Konsolidierte Cloud-Plattform

QlikView und Qlik Sense wachsen zusammen

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Nico Litzel

Donald Farmer, Vice President of Innovation & Design
Donald Farmer, Vice President of Innovation & Design (Bild: Qlik)

Qlik, ein Spezialist für Business Intelligence und Visual Analytics, erweitert seine Angebotspalette um jeweils Cloud-basierte Angebote seiner Analysefunktionen, der Qlik-Sense-Lösung und um einen Daten-Marktplatz in der Cloud.

Qlik hat bislang zwei Hauptprodukte, nämlich den traditionellen Fat Client QlikView und den seit Ende 2014 verfügbaren Thin Client Qlik Sense. Nun führt der Spezialist für Business Intelligence und Visual Analytics beide Produkte auf einer konsolidierten Plattform zusammen, die über ein einheitliches Datenmodell, gemeinsame Governance und Sicherheit verfügt.

Diese Qlik-Analytics-Plattform stellt Qlik auf Amazon Web Services bereit. „Kunden können sie aber auch auf Rackspace und Azure hosten lassen“, sagt Donald Farmer, Vice President of Innovation & Design bei Qlik.

Die Plattform basiert auf Qliks eigener QIX Indexing Engine, die eine reine Caching Engine ist und daher keine Datenbank voraussetzt. „Natürlich kann sie der Kunde mit beliebigen Datenquellen verknüpfen“, erläutert Farmer. „Sie lässt sich mithilfe eines ODBC-Providers als Konnektor mit SQL- und NoSQL-Datenbanken, ja selbst mit Hadoop verbinden, um Analysen zu ermöglichen.“

Die neue Cloud-Plattform liefert laut Farmer offene Programmierschnittstellen (APIs), Konnektoren (für ODBC, SAP, Salesforce.com, Excel, Hadoop) und Software Development Kits (SDKs) in der Cloud mit, damit Developer entsprechende Cloud-Lösungen erstellen können. Eine Bibliothek aus Qlik-Sense-Visualisierungen, die auch mobil nutzbar sind, soll Entwicklern den Start erleichtern.

Entwicklerplattform Qlik Branch

Qlik Branch ist eine Plattform für Entwickler, die die Analytics-Plattform um entsprechende Programmierwerkzeuge ergänzt. „Qlik Branch ist eine Art Git-Hub für Entwickler“, charakterisiert es Donald Farmer. Qlik Branch bietet erweiterte Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und zum offenen Austausch zwischen Programmierern. Die Open Source Community ermöglicht Kunden, Entwicklern und Partnern vereinfachten Zugang zu den offenen Programmierschnittstellen (APIs) in Qlik Sense und QlikView. Qlik Branch ist bereits mit über 2.000 registrierten Mitgliedern und 100 Projekten online gegangen. Zu den Lösungen gehören Erweiterungen, Web-Anwendungen und Mashups.

Das klingt in den Ohren eines Marktbeobachters schon recht nach einem PaaS-Angebot wie IBM BlueMix. Und wie BlueMix, Azure oder andere ist Qliks Analytics-Plattform eine offene Plattform, sodass Drittanbieter Add-ons, Widgets usw. einklinken können. Offensichtlich ist nun auch Qlik bemüht, ein eigenes Ecosystem zu schaffen, um seiner Technologie einen festen Standpunkt im fließenden Markt der Cloud-Technologien und -Plattformen zu verschaffen.

Wolfgang Kobek, Managing Director D/A/CH & Regional Vice President
Wolfgang Kobek, Managing Director D/A/CH & Regional Vice President (Bild: Qlik)

Angesichts der Tatsache, dass die Automobilhersteller, nach Angaben von Wolfgang Kobek, Geschäftsführer der DACH-Region bei Qlik, einer der Hauptmärkte Qliks, mit hohem Tempo Richtung Cloud und vernetztem Auto fahren, erscheint die Migration in die Cloud wie ein notwendiger und geradezu überfälliger Schritt. „Wir sehen aber auch großes Potenzial in Healthcare und Finance“, so Kobek im Interview mit BigData-Insider.

