Digitalisierung betrifft uns alle. Investitionen in digitale Technik sind daher essenziell, um Deutschland als Industriestandort zu erhalten. Ulf Timmermann, Geschäftsführer bei Reichelt Elektronik, informiert, ob Deutschland im Ländervergleich dem steigenden Wettbewerbsdruck der Digitalisierung standhalten kann.
Reichelt-Umfrage: Deutschland könnte im digitalen Ländervergleich besser aufgestellt sein.
(Bild: Reichelt Elektronik)
Die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen haben etliche deutsche Unternehmen trotz staatlicher Unterstützung in Rekordhöhe auf eine harte Probe gestellt. Um herauszufinden, wie leistungsstark Industrieunternehmen in der aktuellen Situation überhaupt noch sind, startete Reichelt Elektronik im Oktober 2020 über das Umfrageinstitut OnePoll eine Umfrage zur Budgetplanung von Industrieunternehmen für 2021. Befragt wurden 500 Industrieunternehmen in Deutschland, 253 in Italien, 250 in Frankreich, 125 in Österreich, 125 in der Schweiz und 250 in den Niederlanden.
Die repräsentativen Umfrageergebnisse zeigen, dass das Bild positiver ausfällt als erwartet: Die Firmen planen durchschnittlich 6,6 Prozent des aktuellen Jahresumsatzes in diesem Jahr zu investieren. Dabei sagen 71 Prozent der Befragten, dass sie im Vergleich zum Vorjahr mehr für Investitionen einplanen und trotzen damit schlechten Prognosen.
Einen besonders hohen Stellenwert haben Investitionen in Digitalisierungsbereichen. Etwa zwei Drittel der Befragten geben diese Aufgabe als eine der obersten Prioritäten an (32 Prozent als Priorität 1, 36 Prozent als Priorität 2). So planen 37 Prozent der Teilnehmer Neuanschaffungen in diesem Bereich, während 52 Prozent bestehende Lösungen ausbauen und verbessern möchte.
Nachholbedarf im Industrial Internet of Things (IIoT)
Neben der positiven Aussicht auf geplante Investitionen und dem Augenmerk auf digitale Anschaffungen industrieller Unternehmen in Deutschland, zeigt die Umfrage auch, dass die Verschärfung des internationalen Wettbewerbs für Deutschland bedeuten könnte, den Anschluss beim Thema Digitalisierung zu verlieren.
Obwohl bekannt ist, dass deutsche Industrieunternehmen IIoT als Enabler der digitalen Transformation erkannt haben, kommen Innovationen im Ländervergleich nach wie vor zu kurz. Deutschland liegt bei der Planung von Neuanschaffungen im IIoT-Bereich im Vergleich zu den anderen Ländern mit 25 Prozent unter der Durchschnittsmarke von 30 Prozent zurück. Ein Grund dafür könnten die nach wie vor stark vorherrschenden Bedenken zur Daten- und Netzwerksicherheit sein.
Robotik- und KI (Künstliche Intelligenz)-Strategie geht auf
Ein bereits hohes Niveau hat Deutschland in der Robotik erzielt. Deutschland setzt innerhalb der EU die meisten Industrieroboter ein, besonders in der Automobilindustrie. Das spiegelt auch die Umfrage wider, bei der deutsche IT-Beauftragte angeben, 2021 weniger in Robotik investieren zu wollen: 23 statt durchschnittlich 31 Prozent wollen überhaupt in Robotik investieren. Ein Ergebnis, das sich auf die bereits vielfach getätigten Investitionen zurückführen lässt.
Bei Künstlicher Intelligenz zeigt sich, dass die IT-Verantwortlichen in Deutschland die Vorteile von KI in einer smarten Fabrik erkannt haben. So geben insgesamt 69 Prozent an, dass sie ihren Fokus im Jahr 2021 darauflegen wollen. Im Vergleich zu den durchschnittlichen Angaben aller Befragten mit 74 Prozent, ist Deutschland hier auf dem richtigen Weg.
Deutschland kann Industriestandort Nummer eins bleiben
„Insgesamt ist Deutschland als eines der weltweit führenden Innovationsstandorte gut aufgestellt. Doch der globale Wettbewerbsdruck erhöht sich und es gibt noch viel Potenzial für das deutsche Gewerbe, um in diesem Kontext mitzuhalten“, fasst Ulf Timmermann zusammen. „Um deutsche Industrieunternehmen aktiv dabei zu unterstützen, ist es Aufgabe der Bundesregierung, den Zugang zu Daten und den Ausbau von modernen Netzwerken auf Basis von 5G voranzutreiben“.
„Deutsche Industrieunternehmen liegen bei der Planung der Neuanschaffungen von 5G-Erweiterungen mit 36 Prozent im Länderdurchschnitt von 37 Prozent. Sie sind also bereit, in die Zukunft zu investieren, jetzt müssen nur noch die passenden Rahmenbedingungen geschaffen werden. Der seit 2016 stattfindende Digital-Gipfel ist schon einmal ein wichtiges Signal der Bundesregierung, dass der Ausbau der Digitalisierung in Deutschland ernstgenommen wird.“
Stand: 08.12.2025
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Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal ElektronikPraxis.