Vor rund 4.000 Besuchern eröffnete Mark Nelson, President und CEO der Salesforce-Tochter Tableau, die diesjährige Anwenderkonferenz. Der BI-Spezialist, dessen Software ein integraler Bestandteil von Salesforce Customer 360 ist, hat drei größere Neuerungen seines Portfolios angekündigt.
Das ist das Dashboard eines Callcenter-Leiters, das mit dem Tableau Accelerator für solche Callcenter geliefert wird. Accelerators sind vorgefertigte, anpassbare Dashboards, die sich in verschiedenen Branchen, Abteilungen und Anwendungen einsetzen lassen, um so schneller Erkenntnisse zu liefern, die aus Daten Mehrwert generieren.
(Bild: Tableau)
Aus Tableau Online ist inzwischen Tableau Cloud geworden“, sagte Nelson auf der Konferenz. Und das liegt nicht nur daran, dass bei Salesforce alles in der Cloud betrieben wird, sondern weil 70 Prozent aller Neukunden Tableau Cloud anstelle einer Hybrid- oder On-premises-Lösung wählen. „Tableau bietet auch weiterhin selbstverwaltete Lösungen an und ist bestrebt, seinen Kunden die flexiblen Optionen zu bieten, die sie benötigen.“
„Tempo, Nutzerfreundlichkeit und Flexibilität sind die wichtigsten Differenzierungsmerkmale für Tableau“, sagte Francois Ajenstat, Chief Product Officer bei Tableau. „Tableau Cloud hilft unseren Kunden, ihren Anwendern die gewünschten Analysen zu liefern, während wir ein Höchstmaß an Vertrauen, Verfügbarkeit und Leistung gewährleisten.“ Genau diese Verfügbarkeit lässt sich vor allem durch die Skalierbarkeit der Cloud-Ressourcen erzielen.
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Tableau ist mit Snowflake, einem Anbieter von Data Warehouses in der Cloud, eine enge Partnerschaft eingegangen. „Im Rahmen der Markteinführung arbeitet Tableau mit Snowflake zusammen, um eine verlängerte Testphase anzubieten“, so Ajenstat. „Diese umfasst Tableau-Cloud-Lizenzen für Snowflake-Kunden und, vorbehaltlich der Programmanforderungen, Snowflake-Gutschriften bei der Umwandlung in einen Tableau-Cloud-Kunden.“
Data Stories
„76 Prozent der Mitarbeiter in Unternehmen haben keinen Zugang zu Daten“, beklagt Ajenstat. Nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern weil sie die vorhandenen Daten nicht verstehen. Diese liegen häufig in einer Sprache vor, die sie nicht verstehen, oder sind zu schwer zu korrelieren. Daten sollten die Sprache ihrer Nutzer sprechen“, fasst der CPO den Ansatz seines Unternehmens zusammen. Diese Data Literacy fördert Tableau bereits ein paar Jahren, aber das Feld ist groß und schwer zu beackern.
Mit „Data Stories“ bringt Tableau Sprachverarbeitung und Augmented Analytics zusammen, damit Daten zur Entscheidungsfindung genutzt werden können. Der Nutzer klickt einfach auf einen schwierigen Sachverhalt in einem Diagramm und erhält einen Text, der auf Wunsch gesprochen ausgegeben wird. Mit „Data Stories“ sollen Tableau-Dashboards um automatisierte Erklärungen in einfacher Sprache erweitert werden, damit Anwender Daten schneller verstehen und mit ihnen interagieren können.
Allerdings muss dieser Anwender offenbar englischen Text lesen und/oder verstehen können. Dies ist sicherlich bei der US-amerikanischen Wohltätigkeitsorganisation „Feeding America“ der Fall, die alle Tafeln und Hilfsprogramme mit Tableau analysiert, plant und steuert: über 200 in den ganzen USA. Nun könne die Organisation den Bedarf und die Versorgung dieser „Food Banks“ sechs Monate im Voraus planen.
„Durch die Automatisierung der Analyse, Erzeugung und Übermittlung von Erkenntnissen aus Daten in einem modernen, leicht verständlichen Story-Format werden die Daten werden für Geschäftsanwender zugänglicher und die Akzeptanz von Analysen im gesamten Unternehmen steigt“, zeigt sich Ajenstat zuversichtlich. Laut seinen Angaben befindet sich das Produkt in der Betaphase. Es ist außerdem mit den von Salesforce eingekauften Kollaborationswerkzeug Slack integriert.
