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Mobile Endgeräte Mit der Smartwatch eine ganze Fabrik bedienen

| Autor / Redakteur: Jürgen Schreier / Nico Litzel

Während der private Apple-Nerd noch darüber grübelt, ob er sie wirklich braucht, nutzen Forscher sie bereits für die Steuerung einer hochkomplexen Industrieanlage: die neue Smartwatch – optisch eine elektronische Armbanduhr, technisch ein Computer in Miniformat.

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Forscher nutzen die Smartwatch bereits für die Steuerung einer hochkomplexen Industrieanlage.
Forscher nutzen die Smartwatch bereits für die Steuerung einer hochkomplexen Industrieanlage.
(Bild: Sascha Heymann)

Spätestens seit der Internationalen Funkausstellung (IFA) vor ein paar Wochen in Berlin und der medienwirksamen Vorstellung der „Apple Watch“ sind sie in aller Munde. Optisch nicht mehr als eine digitale Armbanduhr, technisch aber ein Computer in Miniaturformat – ausgestattet mit Funktechnologie und fähig, mit einem Smartphone oder Tablet zu kommunizieren.

Die „Gesundheit“ einer Produktionsanlage überwachen

Auf dem kleinen Display am Handgelenk kann sich der Smartwtch-Träger neben der Uhrzeit auch seine Emails und Termine anzeigen lassen. Und: Als Mensch-Maschine-Schnittstelle überwacht die Uhr den Gesundheitszustand anhand diverser Fitness-Parameter, wie Pulsschlag, Körpertemperatur, Kalorienverbrauch. Also warum nicht auch den Gesundheitszustand einer Industrieanlage? Diese Frage stellten sich die Forscher am Lemgoer Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Automation und entwickelten dafür in Rekordzeit eine eigene Schnittstelle. Besonders charmant, alles unter Verwendung vorhandener Standardtechnologien.

Im Zuge der Forschung rund um das Thema „Industrie 4.0“ und dem damit zusammenhängenden „Internet der Dinge“ (IOT, Internet-of-things“), wurde in der integrierten SmartFactoryOWL des Instituts, jedes Produktionsmodul mit einer dezentralen Steuerung und einem integrierten OPC-UA-Server ausgestattet. Mit dieser OPC-UA Schnittstelle ist es möglich, die „Dienste“ des Produktionsmoduls zu nutzen bzw. anderen anzubieten.

Betriebssystem der Smartwatch wurde entscheidend verändert

Ähnlich ist man auch bei der Smartwatch vorgegangen. In diesem Fall wurde auf das Betriebssystem zugegriffen, um dort entscheidende Veränderungen vorzunehmen –mit dem Ziel, im vollen Umfang Zugriffsrechte auf das System zu erhalten. Dadurch war es möglich, auch direkt auf der Uhr einen Zugang zum Internet zu schaffen. Fortan war der Weg frei, auch Apps mit diversen Zusatznutzen zu installieren – auch solche, die ursprünglich nicht für eine Smartwatch angedacht waren.

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