Qlik Sense Cloud

Nachdem nun die Grundlage für die Analysewerkzeuge konsolidiert und in der Cloud bereitgestellt wurden, erscheint der Schritt, auch die Werkzeuge selbst in der Cloud verfügbar zu machen, nur konsequent. Qlik Sense Cloud steht ab sofort als Beta bereit. Damit können die Sense-Kunden ihre Anwendungen in die Cloud stellen und überall nutzen, etwa um Charts gemeinsam mit Kollegen und Partnern zu nutzen.

Bislang gab es Qlik Sense als Sense Desktop kostenlos und nur für kleinere Einsatzbereiche. Mit Qlik Sense Enterprise 2.0 wird das Werkzeug unternehmenstauglich gemacht. Es bringt mehr BI-Anwendungsfälle auf Basis der QIX Associative Indexing Engine, so etwa Self-Service-Datenvisualisierung, Reporting, Dashboards bis hin zu Embedded Analytics. Die neuen Funktionalitäten umfassen die Bereiche Self-Service-Datenaufbereitung, integriertes Reporting und neuartige Visualisierungen. Die Kollaboration wird verbessert, indem interaktive Diagramme über Qlik Sense Charts öffentlich geteilt werden können. In Qlik Cloud lassen sich Sense-Apps mit bis zu fünf Usern, die Qlik Sense aber nicht selbst herunterladen müssen, kostenlos teilen.

Qlik DataMarket

Im Hinblick auf diese Kollaboration stellt der Hersteller ab Juni mit Qlik DataMarket eine Art „Dropbox“ als Marktplatz für allerlei Datenquellen zur Verfügung. Diese externen Informationen, die in Bibliotheken vorliegen, lassen sich in Qlik-Anwendungen einbinden, so etwa Wetterdaten, Finanzdaten und Vieles mehr, das laufend aktualisiert wird.

Mit Qlik DataMarket können Benutzer gleichermaßen externe und interne Daten einfach miteinander verbinden. Sie können kundenspezifische, syndizierte und öffentliche Daten suchen sowie normalisierte Daten aus verschiedenen Quellen vergleichen und bewerten, überprüfen und anschließend visualisieren. Vorerst stehen mehr als 200 verschiedene Datenquellen, über 100.000 Datensätze und mehr als fünf Milliarden „Fact Values“ zum Abruf bereit.

Zu den Quellen zählen unter anderem Daten aus den Kategorien Unternehmensdemografie, Währung, Bevölkerung, Wirtschaftsindikatoren, Indikatoren für Entwicklung und Wetterdaten – alle werden in verschiedenen granularen Abstufungen angeboten – bis hin zu einem Detaillierungsgrad wie die jeweilige Postleitzahl. Aber auch interne und private Datenquellen lassen sich in DataMarket einstellen und mit anderen teilen.

„Diese Data-as-a-Service-Technologie dafür beruht auf der isländischen Firma DataMarket, die wir gekauft haben“, berichtet Farmer. „Es werden nur gereinigte Datenquellen in eine Qlik-App einzubinden sein.“ DataMarket steht zunächst kostenlos bereit oder als Abomodell gegen eine Gebühr, sofern es um begrenzt verfügbare Detailinformationen eines Premiumdienstes geht. Diese privaten Informationen werden über einen Zahlungsmechanismus abgerechnet.

Angesichts all dieser Cloud- und Sense-orientierten Neuheiten und Weiterentwicklungen könnten die traditionsbewussten Anwender ins Grübeln kommen, was denn aus ihrem Fat Client QlikView werden soll. Farmer kann sie beruhigen: „QlikView wird nicht eingestellt, denn darauf laufen viele Kundenanwendungen.“ Aber die meiste Entwicklung gehe jetzt in Qlik Sense, die Analytics-Plattform sowie das Cloud-Angebot von Qlik ein.

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