Akzeleratoren
Tableau erweitert sein Accelerators-Angebot und die Möglichkeiten von Tableau Exchange, einem Hub für Angebote, die die Tableau-Plattform erweitern und dazu beitragen, eine schnellere Wertschöpfung zu erzielen, also eine Art Marktplatz. Mit Accelerators stellt Tableau gebrauchsfertige, anpassbare Dashboards zur Verfügung, die über mehrere Branchen, Abteilungen und Unternehmensanwendungen hinweg eingesetzt werden können, um schnell Einblicke und Mehrwert aus Daten zu liefern.
Tableau bietet mittlerweile über 100 Accelerators auf Tableau Exchange, darunter auch solche, die von Expertinnen und Experten aus dem Tableau Partner Network entwickelt wurden. Auf diese Weise sollen die Anwendungsfälle, die Kundinnen und Kunden nutzen können, weiter ausgebaut werden.
Tableau Exchange bietet nach Ajenstats Angaben eine neue, im Produkt inbegriffene Funktion: Sie erlaube es, Angebote von Tableau Exchange direkt im Produkt zu testen und zu nutzen, ohne dass ein separater Download erforderlich sei.
Advanced Management
Tableau führt die Funktion „Advanced Management“ ein, die Kunden bei der Verwaltung, Sicherung und Skalierung unternehmenskritischer Datenanalysen im gesamten Unternehmen unterstützen soll. Admins sollen damit detaillierte Einblicke in die Nutzung und Leistung erhalten und erweiterte Verschlüsselungsfunktionen einsetzen können, um Sicherheits-Anforderungen im Hinblick auf die Compliance zu erfüllen.
Stand: 08.12.2025
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Sie erhalten zusätzliche Fähigkeiten, um zu gewährleisten, dass nur befugte Teams und Einzelpersonen Zugang zu relevanten Daten haben. „Customer-Managed Encryption Keys“ unterstützen bei der Erfüllung von Compliance-Standards ihrer Organisation und schützen Daten auf einer zusätzlichen Ebene, nämlich der der Schlüssel (Private Keys).
Die Funktion „Activity Log“ liefert den Admins detaillierte Ereignisdaten, mit denen sie verfolgen können, wie Tableau von einzelnen Personen im Unternehmen genutzt wird. Außerdem ermöglicht es die Überprüfung von Berechtigungen, um die Bereitstellung in einem Unternehmen besser zu kontrollieren. In „Admin Insights“ werden die Daten bis zu einem Jahr aufbewahrt, um die Nutzung von Datensätzen, die Annahme von Lizenzen und die Ladezeiten von Visualisierungen zu dokumentieren.
Einstein AI: Model Builder
Salesforce Customer 360 ist in erster Linie eine Plattform für das Marketing und den Service. Wie in allen Clouds bei Salesforce ist auch hier die Analytics-Plattform Einstein AI (Deep- und Machine Learning) integriert, und zwar direkt in den Workflows selbst. Die Nutzer von Customer 360 sollen ihre Daten in vollem Umfang nutzen können, um umsetzbare Erkenntnisse aus ihren CRM-Daten zu gewinnen.
Mit Einstein Discovery, das in CRM Analytics integriert ist, sollen Mitarbeitende mit Fachwissen schneller und sicherer Entscheidungen treffen können. Das neue Werkzeug „Model Builder“ ermöglicht es nach den Worten von Francois Ajenstat Business-Teams, mithilfe der Einstein Discovery Engine gemeinsam Prognosemodelle zu erstellen und zu nutzen, ohne ihre Tableau-Workflows verlassen zu müssen. „Einstein Discovery war vor einem Jahr nur für sehr motivierte Anwender zu handhaben“, erzählte Ajenstat, „heute ist das Programm ganz anders und ganz einfach zu verstehen.“
Zwei Funktionen sind in Einstein Discovery neu. „Einstein Discovery: Text Clustering“ nutzt ML-Modelle, um Schlüsselwörter aus großen Textfeldern zu extrahieren. Ziel ist es, versteckte Erkenntnisse schnell aufzudecken und die Entscheidungsfindung zu verbessern. „Einstein Discovery: Bias Detection for multi-class models“ erweitert die Anwendungsfälle, indem es Verzerrungen nach Variablen aufspürt und so verhindert, dass ein ganzes Modell neu trainiert werden muss. Diese Verzerrungen können auf der Voreingenommenheit und diversen Missverständnissen des Modelltrainers beruhen. Sie können der Mission eines Unternehmens zuwiderlaufen, ja, sogar dessen Image schädigen. Beispiele gäbe es genügend.
Verfügbarkeit
Die neuen Funktionen von Tableau werden bis Ende 2022 verfügbar sein. „Tableau Cloud steht bereits zur Verfügung, und Data Stories befindet sich in Preview, wird aber bald freigegeben“, sagte Ajenstat. Model Builder sei ebenfalls in Preview, doch das Release dauert wohl dauert als bei Data Stories.