Kommentar von Frank S. Jorga, WebID Solutions

Schnellere Onboarding-Prozesse durch Künstliche Intelligenz

| Autor / Redakteur: Frank S. Jorga / Nico Litzel

Der Autor: Frank Jorga ist Co-CEO von WebID Solutions
Der Autor: Frank Jorga ist Co-CEO von WebID Solutions (Bild: WebID Solutions)

Banking, Online-Einkäufe oder Versicherungsabschlüsse – im digitalen Zeitalter laufen immer mehr Geschäftsvorgänge online oder über eine App. Die wachsende Zahl mobiler Endgeräte und Anwendungen machen das möglich. Zudem beanspruchen Kunden die Leistungen meist sofort und gern auch dort, wo früher noch ein Servicemitarbeiter stand.

Was für Konsumenten praktisch ist – ja scheinbar gibt es zu dieser „Sofortkultur“ kaum noch eine Alternative – stellt die Unternehmen und Anbieter auf der Gegenseite vor eine Herausforderung: Sie möchten schließlich genau wissen, wer sein Risiko versichern möchte, für tausende Euro Online-Wetten abschließt oder in eine Immobilie investiert. Und neben den mitunter enormen Werten, die eine zweifelsfreie Identifikation erfordern, müssen bestimmte Branchen zusätzlich Gesetze einhalten, um sich der Identität der jeweiligen Person und deren Hintergründe sicher zu sein.

Banken ist dieses Prozedere schon seit Langem unter dem Stichwort „Know Your Customer“ (KYC) bekannt. Sie müssen harte regulatorische Vorgaben erfüllen, unter anderem wegen des Geldwäschegesetzes. Dabei geht unter, dass auch alle anderen Branchen wissen und im Zweifelsfall nachweisen müssen, mit wem sie Geschäfte machen: Carsharing-Firmen, E-Commerce-Anbieter bis hin zu Telekommunikationsanbietern, die die Bundesnetzagentur im Blick hat – und generell alle Unternehmen, die Altersprüfungen vornehmen müssen, um die Jugendschutzbestimmungen zu befolgen.

Das Problem: Bei der Überprüfung ihrer Kunden unterliegen KYC-Verfahren meist keinem einheitlichen Standard, zumal die Branchen und der jeweilige Kontext völlig unterschiedlich sind. Viele Dienstleister definieren ihn oft selbstständig und dadurch äußerst individuell. Kein Wunder, dass dies zu einem Wildwuchs führt, aber auch zu längeren und ineffizienten „Onboarding-Prozessen“. Damit steigen obendrein die Kosten: Laut einer Studie von Thomson Reuters (Global KYC Surveys 2018) schätzen 92 Prozent der befragten Finanz-Unternehmen, dass die Aufwendungen für solche Kundengewinnungsprozesse ihrer Kunden (KYC) derzeit etwa 28,5 Millionen US-Dollar im Jahr betragen. Konzerne mit mehr als zehn Milliarden US-Dollar Umsatz geben im Schnitt sage und schreibe 150 Millionen US-Dollar jährlich aus, um gesetzlichen oder ihren eigenen Vorschriften zu genügen – mit steigender Tendenz. Darin eingeschlossen sind besonders auch die daran beteiligten Mitarbeiter und jene Kosten, um alle Daten und Informationen aufzubewahren.

Automatische Personenidentifikation dank Künstlicher Intelligenz

Künstliche Intelligenz kann solche Prozesse beschleunigen – und aufgrund der starken Skalierungsmöglichkeiten die Ausgaben pro Kunde drastisch senken. Idealerweise kommen diese Lösungen von einem Spezialdienstleister, der sich voll auf Identifikationsprozesse und deren modernste Methoden konzentriert. Unsere neueste Technologie mit dem Produktnamen „WebID AI“ kombiniert unsere langjährige Expertise mit der Leistungsfähigkeit von Artificial Intelligence sowie mit den führenden Biometriesystemen und bietet dadurch eine vollautomatische Ausweisprüfung. Der Vorteil solcher Lösungen besteht darin, dass Unternehmen weltweit und branchenübergreifend ihre Endkunden identifizieren können.

Doch Künstliche Intelligenz sorgt nicht nur für Compliance, sondern verbessert das Kundenerlebnis – vor allem, weil mit Artificial Intelligence Prozesse viel schneller ablaufen. Freilich müssen sich Finanzdienstleister und andere Unternehmen dazu entschließen, diese Verifizierungsvorgänge, die wahrlich nicht zu ihrem Produktkerngeschäft gehören, auszulagern. Hier können Anbieter von Online-Personenidentifikationen und Online-Vertragsabschlüssen mithelfen, die operativen Prozesse für Unternehmen beispielsweise aus dem Banken- oder Versicherungssektor effizienter zu machen – und sogar den Umsatz zu erhöhen. Denn die Gefahr, dass ein Konsument oder potenzieller Kunde während des Verifizierungsprozesses genervt abspringt, sinkt mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz drastisch. Mit der Technologie können also auch die Konversionsraten steigen. Andere Vorteile bestehen darin, dass die Anwendung einfach zu integrieren ist und standortunabhängig eingesetzt werden kann.

Somit erfüllt künstliche Intelligenz alle einschlägigen Vorschriften und sichert das Prinzip „Know Your Customer“. Denn im schnelllebigen digitalen Zeitalter drehen sich die Wünsche von Banken, Versicherungen und anderen Branchen um das Spannungsfeld „Schnelligkeit vs. präzise Checks“, wenn es um die Zufriedenstellung ihrer Kunden geht. Künstliche Intelligenz ermöglicht nun, sowohl den Bedürfnissen der Endnutzer nach schnellem Konsum als auch den Anbietern nach möglichst hoher Sicherheit gerecht zu werden.

Datenschutz „Made in Germany“

Aus Endkundensicht ist es natürlich erforderlich, dass die persönlichen Daten sicher sind und nur den am Geschäftsprozess beteiligten Parteien in dem notwendigen Ausmaß und für den gewünschten Zweck zur Verfügung stehen. Die Nutzer deutscher Anbieter können darauf vertrauen, dass ihre Daten nicht in unbefugte Hände geraten.

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