Für die Langzeitmessung wurde der Tür-/Fensterkontakt an einer Tür in den Räumen der Professur befestigt. Diese wird tagsüber häufig genutzt und erzeugt entsprechende Last für das Szenario.
In Bild 4 ist die Anzahl der Schaltvorgänge in Abhängigkeit ihres Energieverbrauchs aufgetragen. Neben der schon in der Labormessung gezeigten Verteilung um 0,044 Ws, treten in dem realen Szenario auch deutlich höhere Leistungswerte auf. Im Langzeitversuch ergab sich als durchschnittliche Energiemenge pro Ereignis für den untersuchten Sensor folgender Wert:
E1 = 0,05467399 Ws
Mit diesem Ergebnis und bei gleichen Batteriekenndaten lässt sich ebenso eine Anzahl an möglichen Ereignissen vorhersagen. Es ergeben sich rund 27.259 Ereignisse:
Ereignisse = EBatterie/E1 = 27.259 Ereignisse
Im Gegensatz zur Labormessung sind deutlich weniger als 30.000 Schaltvorgänge möglich.
Unter Berücksichtigung eines Standby-Verbrauchs und einer fiktiven Anzahl von Ereignissen pro Tag, ist es möglich, einen Ausfallzeitpunkt abzuschätzen. In Bild 5 ist exemplarisch für 10, 20 und 100 Ereignisse pro Tag die Lebensdauer des Sensors aufgetragen. Bei 100 Ereignissen pro Tag würde der Sensor bestenfalls rund acht Monate halten. Für 20 Ereignisse pro Tag steigt die Lebensdauer bereits auf über zwei Jahre. Ab zehn Ereignissen pro Tag ist die Lebensdauer des Knotens auf über drei Jahre gestiegen.
Gültigkeit für verschiedene Smart-Home-Technologien
Im Vergleich der verschiedenen Smart-Home-Technologien fällt auf, dass die gemachte Beobachtung allgemein gilt. Im realen Szenario treten Fälle auf, in denen mehr Energie benötigt wird als dies im Labor durch eine kurze Betrachtung ermittelt wurde.
Dazu sind in den Bildern 6a und b die Messung von RWE und Z-Wave gegenübergestellt. Die Streuung der Leistungsaufnahme einzelner Ereignisse lässt sich auf unterschiedliche Ursachen zurückführen, etwa
Störungen in der Kommunikation
Ereignisse in schneller Abfolge ohne Rückkehr in Standby
Statusnachrichten haben anderes Energieschema als Nachrichten von Ereignissen
Unter der Annahme, dass die gesamte Kapazität der Batterie entnommen werden kann und kein Ruhestrom fließt, ist in Bild 7 die Anzahl der möglichen Ereignisse für die untersuchten Systeme gegenübergestellt. Das Smart-Home-System von RWE und das Homematic liegen in etwa gleich auf.
Das System mit Z-Wave-Funkschnittstelle erreicht eine deutlich höhere Anzahl an Ereignissen. Dies sieht auf den ersten Blick positiv aus, relativiert sich aber dadurch, dass in der untersuchten Konfiguration im Fünf-Minuten-Takt zusätzliche Nachrichten verschickt wurden. Die Lebensdaueranalyse (Bild 8) zeigt, dass diese Nachrichten einen Großteil der Energie verbrauchen. Eine Lebensdauer über ein Jahr ist kaum zu erwarten.
Zusammenfassung zur Lebensdauer der Systeme
Die von den Herstellern verwendeten Ansätze zur Abschätzung der Lebensdauer sind in realen Szenarien nicht sinnvoll. In der Realität treten Effekte auf, die in einer Labormessung nicht oder nur mit erhöhtem Aufwand beobachtet werden können, etwa die Streuung der Energieverbräuche bei eigentlich identischen Paketen in Bild 4 und Bild 6.
Mit erhöhter Komplexität des eingesetzten Funkprotokolls, etwa durch Routing oder rückbestätigte Pakete, wird eine Vorhersage der Energieverbräuche schwierig. Für eine realistische Abschätzung der Lebensdauer muss ein Test in der Realität erfolgen. Eine Kontrolle zur Einsatzfähigkeit der einzelnen Geräte durch den Nutzer ist notwendig.
Dieser Artikel ist ursprünglich bei unserer Schwesterpublikation Elektronikpraxis erschienen. Verantwortliche Redakteurin: Margit Kuther
Literaturhinweise:
[1] Mathias Jensen. SWRA349: Coin Cells at peak current draw, Texas Instruments, 2010
[2] Christian Roßberg, Luis Lutnyk, Christian Pätz, Ulrich Heinkel. Werkzeug für die Messung der Leistungsaufnahme leistungsarmer Geräte, DASS 2014, 29 to 30. April 2014, Dresden, Fraunhofer Verlag, ISBN 978-3-8396-0738-1
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
* Prof. Dr.-Ing. Christian Pätz, Christian Rossberg arbeiten an der TU Chemnitz