Deloitte-Studie vorgestellt

„Digitale Zwillinge“ dringen in den Alltag vor

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Digital Twins sind auch für den Einsatz in Smart Cities interessant.
Digital Twins sind auch für den Einsatz in Smart Cities interessant. (Bild: Peng LIU / pexels.com / CC0)

Wie eine aktuelle Studie von Deloitte zeigt, werden Digital Twins oder „Digitale Zwillinge“ im Alltagsleben der Verbraucher eine größere Rolle spielen. Das gilt vor allem für Szenarien wie Smart Home, Connected Cars oder das Gesundheitswesen.

Bei Digital Twins handelt es sich um virtuelle Abbilder eines Produkts, Prozesses oder Dienstes. Sie verbinden virtuelle und reale Welt und kommen vornehmlich in Produktion, Anlagenbau oder bei „High Value Assets“ zum Einsatz. Laut Deloitte werden auch bald Verbraucher regelmäßig auf Digital Twins stoßen, wie der Report „Grenzenlos vernetzt – Smarte Digitalisierung durch IoT, Digital Twins und die Supra-Plattform“ zeigt. Dazu sind aber zunächst eine übergreifende Plattform und die umfassende Standardisierung von Datenformaten erforderlich, um Insellösungen und geschlossene Plattformen zu vermeiden. Ein Beispiel für einen „Digitalen Zwilling“ wäre eine virtuelle Probefahrt beim Autokauf, die etwa per Virtual Reality möglich gemacht wird.

Von der Industrie in den Alltag

Bis 2020 gibt es weltweit mindestens 20 Milliarden IoT-Endpunkte, die als Datenlieferanten für Digital Twins dienen können. Auf diese Weise ermöglichen sie zum Beispiel Einsichten in den Betriebszustand und die Steuerung eines Objekts oder dienen als Enabler für Predictive-Maintenance-Lösungen. Als Basis dienen Sensoren, Konnektivität, definierte Datenstrukturen und ein User Interface zur Visualisierung. Abseits der Industrieanwendungen werden nun auch zunehmend Consumer-Szenarien interessant. So können etwa Diabetes-Patienten ihre Blutzuckerwerte über vernetzte Messgeräte visualisieren und direkt mit ihrem Arzt teilen. Sportfans könnten auf Heimtrainern ein virtuelles Radrennen gegen andere Radler absolvieren. Auch in Smart Cities sind zahlreiche Einsatzmöglichkeiten denkbar.

Fragmentierung überwinden

Bislang verhindert das stark fragmentierte IoT-Ökosystem mit diversen Einzelanwendungen und zahlreichen geschlossenen Plattformen oder Datensilos eine umfassende Interoperabilität. Eine Supra-Plattform würde Abhilfe schaffen und quasi grenzenlose Vernetzung ermöglichen. Kernelemente wären hierbei: Datencontainer zur Speicherung von Informationen in vorgegebenen Formaten als Schnittstelle zwischen virtueller und realer Welt sowie eine übergreifende Datenmanagement-Ebene. Diese Supra-Plattform ermöglicht End-to-End-Datenaustausch, schafft durch Verwaltung einen verbindlichen Rahmen und managt die Schnittstellen. Deloitte betont aber, dass es hierbei um eine Mammutaufgabe handelt, die breiten industriellen, technischen und politischen Konsens erfordert.

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