Nachbericht zur Personal2014 Süd

Industrie 4.0 und die Digitalisierung der Arbeitswelt

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Wichtige neue To-Dos ergeben sich für HR-Fachleute aktuell auch in der Produktion. Gleichwohl lassen diese die Entwicklung hin zur Industrie 4.0, in der Maschinen, Betriebsmittel, Lagersysteme und die Mitarbeiter zukünftig softwaregestützt in Echtzeit miteinander kommunizieren sollen, noch häufig links liegen. „In unseren Arbeitskreisen haben wir noch keinen einzigen Personaler gesehen“, sagte Dr. Constanze Kurz vom Vorstand der IG Metall auf dem Messepodium. Dabei gebe es viele Fragen, etwa wie eine Qualifizierung aussehen könne oder wie die Arbeitsorganisation neu zu gestalten sei. „Die Systeme können Befähiger oder Enteigner sein. Klar ist, der Mensch soll im Mittelpunkt stehen“, so Kurz. Der Weg dahin liege aber noch im Dunkeln.

Ob Industrie 4.0 zu Personalabbau führen wird, scheint ebenfalls noch nicht entschieden. „Durch Tablet-Bedienung oder die Datenbrille entstehen mehr Kapazitäten ohne Leute. Beschäftigte müssten dann mehr IT-Kenntnisse mitbringen – Lagerarbeiter haben dann keine Chance mehr“, zeigte sich Eduard Altmann, Chefredakteur der Fachzeitung Produktion, überzeugt. „Doch wer trifft Entscheidungen bei Unsicherheit?“, hielt Roetger Sander von der Academy Weidmüller dagegen. „Man braucht höhere Flexibilität um schneller auf Kundenwünsche einzugehen. Ingenieure und Techniker müssen stärker interagieren. Das führt vielleicht auch zu mehr Personal.“

Aber auch die Arbeitsorganisation steht im Zuge von Industrie 4.0 vor einer Revolution. Denkbar ist offensichtlich nicht nur die Rückkehr von Betriebswohnungen an den Fabrikstandort. „Mitarbeiter müssen nah wohnen, da sie aufgrund der hohen Flexibilitätsanforderungen jederzeit einsatzbereit sein sollten, aber in Zeiten von Leerlauf nach Hause geschickt werden“, so Sander. Ein mögliches Szenario ist der Bereitschaftsdienst der Freiwilligen Feuerwehren oder in Freizeiteinrichtungen wie dem Schwimmbad. Hier werden heute schon mehrere Freiwillige oder Mitarbeiter über Apps angesprochen, so dass derjenige sofort einspringen kann, der gerade Zeit hat.

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