktionalitäten ohne hart codierte Integrationen zur Verfügung stehen. So können Agenten Informationen über Endpunkte, Zahlungskonfigurationen und spezifische Funktionen wie Checkout, Rabatte und Lieferung anzeigen.
Stand: 08.12.2025
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UCP modelliert eine jeweils angepasste Zahlungsarchitektur, in der Zahlungsinstrumente von Zahlungsabwicklern getrennt bleiben. Dadurch kann das Protokoll auf verschiedene bestehende Zahlungsanbieter skalieren. Unternehmen und Agenten wählen, welche Zahlungsmethode(n) am besten zu ihrer Plattform passt bzw. passen.
Die Technik bietet Flexibilität. Beispielsweise kann eine Checkout-Funktionalität über eine REST-API-Bindung oder eine MCP-Bindung verfügbar sein, je nach den Anforderungen der jeweiligen Händlerplattform. Add-ons ermöglichen die Erweiterung der Grundfunktionalität mit speziellen Funktionen wie etwa Rabattsystemen.
Praktische Umsetzung
Google bietet eine Referenzimplementierung über Python-SDKs und Beispiel-Repositorys auf GitHub an. Entwickler können einen lokalen Business-Server mit einer SQLite-Datenbank zu Testzwecken einrichten. Die Beispielimplementierung zeigt, wie Agenten Geschäftsmöglichkeiten entdecken, Checkout-Sitzungen erstellen und Rabatte oder Gutscheine anwenden können.
Ein typischer Workflow beginnt mit der Einrichtung eines Business-Servers mit Beispielprodukten. Der Server ist dann so konfiguriert, dass er Anfragen von Agenten annimmt. Agenten können die verfügbaren Dienste und Funktionen über den Endpunkt /.well-known/ucp entdecken. Nach der Entdeckung können sie Checkout-Sitzungen erstellen und aktualisieren, zum Beispiel durch die Anwendung von Rabattcodes oder Gutscheinen.
Um UCP über die Referenzplattform von Google zu implementieren, müssen Unternehmen über ein aktives Merchant-Center-Konto verfügen und Produkte anbieten, die für den Checkout geeignet sind. Dadurch wird sichergestellt, dass Google über die notwendigen Produktinformationen verfügt, um den Lagerbestand innerhalb von Interaktionen anzuzeigen. Die Checkout-Funktion verwendet Google Pay, sodass Verbraucher bereits in Google Wallet gespeicherte Zahlungs- und Versandinformationen verwenden können.
Sicherheit und Governance
Der Security-First-Ansatz von UCP bietet tokenisierte Zahlungen und überprüfbare Anmeldeinformationen als sichere Kommunikationsmethode zwischen KI-Agenten und den Business-Backends von Händlersystemen. Das UCP-Protokoll respektiert laut Google die bestehenden Compliance-Anforderungen und Governance-Regeln von Organisationen.
Die erweiterbare Architektur, mit flexiblen Optionen und einem Erweiterungsframework, skaliert mit neu hinzukommenden agentischen Erfahrungen. Dieses Designprinzip soll es UCP ermöglichen, auch in andere Sektoren zu expandieren.
Zusammenarbeit mit der Open-Source Community
UCP ist ein Open-Source-Projekt, das mit mehr als zwanzig Unternehmen entwickelt wurde. Neben Google und Shopify befürworten auch Etsy, Wayfair, Target und Walmart, Adyen, American Express, Best Buy, Flipkart, Macy‘s, Mastercard, Stripe, The Home Depot, Visa und Zalando das Protokoll.
„Bei Monos freuen wir uns über das agentische Einkaufen, weil es uns ermöglicht, Kunden dort zu treffen, wo sie bereits sind“, sagte Victor Tam, CEO und Mitbegründer von Monos. „Es ist eine neue Art und Weise, wie unsere Geschichte und unsere Produktdetails genau in dem Moment auftauchen können, in dem jemand echte Fragen mit echter Absicht stellt, in einem Format, das sich hilfreich und nicht aufdringlich anfühlt. Für eine Marke, die auf durchdachtem Design basiert, ist es ein natürlicher nächster Kanal für Entdeckung und Vertrauen.“
„Wir freuen uns, mit Shopify als Innovatoren im KI-gesteuerten Handel zusammenzuarbeiten, von dem wir glauben, dass er die Zukunft des Einkaufens der Menschen darstellt“, sagt Sam Buckingham, Director of Global Digital Product bei KEEN Footwear. „Als eine der ersten Shopify-Marken, die Copilot Checkout verwendet, sind wir stolz darauf, die Branche bei der Definition dieses neuen Vertriebskanals zu unterstützen.“